hierverbirgtsicheingeheimnis



4. September 2017

10.30 Uhr Aus dem Gedächtnis

Die beiden großen "G" aus Oberfranken bei Anne Will, Gottschalk und Guttenberg, beide nur als Wähler - als ganze Wähler und nichts als Wähler, so war mir Gott helfe - angetreten, trugen Statements zur Performance der Kontrahenten vor. Müntefering, zerknittert, versuchte Schulz in Schutz zu nehmen, lediglich die Dame vom Spiegel bemühte sich, hin und wieder "Themen" aus dem Duell aufzugreifen. Die Moderatorin selbst wirkte müde, war sich wohl klar darüber, dass diese Sendung nicht zu den Highlights ihres Schaffens gehören würde und moderierte dementsprechend mühsam und das Ende herbeisehnend vor sich hin.

Kein Wunder.

Was vorher gelaufen war, lässt sich kurz zusammenfassen:

Angela Merkel und Martin Schulz waren sich einig darüber, dass es in dieser Welt und in dieser Zeit insgesamt fünf ganz schlimme Finger gibt, nämlich Victor Orban, Recep Tayyip Erdogan, Wladimir Putin, Donald Trump und Kim Jong Un.

Gegen Erdogan wurden sogar Strafmaßnahmen erwogen. Schulz war für das bedingungslose Ende der Beitrittsverhandlungen, Merkel dafür, erst mit den übrigen EU-Mitgliedern zu einer gemeinsamen Einschätzung zu gelangen.

Gauland, Höcke und Petry, die PEGIDA und die Glatzenszene schrumpfen neben dem schlimmen Erdogan dabei ebenso auf ein mikroskopisches Format zusammen, wie die Extremisten und militanten Antifaschisten aus der linken Szene. Alle Aufregungen, die unseren Innenminister zur stetigen, nicht nur verbalen Aufrüstung nötigen, und unseren Justizminister, gegen die eigene sozial-humanistisch-gutmenschliche Überzeugung, zur Installation meinungsschützender Zensurmechanismen zwingen, haben die beiden Duellanten offenbar ebensowenig berührt, wie die vier Fragesteller. Hier hat das Mantra "Deutschland geht es gut" offenbar alle Widrigkeiten unter dem Zuckerguss autohypnotischer Suggestionen verschwinden lassen.

Angela Merkel und Martin Schulz waren sich einig darüber, dass sich unter den Flüchtlingen durchaus auch Muslime aus der Türkei und aus anderen Staaten befinden könnten, dass, obwohl der Islam zu Deutschland gehört, genau fünf Prozent davon abgeschoben werden müssten, falls das möglich wäre, während die übrigen 95 Prozent, zuzüglich des völkerrechtlich gebotenen Familiennachzugs im Laufe der nächsten 20+x Jahre integriert werden sollten, wobei durchaus auch einmal eine Moschee geschlossen werden könnte, sollten sich dort Hassprediger einnisten. Denn "Hassprediger", das geht gar nicht (sh. auch "Abhören unter Freunden).

Nicht einig waren sie sich darüber, ob nach dem humanitären Akt der Grenzöffnung im September 2015, der natürlich alternativlos war, alles so gehandhabt wurde, dass man es immer wieder so machen sollte. Merkel meinte ja. Schulz meinte nein.

Angela Merkel und Martin Schulz waren sich einig darüber, dass Deutschland 3.000 km Grenze hat, die nicht geschützt werden könnten, weshalb jenen, die wir brauchen können, die Tür zur legalen Zuwanderung geöffnet werden müsse.

Dass alle anderen, bei nicht schützbaren Grenzen, weiterhin der Weg über das Mittelmeer offen stünde, wurde nicht gesagt, wohl aber, dass man durchaus bereit sei, allen afrikanischen Staaten, welche sich bereiterklären, Flüchtlinge aufzuhalten, finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen.

Angela Merkel und Martin Schulz waren sich einig darüber, dass die deutsche Automobilindustrie, dem Land und sich selbst und den Autofahrern und ihren Beschäftigten durch Betrug schlimmen Schaden zugefügt habe, weshalb Schulz mit Maas telefonieren solle, um das Gesetz zur Musterfeststellungsklage (Sammelklage) so umzuschreiben, dass sich auch die CDU damit einverstanden erklären könne.

Nicht einig waren sie sich darüber, ob deutsche Dieselhalter mit einem Software-Update ausreichend entschädigt seien. Martin Schulz meinte nein. Angela Merkel meinte ja, weil wir eben ganz andere Gesetze hätten als die USA, und weil der Verbrennungsmotor noch Jahrzehnte unverzichtbar sei.

Angela Merkel und Martin Schulz waren sich einig darüber, dass sich die Arbeitslosigkeit seit der erstmaligen Amtsübernahme Merkels halbiert habe. Sie waren sich einig darüber, dass das Renteneintrittsalter in der nächsten Legislaturperiode nicht auf 69 oder gar 70 Jahre angehoben wird.

Da diese Diskussion über ein nicht bevorstehendes Nichtereignis so harmonisch abgeschlossen werden konnte, verblassten auch hier wieder die Fragen nach der Rentenhöhe und dem Ausmaß der sich daraus ergebenden Altersarmut vollkommen, so dass sie nicht behandelt werden mussten. Allerdings ließ Merkel durchblicken, dass, wer länger arbeiten wolle, dies ja durchaus tun könne.

Angela Merkel und Martin Schulz waren sich einig darüber, dass sie mit jeweils unterschiedlichen Modellen dafür sorgen würden, dass per Kindergeld und Steuerentlastung eine vierköpfige Vater-Mutter-Kind-Kind-Familie (nicht die Vier-Väter-Familie!) ungefähr genausoviel Geld mehr zur Verfügung haben werde, egal, wer regiert. Sie waren sich zudem sehr einig darüber, dass eine Senkung der Mehrwertsteuer nur die Aldis und Lidls reicher machen würde, und daher striktestens abzulehnen sei.

Angela Merkel und Martin Schulz waren stillschweigend einig darüber, dass über Banken nicht gesprochen werden sollte, auch nicht über die EZB, auch nicht über Target II Salden oder Euro-Bonds, nicht über die EU-Wirtschaftsregierung, die gemeinsame Einlagensicherung, die EU-Armee, und was der Nebensächlichkeiten auf EU-Ebene noch so gewesen wären.

Diese Einigkeit, verbunden mit der von Martin Schulz zum Ende vorgetragenen Absicht, deutscher EU-Kanzler (oder so ähnlich) sein zu wollen, deutet darauf hin, dass auf diesen Feldern alles zum Besten steht und keinerlei weitere Maßnahmen erforderlich seien, außer eben jenen, die dazu führen, dass jedes EU-Land so viele Migranten aufzunehmen habe, wie es dem Schlüssel der Mittelzuweisungen aus dem EU-Haushalt entspricht. Was auch für Polen und Ungarn so gelten müsse.

Alleine die vielen, schwerwiegenden Differenzen zwischen Schulz und Merkel, die dieses Duell aus dem Dämmer großkoalitionärer Absprachen ins grelle Scheinwerferlicht gerückt hat, machen große Hoffnung darauf, dass wir im Oktober oder November im Koalitionsvertrag nachlesen können, auf welche Kompromisse man sich dann doch trotz aller Verschiedenheiten - aus Verantwortung für alle, die hier wohnen - geeinigt haben wird.

(Gedächtnisprotokoll - im Zweifel gilt die aufgezeichnete Sendung)


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