hierverbirgtsicheingeheimnis


30. Mai 2017

18.00 Uhr Schicksal selbst in die Hand nehmen...

Schicksal ist die Abfolge von Ereignissen im Leben, auf die man selbst keinen Einfluss hat. Je nach Geisteshaltung wird das Schicksal dem Wirken höherer Mächte oder dem bloßen Zufall zugeschrieben.

Wie um alles in der Welt kommt Angela Merkel auf die Idee, wir Europäer müssten unser Schicksal selbst in die Hand nehmen, wenn es im Wesen des Schicksals liegt, dass genau das vollkommen ausgeschlossen ist?

Nun. Da liegen gleich mehrere Hasen im Pfeffer. Mit einem kleinen bisschen Fantasie lässt sich der Satz so interpretieren, dass alles was europäische Regierungen seit dem Zweiten Weltkrieg verbockt haben, Schicksalsschläge waren. Höhere Mächte, Geister, Dämonen, Götter und Elfen saßen an den Schalthebeln der Macht - was letztendlich alles entschuldigt.

Für sein Schicksal kann man nichts. Die EU: Schicksal, die NATO: Schicksal, der EURO: Schicksal, Agenda 2010: Schicksal, Austeritätspolitik: Schicksal...

Schicksal, Schicksal, nicht als Schicksal, und Regierung und Parlament waren immer nur die Verwalter schicksalhafter Ereignisse.

Wenn dem so wäre, würde selbst ich zum Wahlboykott aufrufen.

Man kann den Satz aber auch so interpretieren, dass "wir Europäer" uns bisher hinter der (nicht höheren, sondern) Großmacht USA versteckt haben. Dass wir Wunsch und Wille der jeweiligen US-Administration als schicksalhaft verordnete Aufgabe angesehen haben und jeder Forderung widerspruchslos Folge geleistet haben. Nachdem das "Schicksal" nun aber Donald Trump in den USA an die Macht gebracht hat, der die Vasallen wissen lässt, dass er ganz gut auch ohne sie zurechtkommt, der nicht einmal zum Schein auf das eingeht, was wir als Gegenleistung für getreue Gefolgschaft glauben, erwarten zu dürfen, erklärt Merkel sich und den anderen frustrierten Flöhen, dass sie nun vom Hund abspringen und ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen müssten.

Genaugenommen muss Europa sich also selbst zugleich Hund und Flöhe sein, denn dass im Fell des russischen Bären ein freundlicheres Schicksal walten könnte, scheint um so ausgeschlossener, je mehr diesem Trump, dem Abtrünnigen, unterstellt werden kann, er hielte solche Vorstellungen für realistisch.

Die GroKo-interne Opposition in Gestalt des begnadeten Außenministers Gabriel hält Merkels Verbalattacke für noch viel zu ausgewogen. Er donnert in die Welt hinaus: "Wer dieser US-Politik nicht entgegentritt, macht sich mitschuldig!"

Zu Ende gedacht ist das eine Kriegserklärung. Wann also schickt Gabriel die erste Panzerkolonne nach Washington, um dieser Politik entgegenzutreten?

Der Satz ist nicht nur sinn- sondern sogar luftleer. Wenn die USA unter Trump die Unterschrift unter ein Klimaschutzabkommen verweigern, weil Trump sich nun einmal dafür entschieden hat, jener Klimareligion zu folgen, die den menschengemachten Einfluss auf die Klima-Entwicklung für gar nicht spürbar hält, statt sich jenen anzuschließen, die glauben, dass der menschengemachte Einfluss weit über alle natürlichen Faktoren hinausreicht, dann muss man das in einer multipolaren Welt akzeptieren.

Das ist doch grotesk! Da will man sich in großeuropäischem Überschwang von der bisherigen Hegemonialmacht des Westens offenbar nicht nur ablösen, sondern die Verhältnisse umkehren. Der Schwanz will mit dem Hund wackeln, sich ihm entgegenstellen, um sich nicht (moralinsauer trieft es aus dem Mundwinkel) mitschuldig zu machen.

Martin aus Würselen tutet ins gleiche Horn, mit gerinfügig veränderten Worten. Er hält es für das Gebot der Stunde (die ist glücklicherweise schon längst wieder um), sich diesem Mann mit allem, was wir vertreten, in den Weg zu stellen. Da frag ich mich: Was vertritt er denn? Wenn's hochkommt vertritt er - ohne jegliches Amt - derzeit ein bisschen mehr als ein halbes Prozent der deutschen Bevölkerung, nämlich jene, die als Parteimitglieder von ihm als Vorsitzenden vertreten werden.

Was er an politischen Vorstellungen tatsächlich vertritt, das wird sich herausstellen, wenn im Spätherbst der neue Koalitionsvertrag unterschrieben sein wird. Vorher ist das vermutlich nicht zu ergründen, schlimmstenfalls weiß er heute selbst noch nicht, wo nach der Wahl seine Schmerzgrenze liegen wird.

Dann also: Glück auf, Europa!

Was heißt es, sich von den USA als Führungsmacht zu emanzipieren? Es heißt zunächst einmal, den USA weniger freundlich gegenüber zu stehen. Die öffentliche Verächtlichmachung des Präsidenten stößt über dem großen Teich vermutlich eine Welle des Patriotismus an, denn davon auszugehen, dass die US-Bürger genauso wenig wüssten, wann es Zeit ist, sich als eine Nation zu verstehen und hinter dem Präsidenten zu versammeln, wie es die Deutschen nach über 70 Jahren ReEducation nicht mehr wissen, wäre ein fataler Irrtum. Man kann als Amerikaner ein erklärter Gegner des amtierenden Präsidenten sein, aber wenn ein Ausländer den Präsidenten beleidigt, dann sind alle Amerikaner beleidigt.

Es fällt in unserer, die Nachrichten mit Freund und Feind-Botschaften modulierenden Welt gar nicht auf, weil diese Ähnlichkeiten übertüncht werden, dass die Sprache des nordkoreanischen Kim Jong Un und die Sprache führender deutscher Politiker in Richtung US-Präsident sich kaum mehr unterscheiden.

Hätten die Platzhirsche der GroKo tatsächlich so viel Angst vor einem russischen Angriff, würden sie die Sorgenfalten ihrer Kollegen im Baltikum wirklich ernst nehmen, sie kämen nie auf die Idee, wegen einer Amtszeit eines US-Präsidenten, der die Dinge etwas anders sieht als seine Vorgänger vorgaben, sie zu sehen, die Verbindungen zum großen, militärisch überlegenen Bruder zu kappen.

Es geht um ein sehr komplexes Geschäftsmodell, das Trump verändern will. Dieses Geschäftsmodell ist ein Geschäftsmodell, das über alle Nationalstaaten hinweg von Personen betrieben wird, die von niemandem gewählt wurden und die versuchen, ihren Vorteil zum Schaden aller Menschen auf allen Kontinenten zu erringen.

Es ist die Mafia der Global Player, welche nicht nur die Finanzmärkte, sondern auch die Warenmärkte überall da bereits unterwandert hat, wo willige Politiker ihnen den Weg frei gemacht haben. Die ohrenbetäubende Propaganda gegen Russland und Putin verfolgt kein anderes Ziel, als möglichst bald auch die russischen Ressourcen und die russische Bevölkerung unter ihre Kontrolle zu bringen. Die Verschärfung der Beziehungen zu China folgt dem gleichen Plan. Ein Plan, der letztlich auf jene Eine-Welt-Regierung zuläuft, in der es ähnlich ehrenwert zugehen wird, wie heute in den Führungsgremien der FIFA.

Eine USA, in der sich die wirtschaftlichen Prozesse nicht mehr beliebig durchsetzen lassen, weil der Präsident Amerika wieder groß machen will, eine USA, in der die Beschäftigten wieder einen höheren Anteil am BIP zu ihrer Verfügung erhalten sollen, um auf Basis eines lebendigen Binnenmarktes Wohlstand zu schaffen, ist dieser Mafia ein Graus, denn sie würde sich doch tatsächlich - von einem anderen Entwicklungsstand aus - auf das russische Modell zubewegen und die Freiheiten des Kapitals zwangsläufig beschneiden.

Nun sind in Europa vor allem die Deutschen voll auf dieses Geschäftsmodell abgefahren, was meiner Meinung nach damit zu tun haben wird, dass die Macht der Lobby so groß ist, wie sie ist, und die Macht der Arbeitnehmervertreter so lächerlich gering, wie sie ist, und es mag daran liegen, dass die Chefstrategen der so genannten demokratischen Volksparteien sich erhoffen, durch die wirtschaftliche Überlegenheit ein politisches Erpressungspotential aufbauen zu können, das ein Europa unter faktisch deutscher Hegemonie als die "Vereinigten Staaten von Europa" erzwingen könnte und damit dem Teil der besonders auf Europa setzenden Global Player einen Vorteil zu verschaffen, der sich womöglich irgendwann mit Brotkrümeln von Parteispenden wieder auszahlt. Merkel, Gabriel und Schulz versuchen doch im Grunde mit ihren aktuellen Redebeiträgen nichts anderes, als den Stiefel, den Trump leer in Europa stehen lässt, so schnell wie möglich an die eigenen Füße zu bekommen.

Die Briten haben sich diesem Diktat durch den BREXIT in weiser Voraussicht bereits entzogen.

Je deutlicher werden wird, wie dieses Europa, das sein Schicksal selbst in die Hand nimmt, wirklich aussehen wird, desto größer werden die Fliehkräfte innerhalb der EU werden.

Eine verrückte Annahme zum Schluss:

Es müssen nicht die Italiener oder die Franzosen sein, die den Briten folgen, im Gegenteil, die beiden werden zunächst versuchen, durch "Geheimdiplomatie" zum Kern einer Antideutschland-Fraktion in der EU zu werden und weitere Länder mehr oder weniger eng an sich zu binden.

Ich halte es auch nicht für wahrscheinlich, dass Griechenland noch den Mut aufbringt, sich zu verabschieden. Der Zug ist abgefahren. Das Land ist ausgeblutet und hängt im Koma am Tropf von EU-Institutionen.

Doch was wäre, wenn Ungarn, Polen, Litauen, Lettland und Estland sich aus der EU verabschiedeten, um sich dem russisch-chinesischen Wirtschaftsraum und Verteidigungsbündnis anzuschließen.

Der Gedanke ist meines Erachtens gar nicht so verrückt, wie er auf den ersten Blick erscheint.

Die Angst vor dem russischen Überfall wäre damit endlich wirklich unbegründet - und die Angst, dass Deutschland oder die EU-Armee einmarschieren, um die Gebiete für die EU zurückzuerobern kann auch nur kranken Hirnen entspringen. Alle diese Staaten haben ihre Wirtschaft inzwischen recht gut aufgestellt, so dass sie als Handelspartner, frei von Sanktionspflichten, für Russland ein echter Gewinn wären.

Außerdem gehören sie alle zu jenen Staaten, die in Fragen der Flüchtlingspolitik nicht auf dem verordneten EU-Kurs unterwegs sind, und ob ihnen das Klimaschutzabkommen nun wirklich so wichtig ist, dass sie deswegen unbedingt in der EU bleiben müssten, wage ich auch zu bezweifeln.

 

 

 

 

 

Schaukeln, nicht Verschaukeln lassen!

 

Es geht immer nur ums Geld.

Geld ist ein sonderbares Ding.

Wer das Geld versteht, versteht die Wirtschaft, den Wachstumszwang und die Entstehung des Wohlstands der Reichen.

 

2005 erschien die Erstausgabe des dritten Bandes meiner wahnwitzigen Wirtschaftslehre mit dem Untertitel

"Über das Geld"

2007 wurde er Teil der überarbeiteten Gesamtausgabe und wird bis heute nachgefragt und gelesen.

mehr

 

Samirah Kenawi

hat mit "Falschgeld - Die Herrschaft des Nichts über die Wirklichkeit" ein weiteres Standardwerk über das Geld im EWK-Verlag veröffentlicht, das aufgrund des nicht nachlassenden Interesses ebenfalls immer wieder nachgedruckt wird.

 

mehr

 

 Thomas Koudela

beschäftigt sich in seinem Werk "Entwicklungsprojekt Ökonomie" mit der Frage, wie eine Marktwirtschaft ohne Kapitalismus gestaltet werden könnte und trifft auch dabei wesentliche Aussagen zum Geld und über seine Wirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft.

mehr

 

 Stefan Mekiffer

hat im Hansa Verlag seine Überlegungen darüber veröffentlicht, "Warum eigentlich genug Geld für alle da ist".

Wir haben einige Exemplare davon für Sie auf Lager gelegt.

 

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Manfred Gotthalmseder

hat sich, wie vorher schon Koudela, der Frage des Geldsystems im Postkapitalismus gewidmet und die Möglichkeiten zu seiner Gestaltung um ein interessantes neues Konzept erweitert.

 

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Es geht auch anders.

Ein Buch, das sich der Frage annimmt, in welcher Welt wir eigentlich leben - und warum.

 

Aus dem Blickwinkel einer Frau, die ihre komfortable österreichische Heimat verlassen hat, um im Norden Kenias auf eigene Faust Entwicklungshilfe zu leisten, wird zumindest klar, dass wir nicht in einer, sondern in zwei Welten leben, was in Nyagas Geschichten bisweilen zu bizarren Überraschungen führt.

 

 

Heide S. Nyaga, Wann denn, wenn nicht jetzt?

 

(Würde ich auch empfehlen, wenn es woanders erschienen wäre.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 
 

 

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