hierverbirgtsicheingeheimnis

17. Februar 2017

09.30 Uhr Die Ahnungslosen und der Legehahn

Untersuchungsausschüsse, und vor allem parlamentarische, bringen nur dann etwas ans Licht, wenn es schon vorher offenkundig war und die Untersuchung sich gegen die Opposition richtet. Wer sich darüber noch wundern will, darf das gerne tun, aber bitte nicht hier.

Was ein(e) Verantwortiche(r) nicht wissen will, das hat si_e*r auch nie gewusst. Das kann gar nicht anders sein, denn sonst wären ganz und gar ehrenwerte Mitglieder der Gesellschaft ja nichts anderes als dreiste Lügner.

So haben wir nun gestern erfahren, dass sich das BK (Bundeskanzleramt) um die Dienste kümmert - und wer da meint, sich unbedingt an etwas erinnern zu müssen, sei selber schuld. Ruhmreich glänzen die Inhaber der größten Erinnerungslücken.

Wenden wir uns also lieber einem wirklich wichtigen Thema zu, das mit dem von einigen schon befürchteten Heraufdräuen einer R2G-Koalition noch mehr an Gewicht erhalten wird.

 

Der Legehahn

Die Legehenne Berta,
berühmt für ihre mehrfach ausgezeichneten
Bio-Freiland-Eier
aus artgerechter Haltung,

meinte eines Tages,
erst nur zu sich selbst,
bald darauf jedoch öffentlich,
vom Misthaufen herab,

dass sie ja schließlich auch ein Hirn habe.

"Klein, aber fein - und mein", gackerte Berta,
nachdem sie den Gipfel des Misthaufens
erklommen hatte.

Wenige Tage später
gab sie von ebenda kund:
"Ihr wisst ja schon, ich habe ein Hirn,
doch nun ist auch ein Gedanke drin."

Und obwohl kein Huhn weit und breit
Interesse zeigte,
obwohl alle Hühner verbissen hackten und pickten,
erklärte Berta,
vom Gipfel des Misthaufens aus,
den sie seither nicht mehr verlassen hatte:
"Alle Hühner sind gleich!"

Zum Beweis hub die Legehenne Berta an,
wie ein Hahn zu krähen.

Dok,dok,dok,dok, dooouuugh!
Dok,dok,dok,dok, dooouuugh!

So sehr sie sich auch bemühte,
es wollte und wollte
ihr kein Kikerikiiii
gelingen.

Dennoch verharrte sie kampfeslustig
auf dem Gipfel des Misthaufens.

Von wo aus ihre mehrfach ausgezeichneten
Bio-Freiland-Eier
aus artgerechter Haltung
nun Tag für Tag,
mal langsam, mal etwas schneller,
über den dampfenden Mist in die Güllerinne
kugelten.

Wenig später begann sie damit,
ihre Artgenossinnen nach Art des Hahnes
zu bespringen, was nicht einfach war.

"Befreie dich!", gackerte sie dabei.
"Du bist ein freies Huhn!
Henne,
das ist doch nur ein aufgezwungenes
Rollenbild!"

Alsbald versammelten sich insgesamt
drei ehemalige Legehennen, Berta, Ute und Hilde,
hoch auf dem Mist.

Ihre mehrfach ausgezeichneten
Bio-Freiland-Eier
aus artgerechter Haltung
kullerten Tag für Tag
mal langsam, mal etwas schneller,
über den dampfenden Mist in die Güllerinne.

Der Hahn,
vom vielen Krähen müde geworden,
hatte dem Treiben lange schweigend zugesehen.

Einer plötzlichen Eingebung folgend,
nicht ohne verletzten Stolz
und mit vor Zorn geschwollenem Kamm,
flatterte er
mühsam zwar,
doch erfolgreich,
zu seinem angestammten Platz.

Weil auf dem Mistgipfel aber kein Platz mehr war,
landete er krachend
mit je einem krallenbewehrten Fuß
auf Ute und Hilde,
so dass er
auf Berta, in deren Bunde die Dritte,
hinabsehen konnte.

Berta schaute ihn scheel von unten her an.

"Hier ist der Platz der freien Hühner!",
gackerte sie ihm aufgebracht entgegen.
"Du bist noch in deinem falschen Rollenbild
gefangen! Mach dich frei - und leg ein Ei!"

Woraufhin Ute, Hilde und Berta im Chor ihr lange einstudiertes Krähen vernehmen ließen
Das war zwar immer noch kein "Kikerikii",
aber auch kein "Dok,dok,dok,dok, dooouuugh!",
sondern ein dreistimmig, disharmonisch
klagend vorgetragenes

"Diskriminiiii - Diskriminiee -Dyskrymynyyy"

 

Der Hahn,
der sich bewusst war,
noch nie im Leben ein Ei gelegt zu haben,
wurde kleinlaut.

Stieg von Ute und Hilde herunter,
wendete sich ab, suchte
eine ruhige Ecke in der Scheune,
scharrte etwas Stroh zu einem Nest
zusammen und dachte sich:
"Denen werd' ich's zeigen!"

Ganz in sich versunken
und von einem überirdischen inneren Licht erleuchtet,
erkannte er, dass er nicht nur ein freies Huhn, sondern darüber hinaus als lesbische Henne im Körper eines Hahnes gefangen war.

Über der Frage,
ob eine lesbische Henne
im Körper eines Hahnes
im Grunde nicht einem schwulen Hahn
im Körper eine Henne gleichzusetzen sei,
transzendierte seine Seele ins Ungewisse
und so vertransgenderte der stolze Hahn,
bis von ihm nur noch ein kümmerliches
Häufchen Elend übrig blieb.

Die Bäuerin,
leidgeprüft, weil der Bauer sich davongemacht hatte,
um sich zur PETA-Aktivistin umschulen zu lassen,
was nun schon Jahre her war,
Sah dem Treiben lange zu.

Dann resümierte sie:

"Der Hahn,
völlig wirr,
drei Hennen, ebenso wirr,
nur andersrum,
und das bei rückläufigem Ertrag in der Sparte
Bio-Freiland-Ei aus artgerechter Haltung,
es muss etwas geschehen."

Die Gummistiefel,
mit extra hohem Schaft,
die Arbeitshose aus rohem Zwillich,
ein ackergrünes Arbeitshemd
mit bis zum mächtigen Bizeps hochgekrempelten Ärmeln,
zeugten von wilder Entschlossenheit und
gaben ihr - zur Freude von Hilde, Ute und Berta -
ein maskulines Aussehen

Mit festem Schritt erklomm sie
Bertas Olymp.
Den Legehahn holte sie sich später.

Fürs Erste haben die vier bei minus 18 Grad
in der Tiefkühltruhe ihr neues Zuhause gefunden.

Nur Bertas Gedanke ist - wie alles jemals Gedachte - einfach nicht totzukriegen.

 

Sollte es jemals einen Untersuchungsausschuss zur Frage geben, wer wohl die Schuld daran trage, dass im Reichstag nicht schon beim Erstbezug durch den Deutschen Bundestags hinreichend viele, diskriminierungsfreie geschlechtsneutrale Toiletten eingebaut und mit den vorgeschriebenen Fett-, Kartoffelstärke- und Kokain-Abscheidern ausgerüstet wurden, dann weiß ich schon jetzt, wer auch davon wieder einmal nie etwas gehört haben wird.

 

 

 

 

 

 

Bücherstube


 

Der Weg zum Wohlfühlgewicht
beginnt auf der Waage.

 

Hier
könnten Sie ihn fortsetzen.


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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 
 

 

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