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Sind Sie auch schon ein bisschen urlaubsreif?


21. Juni 2017

09.30 Uhr Gentrifizierung (Vertreibung, Umsiedlung, Profitmaximierung)

Nicht alles, was auf -fizierung endet, ist schlecht. Elektrifizierung, z.B. hat die Bahn um einiges umweltfreundlicher gemacht.

Gentrifizierung hingegen zerstört Umwelten, Wohnwelten, Quartiere, indem die eingesessene Wohnbevölkerung mit unterschiedlichsten Methoden vertrieben oder vergrault wird, um sie gegen eine neue, ertragssteigernde "Sorte" zu ersetzen.

Gentrifizierung ist so ähnlich, wie die Umwandlung eines nach dem Prinzip der Dreifelderwirtschaft schonend genutzten Ackers in eine kunstdüngerstrotzende Genmaiswüste.

Das Gefährliche an der Gentrifizierung ist, dass außer den Betroffenen kaum jemand etwas davon merkt. Man sieht eine Baustelle, es entsteht auf dem Abrissgrundstück etwas schönes, glitzernd-glänzendes Neues, oder eine alte Fassade in der Innenstadt erstrahlt in neuem Glanz und wertet die ganze Straße auf.

Welche Tragödien die vertriebenen Altmieter erleiden mussten, um diese Projekte verwirklichen zu können, bleibt im Dunkeln, und auch diejenigen, die eines Tages voller Stolz, sich diese Wohnung in dieser Lage leisten zu können, dort einziehen, haben zumeist keine Ahnung davon, auf welchem Trümmerhaufen zerstörter Hoffnungen, ausgelöschter Träume vom geruhsamen Lebensabend und suizidaler Depression ihr neues Wohnglück errichtet wurde.

War es zunächst hauptsächlich die Hauptstadt, die durch Gentrifizierung von sich reden machte, wird das Problem nun auch andernorts, sogar in der "heimlichen Hauptstadt" München, zum Thema. In der Isarmetropole soll die Gentrifizierung inzwischen sogar alle Rekorde anderer deutscher Großstädte schlagen.

Doch schon macht ein neues Vorhaben Schlagzeilen. Es klingt so harmlos. Altmietern wird angeboten, in kleinere Wohnungen umzuziehen, verbunden mit der Garantie, die kleinere Wohnung zum gleichen Quadratmeterpreis anmieten zu können, wie er bisher für die größere bezahlt werden musste. Der Düsseldorfer Konzern LEG begründet dieses Angebot damit, dass so "die Wohnungsnot", gerade von Familien mit Kindern, bekämpft werden könnte und dass den Rentnern, die in kleinere Wohnungen umziehen, damit das Leben - auch in finanzieller Hinsicht - erleichtert werden solle.
 
 
Doch offenbar wird die hehre Absicht nicht von allen für bare Münze genommen. Wie sonst sollte in diesem Artikel ausdrücklich ermahnt werden, es sei wichtig, die LEG für diesen Vorstoß nicht zu dämonisieren?
Der Immobilienmarkt hat für den Kapitalanleger zwei große Vorteile.
  • Grund und Boden ist nicht vermehrbar und daher grundsätzlich den Gesetzen der Knappheitsökonomie unterworfen.
  • Grund und Boden ist - so lange die Erde steht - unkaputtbar, und selbst im schlimmsten Fall bleibt immer noch ein formschöner Bombentrichter übrig.
Gerade in Zeiten höchster Währungsunsicherheiten und drohender Hyperinflation sind daher Investitionen in bebaute und unbebaute Grundstücke nicht nur extrem sicher, sondern, vor allem in den Großstädten und ihrem Umfeld auch extrem rentabel.
 
Gegen die maßlose Ausnutzung der Knappheit wurden von früheren Gesetzgebern im Mietrecht schwer zu überwindende Schranken gesetzt, und von früheren Regierungen durch die Förderung des Sozialen Wohnungsbaus konkurrierende Angebote in den Markt gebracht.
 
Wo man sich also nicht mit kriminellen Methoden der lästigen Altmieter entledigen will, kann so ein Angebot, das zum Umzug animiert und nur Vorteile verspricht, ein eleganter Weg sein, die Wertsteigerung der Immobilien in guten und sehr guten Lagen mit neuen zahlungskräftigeren Mietern in attraktiv renovierten Gebäuden möglich zu machen.
 
Dass dabei die alten sozialen Verbindungen ebenfalls gekappt werden, dass den "entsorgten" Altmietern in den engen kleinen (vermutlich längst abgewohnten) Wohnungen nicht unbedingt das reine Glück lacht, ist auch hier die billigend in Kauf genommene Folge.
 
Ohne eine menschenverachtende Grundhaltung unter den Eliten in Wirtschaft und Politik gäbe es die Auswüchse der Gentrifizierung nicht. Doch der zwingende Gedanke, jedwedes über den Eigenbedarf hinausgehende Eigentum habe nur den Zweck, eine höchstmögliche Rendite hervorzubringen, ist nicht neu. Schon 1927 ließ Fritz Lang in seinem monumentalen Stummfilm "Metropolis" die Welt zwei Sphären teilen. Oben die Reichen und die Schönen, unten, unter der Oberfläche der Glitzerwelt, die anderen, als schuftende Roboter.
 
Literarisch hat sich Peter Mannsdorff der Gentrifizierung der Jetztzeit angenommen. Sein Roman "Höllisches Hell" führt in die konspirative Welt der Immobilienspekulanten ebenso, wie in jene wunderschöne neue Heimat, die den Altmietern zum Tausch angeboten wird, in der Stadt des ewigen Sonnenscheins, des sorgenfreien, unbeschwerten Lebens "Hell", von wo allerdings noch niemand zurückgekehrt ist.
 
Ein Ort, den es, nach allem was wir wissen, so noch nicht gibt.
Ob der Widerstand gegen die fortschreitende Gentrifizierung ausreichen wird, um solche oder ähnliche Entwicklungen dauerhaft zu unterbinden, ist noch keineswegs sicher.
 


Nebenbei bemerkt:

So lange wir uns mit "Kindereien" wie dem Binnen-I beschäftigen lassen, solange wir von stärker Pigmentierten zu sprechen haben, wenn wir Neger meinen, und uns in kraftraubende Diskussionen darüber verstricken lasen, ob es zwischen "wertkonservativ" und "rechtsradikal" nicht vielleicht doch einen Unterschied gibt, werden wir Schwierigkeiten haben, uns mit den wirklich substantiellen Entwicklungen und Problemen auseinander zu setzen.

Haben Sie auch immer öfter den Eindruck, dass das Irrationale im Kampf gegen die Vernunft den Sieg davonträgt? Fürchten Sie, dass über 200 Lehrstühle für "Genderwissenschaften" an deutschen Universitäten im Grunde nur Schwachsinn produzieren können? Brauchen Sie den Beweis dafür, dass nicht Sie spinnen, sondern die anderen? Hier könnten Sie die Lösung finden.


 

Schaukeln, nicht Verschaukeln lassen!

 

Es geht immer nur ums Geld.

Geld ist ein sonderbares Ding.

Wer das Geld versteht, versteht die Wirtschaft, den Wachstumszwang und die Entstehung des Wohlstands der Reichen.

 

2005 erschien die Erstausgabe des dritten Bandes meiner wahnwitzigen Wirtschaftslehre mit dem Untertitel

"Über das Geld"

2007 wurde er Teil der überarbeiteten Gesamtausgabe und wird bis heute nachgefragt und gelesen.

mehr

 

Samirah Kenawi

hat mit "Falschgeld - Die Herrschaft des Nichts über die Wirklichkeit" ein weiteres Standardwerk über das Geld im EWK-Verlag veröffentlicht, das aufgrund des nicht nachlassenden Interesses ebenfalls immer wieder nachgedruckt wird.

 

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 Thomas Koudela

beschäftigt sich in seinem Werk "Entwicklungsprojekt Ökonomie" mit der Frage, wie eine Marktwirtschaft ohne Kapitalismus gestaltet werden könnte und trifft auch dabei wesentliche Aussagen zum Geld und über seine Wirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft.

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 Stefan Mekiffer

hat im Hansa Verlag seine Überlegungen darüber veröffentlicht, "Warum eigentlich genug Geld für alle da ist".

Wir haben einige Exemplare davon für Sie auf Lager gelegt.

 

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Manfred Gotthalmseder

hat sich, wie vorher schon Koudela, der Frage des Geldsystems im Postkapitalismus gewidmet und die Möglichkeiten zu seiner Gestaltung um ein interessantes neues Konzept erweitert.

 

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Es geht auch anders.

Ein Buch, das sich der Frage annimmt, in welcher Welt wir eigentlich leben - und warum.

 

Aus dem Blickwinkel einer Frau, die ihre komfortable österreichische Heimat verlassen hat, um im Norden Kenias auf eigene Faust Entwicklungshilfe zu leisten, wird zumindest klar, dass wir nicht in einer, sondern in zwei Welten leben, was in Nyagas Geschichten bisweilen zu bizarren Überraschungen führt.

 

 

Heide S. Nyaga, Wann denn, wenn nicht jetzt?

 

(Würde ich auch empfehlen, wenn es woanders erschienen wäre.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Der Weg zum Wohlfühlgewicht
beginnt auf der Waage.

 

Hier
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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 
 

 

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