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4. April 2017

08.30 Uhr Der 50-Euro-Gedenkschein ist da

Quasi in letzter Minute vor dem Ableben des Euro hat die EZB noch einmal eine druckfrische Sammler-Edition des 50-Euro-Scheines aufgelegt.

Der neue 50-Euro-Schein soll wieder exakt 50 Euro wert sein, was durch ein Neuaufsetzen der Inflationsstatistik (April 2017 = 100) erreicht werden soll.

Dennoch kann der neue Fünfziger weiterhin im Verhältnis 1:1 gegen die alten, seit der Euro-Einführung durch gezielte Inflation auf - je nach Warenkorb - ca. 35 Euro abgewerteten Scheine eingetauscht werden können.

Doch auch für den neuen Schein gilt das Inflationsziel von knapp unter 2% jährlich, so dass der Wert des neuen Scheines nicht lange bei 50 Euro stehen bleiben wird.

Um jene Exemplare des Gedenkscheines, die in die Tresore der Sammler wandern, vor der Inflation zu schützen und jährliche Wertsteigerungen von fünf bis fünfzehn Prozent zu gewährleisten, wird die EZB heute erstmals sogenannte Ersttagsnoten auf den Markt werfen. Diese Ersttagsnoten werden in einer pinkfarbenen Schmuckkassette angeboten, je zwei Scheine, superglatt von beiden Seiten auf ein fälschungssicheres Trägermaterial aufgezogen, so dass Vorder- und Rückseite auf der Vorder- und Rückseite des Trägers erscheinen. Die Sammler-Gedenkscheine werden zudem beidseitig von Hand mit dem Schmuck-Tagesstempel des Ausgabetages versehen. Der Ausgabe-Kurs für die beiden Sammler-Scheine in der pinkfarbenen Kassette wird auf 25 Euro festgesetzt. In das Trägermaterial ist ein Minichip samt einer Mini-Solarzelle und einem Mini-Lautsprecher eingearbeitet. Immer dann, wenn der Gedenkschein länger als fünf Minuten dem Tageslicht ausgesetzt wird, lässt diese sinnreiche Vorrichtung die EZB-Hymne aus Beethovens Neunter, dargeboten von der Vollversammlung der Fischer-Chöre, ertönen: "Seid umschlungen, Milliarden - es trügt der Schein die ganze Welt"

Mit dieser Sammler-Edition, deren gestempelte Scheine natürlich nicht mehr im Barzahlungsverkehr verwendet werden können, erhofft sich Mario Draghi von der globalen Sammler-Elite monatlich rund 60 Milliarden Euro aus der selbstverursachten Geldschwemme wieder einsammeln zu können. (Ein Scherz!)

Mit etwas Glück, so ließ der Pressesprecher der EZB wissen, befinden sich unter den so eingesammelten Scheinen auch ein Teil jener Fälschungen, die insgesamt einen Schaden von 1,2 Millionen Euro angerichtet haben.

Dies ist natürlich Unfug. 1,2 Millionen - aus 24.000 ungedeckten 50-Euro-Scheinen das ist kaum mehr als der zweimillionste Teil jener 2,3 Billionen Euro, die von der EZB mit mäßigem Erfolg zur Erzeugung der Inflation in den Markt geworfen wurden, bzw. bis Ende des Jahres noch geworfen werden werden. Wie mit diesem Fliegenschiss von Falschgeld, im Vergleich zum Kuhfladen der EZB noch ein irgendwie erkennbarer Schaden angerichtet werden soll, ist nicht nachvollziehbar.

Man muss sich das verdeutlichen: Draghis Geldschwemme macht pro Kopf der Bevölkerung der Euro Zone einen Betrag von ca. 6.750 Euro aus, die falschen Fünfziger traditioneller Fälscher hingegen nur 1/3 Cent, 0,0035 Euro.

Diese 6.750 Euro wurden jedem der 340 Millionen Menschen der Euro-Zone gestohlen!

Wenn jemand, der kein Geld hat, sich welches druckt, und damit etwas kauft, dann ist er ein Geldfälscher. Wenn dieser Geldfälscher seine Blüten gegen weitgehend wertlosen Tand verkauft, um sie in breiter Streuung in Umlauf zu bringen, obwohl die angekauften Papiere nie wieder zum gleichen Wert (Kaufkraft! - Nicht nominal und inflationiert) wieder verkauft werden können, dann ist er entweder Teil einer kriminellen Vereinigung, die - bevor die Blüten welken - mit Abermilliarden Falschgeld echte Werte erwirbt und sich somit bereichert, oder er ist ein Volltrottel, der besser in einer geschlossenen Anstalt aufgehoben wäre.

Allerdings leben wir in einer Welt, in welcher das Verrückte normal und das Normale verpönt ist, so dass es von allen Regierungen der Euro-Zone schlicht hingenommen, ja von einigen sogar freudig begrüßt wird, dass die Währung durch Verdünnung verdorben wird.

So betrachtet, ist Mario Draghi ein Kommunist, der sich auf Lenin berufen kann. Denn Lenin war überzeugt:

Wer die Kapitalisten vernichten will, braucht weder Gewehre noch Guillotinen. Es reicht, ihre Währungen zu zerstören.

Lenin irrte. Nicht der Kapitalismus wird zerstört - nur die von den Kapitalisten gehaltene Bevölkerung wird final zu Gunsten des Kapitals ausgequetscht. Ein Vorgang, der dem Schlachten der alten Milchkuh ähnelt, deren Platz im Stall schon für eine junge, trächtige Kuh mit hoher Milchleistung fest eingeplant ist.

Dass sich dabei ein paar Kleinganoven aus dem kapitalistischen Kasino verspekulieren und aus den Fenstern springen ist nicht die Zerstörung des Kapitalismus. Der Kapitalismus befreit sich damit nur von ein paar Zecken im Pelz.

Beachten Sie im verlinkten Artikel unbedingt den Schlusssatz von
 
1998
"Überdies wacht ja die Europäische Zentralbank darüber, daß stets nur so viel Geld hergestellt wird, daß die Kapitalisten, wie Lenin sie nennt, sich keine Sorgen zu machen brauchen."
 

 

Schaukeln, nicht Verschaukeln lassen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 
 

Es geht auch anders.

Ein Buch, das sich der Frage annimmt, in welcher Welt wir eigentlich leben - und warum.

 

Aus dem Blickwinkel einer Frau, die ihre komfortable österreichische Heimat verlassen hat, um im Norden Kenias auf eigene Faust Entwicklungshilfe zu leisten, wird zumindest klar, dass wir nicht in einer, sondern in zwei Welten leben, was in Nyagas Geschichten bisweilen zu bizarren Überraschungen führt.

 

 

Heide S. Nyaga, Wann denn, wenn nicht jetzt?

 

(Würde ich auch empfehlen, wenn es woanders erschienen wäre.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bücherstube


 

Der Weg zum Wohlfühlgewicht
beginnt auf der Waage.

 

Hier
könnten Sie ihn fortsetzen.


 Priester Messident

Sprachverwirrung
Babel, babbel, brabbel

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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 
 

 

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