hierverbirgtsicheingeheimnis


20. Mai 2017

09.30 Uhr Bull Riding in Washington

Mr. President hat sich nun 120 Tage auf dem wilden Bullen gehalten, der alle Anstrengungen unternommen hat, sich des ungewohnten Reiters zu entledigen. Ist Donald Trump im Grunde ein Rodeo-Star?

In gewisser Hinsicht, ja.

Nun droht er ausgerechnet über jenen strategischen Ansatz zu stürzen, der Hoffnung machte, die Welt könne ein Stück sicherer werden, indem die USA und Russland das Kriegsbeil begraben und gemeinsam die Friedenspfeife rauchen. Offenbar sind den amerikanischen Vordenkern der Hass auf die Russen und die daran zu schürenden Kriegsfeuerchen jedoch sehr viel wichtiger als der Weltfrieden.

Wie absurd sind doch die Vorwürfe, die man Donald Trump macht! Er und sein Team hätten schon vor der Amtseinführung mit russichen Diplomaten Gespräche geführt, heißt es. Ein schlimmes Verbrechen? Er habe in einer Konferenz mit dem russischen Außenminister Staatsgeheimnisse ausgeplaudert?

Da stellen sich mir die Nackenhaare auf!

Selbstverständlich sollte ein Politiker, der im Wahlkampf verspricht, das Verhältnis zu Russland maßgeblich verbessern zu wollen, die Aussichten auf das Gelingen eines solchen Unterfangens geprüft haben. Dazu sind meines Erachtens "inoffizielle" Gespräche des Kandidaten mit seinen künftigen Verhandlungspartnern unerlässlich.

Selbstverständlich sollte der mit den größten Machtbefugnissen ausgestattete, gewählte Präsident die volle Freiheit besitzen, "Staatsgeheimnisse" zu offenbaren, wenn er der Überzeugung ist, damit Vertrauen zu schaffen oder Verhandlungspositionen zu erläutern oder auch einen gewissen Druck auszuüben - sogar dann, wenn er die Geheimnistuerei seiner Dienste einfach nur für albern und hinderlich hält.

Wenn Donald Trump dazu sagt, es handle sich um die größte Hexenjagd in der Geschichte der Vereinigten Staaten, dann hat er Recht.

Wo US-Präsidenten seit den 90er Jahren damit beschäftigt waren, die Grenze zu Mexiko zu sichern, und inzwischen rund 1.400 Kilometer mit Zäunen und Mauern befestigt sind, was niemand in den USA zu Massenprotesten bewegte, stemmt sich Trump, der nichts anderes versucht, als die längst begonnene Aufgabe zu Ende zu bringen, nun erbitterter Widerstand entgegen. Warum? Entweder, die Gründe für die Abschottung gegenüber Mexiko waren von Anfang an falsch, dann hätte Clinton nicht mit dem Mauerbau beginnen dürfen und Bush jr. und Obama hätten ihn nicht fortsetzen dürfen, oder sie waren von Anfang an richtig, dann gäbe es keinen vernünftigen Grund, Trump deswegen anzugreifen.

Waren es nicht die Republikaner, die mit hochroten Köpfen und hervorquellenden Zornesadern versuchten, "Obamacare" zu verhindern? Wie also können sie nun Trump die Gefolgschaft verweigern, wenn er dieses umstrittene Gesetzeswerk wieder rückgängig machen will? Entweder, es war von vornherein nur dümmliche Parteitaktik, dagegen zu sein, oder es ist jetzt ein Teil der Hexenjagd, so zu tun, als sei man mit ganzem Herzen dafür!

Und dann die Wirtschaftspolitik. Wieder Jobs in Amerika zu schaffen heißt zwingend, weite Teile der in Niedriglohnländer abgewanderten Industrien zurückzuholen. Selbstverständlich ist diese Absicht am sichersten dann zu erreichen, wenn die Konditionen für die Produktion im Inland verbessert werden (Steuersenkungen) und die Konditionen für die Produktion im Ausland verschlechtert (Zölle). Auf diese Weise wird auch der Abfluss von Finanzmitteln ins Ausland reduziert und die Notwendigkeit zur Ausweitung der Verschuldung verringert.

Will Trump nicht auch die Rüstungsausgaben senken, die Auslandsaktivitäten des Militärs zurückfahren? Alles wäre möglich, wenn die sorgsam gepflegten Feindbilder schrittweise abgebaut würden und klar wird, dass zur Selbstverteidigung der seit Jahrhunderten von keinem anderen Staat mehr angegriffenen USA nicht 600 Milliarden Dollar pro Jahr erforderlich sind, sondern deutlich weniger als die Hälfte. Doch solange die Hassprediger glauben machen, Russland strebe mit Wunderwaffen nach der Weltherrschaft und könne jeden Augenblick losschlagen, und ein Präsident, der den Militäretat kürzen wolle, sei ein Agent Russlands, kann Trump sich dieser Verleumdung nicht anders erwehren, als selbst die Muskeln spielen zu lassen.

Seit ungefähr einem Jahr stelle ich die Pläne und Absichten Trumps in meinen Kommentaren positiv dar. Und schon vor einem Jahr hegte ich Befürchtungen, Trump könne an der Umsetzung massiv gehindert werden. Allerdings meinte ich eher, dass ihn die Kugel eines geistesgestörten Einzeltäters treffen könnte...

Dass der Tiefe Staat sich in der Sicherheit wiegen könnte, einen, der tatsächlich etwas ändern will, im meterhohen Mist des Augiasstalles einfach versinken lassen zu können, damit hatte ich nicht gerechnet. Doch womöglich hat Trump irgendwann einmal die griechische Mythologie verinnerlicht. Herkules-Aufgaben sind nicht mit den herkömmlichen Mitteln zu erledigen. Herkules vereinigte die Wasser von zwei Flüssen, ließ sie durch den 30 Jahre nicht ausgemisteten Stall fließen, in dem 3.000 Rinder standen, und schaffte es, den ganzen Mist der Vergangenheit innerhalb der Frist, die ihm zugebilligt war (es war nur ein Tag) aus dem Stall zu schaffen.

Trump versucht über die modernen Kommunikationsmittel, vor allem Twitter, die politischen Ströme der Amerikaner zu vereinen und sie als reinigende Kraft zu benutzen, die von Lobbyisten bestimmte Politik der USA zu beenden und wieder Politik für das amerikanische Volk zu gestalten.

Trump ist kein Halbgott, wie Herkules es war. Sein Schicksal ist auch nicht von den Göttern des Olymp bestimmt.

Bei Sciences Files wurde jüngst in einem Beitrag darauf hingewiesen, dass nirgends auf der Welt so negativ über Donald Trump berichtet wird, wie in der deutschen ARD. Das macht ein bisschen Hoffnung, dass er auch das nun angestrebte Amtsenthebungsverfahren überstehen könnte.

Sollte er stürzen, kann das nur die Bestätigung der lange gehegten Vermutung sein, dass auch US-Präsidenten keine Chance haben, das zu tun, was sie für richtig und wichtig halten, solange sich das nicht mit den Interessen der wahren Mächtigen im Hintergrund deckt.

 

Ach, wie einfach ist es hingegen, im eigenen Garten ein Gerätehaus aus Blech zu errichten.

Ein schier unentwirrbares Puzzle aus Blechteilen, Säcke voller Schrauben und anderer Kleinteile - und dazu eine reich bebilderte, jedoch nahezu unbeschriftete so genannte "Montage-Anleitung".

Nach Herstellerangabe soll das Werk von zwei Personen innerhalb von sechs Stunden vollbracht werden können.

Die letzten vier Tage habe ich mich da durchgebissen.

Am Mittwochabend, nachdem die Seitenwände endlich standen, stellte ich begeistert fest, dass die Beplankung für das Dach zu kurz ist. Entweder, ich schraube die Platten am First fest, dann passen die Löcher an den Seitenwänden nicht, oder ich schraube sie an den Wänden fest, dann klafft oben an beiden Seiten eine Lücke von fast einem Zentimeter.

Am Donnerstag habe ich - unkonventionell - den Hauptträger im First so gespalten, dass die Lücke nun in der Mitte lag und die Beplankung angeschraubt werden konnte. Danach habe ich - mit Hilfe von Schraubzwingen und roher Gewalt - den Haupträger wieder zusammengepresst. Und siehe da, nun ließen sich auch die Firstplatten fast mühelos aufschrauben.

Meine Mutter sagt bei solchen Gelegenheiten: "Dumm darf der Mensch sein, er muss sich nur zu helfen wissen."

Ich hoffe, dass auch Donald Trump bei allen noch folgenden Schwierigkeiten eine Möglichkeit finden wird, sich aus der Klemme zu helfen. Er ist ja nur drei Jahre älter als ich. Das wird er schon noch schaffen.

 

 

 Betriebswirtschaftslehre, für alle, die es noch mal wissen wollen,
weil die Theorie zu theoretisch war und die Praxis zu praktisch ist.
Fabian Dittrich bei EWK

 

 

Schaukeln, nicht Verschaukeln lassen!

 

Es geht auch anders.

Ein Buch, das sich der Frage annimmt, in welcher Welt wir eigentlich leben - und warum.

 

Aus dem Blickwinkel einer Frau, die ihre komfortable österreichische Heimat verlassen hat, um im Norden Kenias auf eigene Faust Entwicklungshilfe zu leisten, wird zumindest klar, dass wir nicht in einer, sondern in zwei Welten leben, was in Nyagas Geschichten bisweilen zu bizarren Überraschungen führt.

 

 

Heide S. Nyaga, Wann denn, wenn nicht jetzt?

 

(Würde ich auch empfehlen, wenn es woanders erschienen wäre.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Der Weg zum Wohlfühlgewicht
beginnt auf der Waage.

 

Hier
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Sprachverwirrung
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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 
 

 

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