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Sind Sie auch schon ein bisschen urlaubsreif?


10. Juli 2017

09.30 Uhr Steinmeier - fassungslos

Beim Hamburger Abendblatt hat man Steinmeiers "fassungslos" in "Gänsefüßchen" gesetzt. So, wie die Springerblätter einst die "DDR" stets in Gänsefüßchen setzten, um klarzustellen, dass man dieses "Gebilde" niemals anerkennen werde.

Eine Fassung zu haben, bedeutet bei plastisch-figürlichen Kunstwerken, dass das Holz, aus dem einer geschnitzt ist, durch Bemalung verborgen wird. Ist eine derart kunstvoll "gefasste" Figur plötzlich fassungslos, würde man respektlos umgangssprachlich sagen: "Der Lack ist ab."

Da Steinmeiers "Fassungslosigkeit" auch von diversen Kameras und Mikrofonen aufgezeichnet wurde, war unschwer festzustellen, dass zwischen seiner sehr staatsmännisch gefassten Haltung und seinen wohlgesetzten Worten ein eklatanter Widerspruch klaffte. Daraus lässt sich ableiten, dass er entweder von wahrer Fassungslosigkeit bisher verschont geblieben ist, den Begriff nur vom Hörensagen kennt und ihn hier für die angemessen beeindruckende Vokabel hielt, die er aufgrund seines Amtes wirkungsvoll in seine Rede einstreuen sollte, oder dass er so bestürzt und fassungslos war, dass nicht er selbst, sondern ein Double vor den Journalisten auftreten musste.

Auch dies würde zum Begriff "Fassung" recht gut passen, bezeichnet er doch in der Technik die "Halterung eines austauschbaren Teiles" (Wikipedia).

Zur Fassungslosigkeit gesellte sich jedoch eine weitere interessante Erklärung, nämlich die, dass "niemand damit rechnen konnte". Das war die bevorzugte Generalentschuldigung des Hamburger Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz.

Mag ja sein, dass Olaf Scholz selbst des Rechnens nur bedingt kundig ist und ganz ohne zu rechnen einfach annahm, 20.000 Polizisten würden schon reichen. Daraus nun aber von sich auf alle anderen zu schließen und damit auszuschließen, dass überhaupt irgendjemand "damit hätte rechnen können", ist schon eine bedenkliche Form von Realitätsverweigerung.

Klar, das Gedächtnis der medial behämmerten Massen reicht manchmal nicht weiter als einen Tag zurück, weshalb ich gerne daran erinnere - und mich freue, wenn sich viele ebenfalls erinnern - mit welchen Bedrohungsszenarien wir noch vor einer Woche vom BKA und vom Minister des Inneren höchstselbst eingedeckt wurden.

Von diesen Meldungen gab es noch Dutzende, mehr oder minder martialisch aufgemacht, und nachdem es gekommen ist, wie es vorhergesagt wurde, konnte niemand damit rechnen?

Natürlich gibt es auch hierfür eine Erklärung.

Dem nachfolgenden Gedanken nähert man sich am besten von der Seite her an, dass man feststellt, dass die dramatischen Warnungen vor Ausschreitungen linker Demonstranten und der Antifa erstens in dieser Form und in dieser Klarheit ein Novum darstellen. Die radikale Linke wurde seit der Bewältigung der Attentate der RAF geschont, verharmlost und vor dem kritischen Blick der Öffentlichkeit in Schutz genommen. Jegliche Empörung richtete sich gegen die Vertreter des rechten Randes des politischen Spektrums und deren gewaltbereite Unterstützer. Der Begriff "Antifa" wurde überhaupt nur von rechtsorientierten Blättern und Internetseiten verwendet. Es schien so, als gäbe es eine stille Übereinkunft zwischen den beiden großen staatstragenden Parteien, die Bedrohung für das konservative Lager gemeinsam zu bekämpfen, wofür im Gegenzug bei den "guten Linken" nicht nur alle Augen zugedrückt, sondern ihnen auch in nicht unerheblichem Maße Unterstützung zuteil wurde.

Hier kann das im KOPP-Verlag (wo sonst?) erschienene Buch von Christian Jung und Torsten Groß "Der Links-Staat" nicht unerwähnt bleiben, weil deren Recherchen die Verfilzung zwischen Parteien und links-grünen Kaderorganisationen in einer nicht für möglich gehaltenen Tiefe und Breite aufzeigen.

Das Umschalten erfolgte innerhalb weniger Tage. Als sei im Theater der Vorhang nach dem ersten Akt gefallen und habe sich zum zweiten neu geöffnet, ist die AfD von der Medien-Bühne verschwunden. Mit diesem Verschwinden der AfD sind auch die gegen rechts gerichteten Töne aus dem Orchestergraben vom forte fortissimo auf ein nur noch unterschwellig wahrnehmbares pianissimo zurückgefahren worden, während die - trotz ihres massiv-gewalttätigen Agierens - gewissenhaft totgeschwiegenen Krawallchaoten der linken Extremistenszene ins Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit gerückt wurden.

Da war m.E. der G20-Gipfel nur der äußere Anlass. Man hätte den "paramilitärischen Arm" der außerparlamentarischen rot-rot-grünen Allianz doch auch diesmal wieder nur als "Demonstranten" bezeichnen können. Niemand hätte "Antifa" sagen müssen. Man hätte nicht eigens vor gewaltbereiten Linken aus dem europäischen Ausland warnen müssen, die noch schlimmer seien, als die Einheimischen (was man schreiben muss, weil die Einheimischen man ja bisher geschont hat).

Man hätte ganz und gar nicht schon eine Woche vor dem Gipfel die Auseinandersetzung der Hamburger Polizei mit jenen Personen suchen müssen, die nach Verbot und Genehmigung und Verbot und Genehmigung ein Camp errichten wollten, in welchem man zwar "demonstrieren, aber nicht übernachten dürfe". Welch ein Blödsinn! Ein Camp ist der Ort für die Übernachtung, damit man vor Ort ist und vor Ort bleiben kann, solange die Demonstrationen andauern.

Nun ist man im Lager der SPD fassungslos und bekundet, nicht damit gerechnet zu haben. Wollte man nicht erkennen, dass die CDU das stillschweigend getroffene Stillhalteabkommen gegenüber der linksextremistischen Szene, tatsächlich aufkündigen würde? Dass die Bilder von den Randalierern in Hamburg derart ungefiltert und den eigentlichen Gipfel vollständig überdeckend in die Öffentlichkeit gelangen würden? Dass diesmal eben nicht nur von "Demonstrationen am Rande des Gipfels" die Rede sein würde, bei denen es auch "zu Zusammenstößen mit der Polizei" gekommen sei? Dass es nicht den geringsten Versuch gab, unter den Gewalttätern vor allem auch Rechtsextremisten ausfindig zu machen?

Die gesamte Entwicklung lässt mich darauf schließen, dass die Union inzwischen davon ausgeht, nach der Bundestagswahl ohne die SPD regieren zu können. Mit der schon vor dem Gipfel lostgetretenen und durch die Gipfelereignisse gewichtiger gewordenen Kampagne gegen Linksextremismus, den man mühelos der SPD zumindest mit anlasten kann, was u.a. in den Rücktrittsforderungen gegen Olaf Scholz zum Ausdruck kommt, wird dieses Ziel nun gegen links ganz massiv abgesichert.

Die Erkenntnis, dass Angela Merkel anscheinend lieber die AfD im Bundestag erträgt, als einem rot-rot-grünen Regierungsbündnis nur die geringste Chance einzuräumen, bietet für die SPD-Granden jedenfalls mehr Anlass zur Fassungslosigkeit als die Besichtung der schon halbwegs aufgeräumten Kampfzone im Schanzenviertel am Tag nach dem Gipfel.

 


 

Nebenbei bemerkt:

So lange wir uns mit "Kindereien" wie dem Binnen-I beschäftigen lassen, solange wir von stärker Pigmentierten zu sprechen haben, wenn wir Neger meinen, und uns in kraftraubende Diskussionen darüber verstricken lasen, ob es zwischen "wertkonservativ" und "rechtsradikal" nicht vielleicht doch einen Unterschied gibt, werden wir Schwierigkeiten haben, uns mit den wirklich substantiellen Entwicklungen und Problemen auseinander zu setzen.

Haben Sie auch immer öfter den Eindruck, dass das Irrationale im Kampf gegen die Vernunft den Sieg davonträgt? Fürchten Sie, dass über 200 Lehrstühle für "Genderwissenschaften" an deutschen Universitäten im Grunde nur Schwachsinn produzieren können? Brauchen Sie den Beweis dafür, dass nicht Sie spinnen, sondern die anderen? Hier könnten Sie die Lösung finden.

 


LSBTTIQ*-Community (Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle, Transgender, Intersexuelle und Menschen, die sich als Queer verstehen).

 

Schaukeln, nicht Verschaukeln lassen!

 

Es geht immer nur ums Geld.

Geld ist ein sonderbares Ding.

Wer das Geld versteht, versteht die Wirtschaft, den Wachstumszwang und die Entstehung des Wohlstands der Reichen.

 

2005 erschien die Erstausgabe des dritten Bandes meiner wahnwitzigen Wirtschaftslehre mit dem Untertitel

"Über das Geld"

2007 wurde er Teil der überarbeiteten Gesamtausgabe und wird bis heute nachgefragt und gelesen.

mehr

 

Samirah Kenawi

hat mit "Falschgeld - Die Herrschaft des Nichts über die Wirklichkeit" ein weiteres Standardwerk über das Geld im EWK-Verlag veröffentlicht, das aufgrund des nicht nachlassenden Interesses ebenfalls immer wieder nachgedruckt wird.

 

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 Thomas Koudela

beschäftigt sich in seinem Werk "Entwicklungsprojekt Ökonomie" mit der Frage, wie eine Marktwirtschaft ohne Kapitalismus gestaltet werden könnte und trifft auch dabei wesentliche Aussagen zum Geld und über seine Wirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft.

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 Stefan Mekiffer

hat im Hansa Verlag seine Überlegungen darüber veröffentlicht, "Warum eigentlich genug Geld für alle da ist".

Wir haben einige Exemplare davon für Sie auf Lager gelegt.

 

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Manfred Gotthalmseder

hat sich, wie vorher schon Koudela, der Frage des Geldsystems im Postkapitalismus gewidmet und die Möglichkeiten zu seiner Gestaltung um ein interessantes neues Konzept erweitert.

 

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Es geht auch anders.

Ein Buch, das sich der Frage annimmt, in welcher Welt wir eigentlich leben - und warum.

 

Aus dem Blickwinkel einer Frau, die ihre komfortable österreichische Heimat verlassen hat, um im Norden Kenias auf eigene Faust Entwicklungshilfe zu leisten, wird zumindest klar, dass wir nicht in einer, sondern in zwei Welten leben, was in Nyagas Geschichten bisweilen zu bizarren Überraschungen führt.

 

 

Heide S. Nyaga, Wann denn, wenn nicht jetzt?

 

(Würde ich auch empfehlen, wenn es woanders erschienen wäre.)

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Der Weg zum Wohlfühlgewicht
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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 
 

 

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