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Sind Sie auch schon ein bisschen urlaubsreif?


20. Juni 2017

14.00 Uhr Vom Ende einer Suchoi 22

Der Stern nannte die Maschine beinahe ehrerbietig "Assads altes Schlachtross" und bekundete, sie sei immer noch gefährlich, wenn auch gegen moderne Kampfflugzeuge der in Syrien kämpfenden Allianz vollkommen chancenlos.

Es muss für den Piloten der US-amerikanischen F/A-18 so eine Art Moorhuhnjagd gewesen sein, als ihm der syrische Gegner ins Visier geriet. Vermutlich hat er noch nicht einmal versucht, dem Syrer klarzumachen, dass er ihn zum Luftkampf bittet, und der durfte aufgrund der bis dahin bestehenden Lage davon ausgehen, dass seine Mission den Amis bekannt war und er nicht angegriffen würde. Schließlich hat man sich über einen speziellen Kanal gegenseitig über Flugbewegungen informiert, schon damit nicht in der Luft geschieht, was sich auf dem Wasser zwischen dem philippinischen Containerfrachter und dem US-Zerstörer ereignete.

Die syrische Armee gibt an, den Piloten gerettet zu haben, aber, weil Soldaten ja sowieso Soldaten sind, und keine Mörder, wäre es darauf letztlich auch nicht angekommen.

Stellen wir uns die Situation umgekehrt vor: Der syrische Pilot in der engen Kanzel seines alten Schlachtrosses entdeckt vor sich und in guter Schussposition den Ami, zieht den 45er Colt aus dem Halfter, kurbelt die Seitenscheibe runter und feuert die Trommel leer. Eine Kugel durchschlägt den zentralen Glasfaser-Bus des HighTech Fluggerätes, das daraufhin völlig außer Kontrolle gerät und als Trümmerhaufen in der Wüste endet.

Ich könnte wetten, binnen weniger als 24 Stunden hätten die USA so ziemlich alles an Bomben und Raketen losgelassen, was in der taktischen Bevorratung nur greifbar war, um die syrische Armee vernichtend zu schlagen. Schließlich wäre es in diesem Fall um Selbstverteidigung und um die zwingend notwendige Vergeltung gegangen, mit der jedweder Gegner für alle Zeiten abgeschreckt werden muss.

Nun, so ist es glücklicherweise nicht gekommen. Es ging nur ein Flugzeug verloren und nicht der ganze Staat - und die Aufregung darüber hält sich in engen Grenzen.

Man wird doch noch mal so eine alte Mühle abschießen dürfen. Im Grunde ist so eine SU 22 doch eine massive Gefährdung für den gesamten Flugverkehr. Das scheint die einhellige Meinung des siegreichen Westens zu sein, und einen Vorwand für den Abschuss gibt es schließlich auch: Der syrische Pilot hat seine Bomben da abgeworfen, wo es den Amerikanern, die in Syrien schließlich nur ihre Heimat verteidigen, nicht gepasst hat. Dass sich die Aussagen darüber, was das Ziel des syrischen Jagdbombers war, deutlich widersprechen, wird wohl nie ein Fall für eine Untersuchungskommission werden.

Dass überhaupt amerikanische Kampfflugzeuge den Himmel über Syrien verdunkeln, also mit feindseliger Absicht in den Luftraum eines souveränen Staates eindringen, dass die USA in Syrien einen Kampfverband mit Soldaten vieler weiterer Staaten anführen, ohne dass es dafür auch nur den Hauch einer völkerrechtlichen Absicherung gäbe, wird wohl auch nie von einer Untersuchungskommission beleuchtet werden.

Von daher ist es auch nicht verwunderlich, dass sich Staatschef Assad öffentlich dazu anscheinend gar nicht erst äußert und auch aus Russland nur - vergleichsweise - vollkommen harmlose Töne zu hören sind. Alles, was westlich des Euphrat fliegt, werde als Ziel erfasst. Ziel erfassen heißt aber noch lange nicht, dass auch geschossen wird. Es heißt nur, dass die Elektronik des Zielflugzeugs dem Piloten anzeigt, dass es sich im Visier einer Flugabwehreinrichtung befindet. Das ist ein psychologisches Spiel!

Hat der Pilot die Hosen seiner Einsatzkombination erst einmal voll, hat er auch einen anrüchigen Grund, schnellstens zu seiner Basis zurückzukehren und die Wäsche zu wechseln.

Die Australier haben offenbar nicht genug Wäsche zum Wechseln mitgenommen, weshalb sie erst einmal darauf verzichten, ihre Heimat in Syrien mit Flugzeugen zu verteidigen.

Aber was ist mit jenen unerschrockenen Westernhelden vom Schlag eines Doc Holliday, die weder Tod noch Teufel, weder S 300 noch S 400 fürchten und gerade wegen der Warnung westlich des Euphrat herumkarriolen?

Es wird ihnen nichts zustoßen. Da bin ich mir sicher. Wenn demnächst ein Fluggerät der Allianz über Syrien vom Himmel fallen sollte, dann nur eine ganz kleine, putzige Aufklärungsdrohne. Die toten Gegner der einstigen Revolverhelden hatten das Pech, sich viel zu leicht provozieren zu lassen und das auch noch für eine Frage der Ehre zu halten.

Wer gegen einen überlegenen Gegner auf fremdem Terrain ohne wirksame Unterstützung durch seine Freunde leichtfertig zur Waffe greift, kann eigentlich nur verlieren.

Dass die Dummheit, sich provozieren zu lassen, immer noch als mutiges, ehrenhaftes Handeln hingestellt werden kann, während umgekehrt jenem, der klug auf seine Chance wartet, Feigheit, Schwäche und Unvermögen angedichtet wird, zeugt nicht gerade von überragender Intelligenz der Adressaten solcher "Weisheiten", denn letztlich handelt es sich dabei nur um eine Steigerung der ursprünglichen Provokation.

So sollten wir dankbar sein, dass wieder eine Chance zur direkten Konfrontation der Großmächte ungenutzt verstrichen ist.

Den großen Krieg, der immer wieder an die Wand gemalt wird, wird es wohl erst geben, wenn Russland (ich meine Russland als Staat in seinen geografischen Grenzen) direkt angegriffen werden sollte.

So ist - wenn diese unsinnige Metapher erlaubt ist - die SU 22 nicht umsonst gestorben. Ihr Ableben gibt uns die Gewissheit, dass sich Putin von den Revolverhelden auch in Zukunft weder einschüchtern noch provozieren lassen wird.

 

 

 


P.S.:

Was halten Sie von dem Begriff "brauchbarer Schwachsinn"? Nun, nennen wir es lieber "das Irrationale", haben Sie auch immer öfter den Eindruck, dass das Irrationale im Kampf gegen die Vernunft den Sieg davonträgt? Brauchen Sie den Beweis dafür, dass nicht Sie spinnen, sondern die anderen? Hier könnten Sie die Lösung finden.


 

Schaukeln, nicht Verschaukeln lassen!

 

Es geht immer nur ums Geld.

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Wer das Geld versteht, versteht die Wirtschaft, den Wachstumszwang und die Entstehung des Wohlstands der Reichen.

 

2005 erschien die Erstausgabe des dritten Bandes meiner wahnwitzigen Wirtschaftslehre mit dem Untertitel

"Über das Geld"

2007 wurde er Teil der überarbeiteten Gesamtausgabe und wird bis heute nachgefragt und gelesen.

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Samirah Kenawi

hat mit "Falschgeld - Die Herrschaft des Nichts über die Wirklichkeit" ein weiteres Standardwerk über das Geld im EWK-Verlag veröffentlicht, das aufgrund des nicht nachlassenden Interesses ebenfalls immer wieder nachgedruckt wird.

 

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 Thomas Koudela

beschäftigt sich in seinem Werk "Entwicklungsprojekt Ökonomie" mit der Frage, wie eine Marktwirtschaft ohne Kapitalismus gestaltet werden könnte und trifft auch dabei wesentliche Aussagen zum Geld und über seine Wirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft.

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 Stefan Mekiffer

hat im Hansa Verlag seine Überlegungen darüber veröffentlicht, "Warum eigentlich genug Geld für alle da ist".

Wir haben einige Exemplare davon für Sie auf Lager gelegt.

 

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Manfred Gotthalmseder

hat sich, wie vorher schon Koudela, der Frage des Geldsystems im Postkapitalismus gewidmet und die Möglichkeiten zu seiner Gestaltung um ein interessantes neues Konzept erweitert.

 

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Es geht auch anders.

Ein Buch, das sich der Frage annimmt, in welcher Welt wir eigentlich leben - und warum.

 

Aus dem Blickwinkel einer Frau, die ihre komfortable österreichische Heimat verlassen hat, um im Norden Kenias auf eigene Faust Entwicklungshilfe zu leisten, wird zumindest klar, dass wir nicht in einer, sondern in zwei Welten leben, was in Nyagas Geschichten bisweilen zu bizarren Überraschungen führt.

 

 

Heide S. Nyaga, Wann denn, wenn nicht jetzt?

 

(Würde ich auch empfehlen, wenn es woanders erschienen wäre.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 
 

 

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