hierverbirgtsicheingeheimnis


23. September 2017

17.30 Uhr Was kann denn die Volksbühne dafür?

Zu den Ereignissen, die in den letzten Zuckungen des waidwunden Wahlkampfs kaum jemand mitbekommt - und offenbar auch niemanden aufregen, gehört die Besetzung des Theaters "Volksbühne Berlin" in Berlin. Das Haus ist inzwischen 102 Jahre alt, stand erst am Babelsberger Platz, wurde dann umgezogen an den Bülowplatz, und wanderte von 1933 bis 1969 noch viermal weiter bis an seinen heutigen Standort, den Rosa-Luxemburg-Platz.
(Natürlich ist das Theater nicht gewandert, der Platz wurde umbenannt.)

Es wird zwar behauptet, die Hausbesetzung hätte mit der Berufung von Chris Dercon zum Nachfolger von Frank Casdorf als Indendant nichts zu tun, doch die Begrüßung von Dercron im Sommer fiel seitens der Volksbühnen-Szene alles andere als herzlich aus. Man hat ihm nicht nur Hass-Mails geschickt, sondern ganz konkret stinkend täglich vor die Bürotür geschissen, so dass ein Zusammenhang nicht ganz von der Hand zu weisen ist.

Die Ankündigung der Besetzung erfolgte vor wenigen Tagen. Am 22. September fand sie nun ungehindert von den so vorgewarnten Verantwortlichen statt. Rund 110 Personen verschafften sich Zugang - und schlossen sich ein. Es kam zu "Verhandlungen".

Ich frage mich immer, was es da zu verhandeln gibt. Nun ja, verhandelt hat man darüber, ob die Hausbesetzer ihren Protest nicht anderswo, in vom Senat angebotenen Räumlichkeiten fortsetzen möchten. Die mochten aber nicht. Offenbar ist für die nach eigenem Bekunden feministisch, queer und antirassistisch gesinnten Besetzer ein anderer Ort nicht zumutbar, denn schließlich wollen sie das Theater zu einem "Raum für eine solidarische Gesellschaft" umwidmen und ein "Anti-Gentrifizierungszentrum" darin betreiben.

Beginnen soll alles mit 60-Stunden-Party (wobei das Gebäude "unangetastet" bleiben soll und mit "partizipatorischen" Inszenierungen.

Die Polizei hat mit ein paar wenigen Beamten am Freitag schon einmal angeklopft und - wenn ich das richtig interpretiere - ein paar Türen aufgebrochen, um dann festzustellen, die Lage sei stabil.

Warum das Haus nicht unmittelbar geräumt wurde, wird mir schleierhaft bleiben. Fürchtet der Senat, im Städteranking von Hamburg abgehängt zu werden, wenn es nicht auch eine besetzte Spielstätte, analog zur Roten Flora vorweisen kann?

Ab November soll das Haus wieder regulär bespielt werden. Ich wage schon heute die Vorhersage, dass das nicht möglich sein wird. Entweder, weil die Besetzung bis dahin nicht beendet wird, oder weil die Besetzer das Haus nach ihrem Abzug in unbespielbarem Zustand zurückgelassen haben werden.

Gegen die Gentrifizierung zu protestieren ist jedermanns gutes Recht. Dafür meldet man üblicherweise eine Demo an, marschiert dann vor ein Haus, dessen eingesessene Mieter gerade vertrieben werden, um das Gemäuer einer billigen Luxussanierung zu unterziehen, es gibt zwei, drei Redner, die Presse schießt vielleicht ein Foto - und wenn man genügend Mitstreiter gefunden hat, wird vielleicht sogar das Fernsehen aufmerksam.

Wenn das nicht genug erscheint, könnte man jede Woche - vielleicht montags - eine abendliche Mahnwache mit Kerzenschein und Posaunenchor organisieren und dies monate- und jahrelang durchhalten.

Ist das Anliegen gut begründet und werden die Initiatoren von den Betroffenen geschätzt, könnte sich daraus eine richtige Bewegung entwickeln, die sich z.B. "BERANTIGENDA" nennen könnte. Ob sich an der Politik der Stadtplanung des Senats dadurch etwas ändern wird, steht in den Sternen.

Dass sich per Besetzung der Volksbühne etwas daran ändert, ist jedoch noch sehr viel unwahrscheinlicher. So, wie es sich für mich darstellt, sind die Besetzer zwar verbal mit den Betroffenen der Gentrifizierung solidarisch, aber dass sie überhaupt einen davon persönlich kennen, dass sie konkrete Sanierungsprojekte und deren Noch-Bewohner im Auge haben und diese schützen wollen, wage ich zu bezweifeln.

Nach eigenem Bekunden handelt es sich um Menschen, die sich als Künstler empfinden, aber von ihrer Kunst nicht leben können. Das ist traurig, aber es sollte eher zum Anlass genommen werden, einen weniger künstlerischen Job zu suchen und auszufüllen.

Dass die Gruppe, die sich "Staub zu Glitzer" nennt, Gewalt ablehnt, ist mit der Besetzung des Hauses bereits widerlegt. Selbst ein Sitzstreik wird hierzulande bereits als Gewalt angesehen und entsprechend geahndet. Wir werden sehen, ob sie sich, wie Sitzstreikende bei Gorleben, von den Beamten davontragen lassen oder ob sie gewaltsam Widerstand leisten, z.B. mit Pflastersteinwürfen vom Dach.

Berlin wäre gut beraten, diese Besetzung so schnell wie irgend möglich zu beenden. Man sollte eine Frist von wenigen Stunden setzen und den Besetzern anbieten, mit ihnen sachlich über die Stadtplanung zu sprechen, sich ihre Wünsche und Vorstellungen anzuhören und zu diskutieren und ihnen die Beweggründe des Senats darzulegen. Das wäre ein Stück gelebte Demokratie - und würde womöglich sogar den einen oder anderen Wutbürger ein Stück weit beruhigen.

Wer allerdings nach Ablauf der Frist das Haus der Volksbühne nicht verlassen hat, muss von der Polizei herausgeholt werden - U-Haft und anschließende Verurteilung je nach Schwere des Widerstandes nicht ausgeschlossen.

Alles andere ist die Einlassung auf eine Erpressung, deren Ende nicht abzusehen ist und zu Nachahmungstaten geradezu einlädt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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