hierverbirgtsicheingeheimnis


21. Januar 2017

09.00 Uhr Der Neue ist vereidigt

und die Transatlantiker hierzulande werden nicht müde, Gift und Galle zu spucken.

Es ist schon ein absonderliches Schauspiel, das hier auf der deutschen Bühne aufgeführt wird, wie es bisher noch bei keiner Amtseinführung eines US-Präsidenten zu beobachten war. Es sind diesmal nicht diejenigen, denen - wegen ihrer Kritik an der US-Politik - sonst stereotyp vorgehalten wird, Amerika-Hasser zu sein, die sich mit ganz, ganz üblen, den Menschen und das Amt beschädigenden Kommentaren bis zum Abkippen aus dem Fenster lehnen - nein, diesmal sind es die so genannten "Eliten" und die sich elitär gerierenden Medien, wie z.B. die ZEIT oder das Handelsblatt, die Häme und Spott über Donald Trump ausschütten und sich damit mit dem künftigen Bundespräsidenten in ihrer kämpferischen Ablehnung einig sind.

Es wird nach allen Regeln der psychologischen Kriegsführung ein Feinbild aufgebaut, das sich nur in Details von jenen Feindbildern unterscheidet, die der Welt als "Saddam Hussein" und "Muammar al-Gaddhafi" vorgestellt wurden, um sie von der weltweit operierenden Kavallerie jagen und umbringen lassen zu können, weil sie etwas hatten, was das Imperium haben wollte.

Nun hat Donald Trump "die Macht" und das Imperium will sie ihm wieder abjagen, will nicht gestatten, dass er auch nur einen Schritt auf dem Weg geht, den er gehen will, will nicht gestatten, dass der seine Ziele auch nur ansatzweise erreichen kann.

Dies lässt überdeutlich erkennen, dass die USA nicht jener monolithische Block aus Kapital, Wirtschaft, Militär und Regierung sind, als der sie wahrgenommen werden wollen und oft genug wahrgenommen wurden, sondern dass das Herzland des Imperiums nichts anderes ist, als eine von vielen Kolonien jener bisher unsichtbaren Macht, welche die westliche Welt wie ein Pilzmyzel durchwuchert und nur hin und wieder sichtbar wird, wenn die oberirdischen Fruchtkörper wie von Geisterhand und praktisch über Nacht zum Vorschein kommen. Diese Macht fühlt sich von Donald Trump aufs Äußerste bedroht und wird nicht müde werden, ihn zu bekämpfen, bis sie wieder die Oberhand gewonnen hat.

Im Rahmen des alle zwei Monate erscheinenden Dossiers "EWK-Zur Lage" habe ich schon im März letzten Jahres - da war Trump noch gar nicht als Kandidat der Republikaner nominiert - auf die Risiken und Chancen seiner Präsidentschaft hingewiesen, in der festen Überzeugung, dass es ihm gelingen wird, die Wahl zu gewinnen. Nachstehend mache ich diese vor 10 Monaten getroffene Einschätzung allgemein zugänglich:

EWK - Zur Lage
Stand 16. März 2016


USA - Donald Trump

Seit vielen Jahren schon tauchte Donald Trump immer wieder in den Schlagzeilen auf. Mal, weil er so unsäglich reich geworden war, mal, weil er sein ganzes Vermögen wieder verspielt hatte, mal, weil man ihn für einen mit allen Wassern gewaschenen Spekulanten hielt, mal weil man ihm unsaubere Geschäfte nachsagte.

Ich habe das immer am Rande mitverfolgt und mich im Grunde über nichts mehr gewundert, was über diesen Mann berichtet wurde. Für mich ist Trump ein professioneller Glücksspieler, der auch bei höchsten Einsätzen nicht die Nerven verliert - vielleicht, weil er gar keine hat - und jeden harten Schlag mit einem lächelnden Pokerface quittiert. Eine grobe Zusammenfassung über Trumps Vita gibt es hier bei Wikipedia.

Nun strebt er erfolgreich danach als 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ins Weiße Haus einzuziehen. Seine Nominierung als Kandidat der Republikaner ist so gut wie sicher, und Hillary Clinton, die von den Demokraten ins Rennen geschickt werden wird, kann meines Erachtens nicht an ihm vorbeiziehen, weil Trump sich geschickt als Volksheld inszeniert, weil er den amerikanischen Traum des Selfmademans verkörpert, und weil er in seinen Reden einen anderen, ja unvorsichtigen Ton anschlägt, der ihn bei den Wählern als authentisch und kraftvoll erscheinen lässt, während Hillary Clinton eher für ein langweiliges "Weiter-So" steht und nicht verhindern kann, dass der "Spirit of Bill" stärker wahrgenommen wird als sie selbst.

Richten wir uns also darauf ein, dass Donald Trump demnächst tatsächlich zum Präsidenten der USA gewählt werden wird.

Was ist für die Welt von diesem Mann in diesem Amt zu erwarten?

Zunächst einmal eine überwältigende Ahnungslosigkeit

Er mag zwar als Unternehmer immer wieder mit der Politik in Kontakt gekommen sein, er mag als Republikaner viele Freunde auch in hohen Positionen im politischen Establishment haben, mit deren Hilfe er sich Einblicke in das Regierungsgeschäft verschaffen konnte, doch letztlich geht er als blutiger Anfänger an den Start, dessen ganzes politisches Kapital aus einem grenzenlosen Selbstvertrauen besteht.

Das muss nicht ungünstig sein. Trump ist ein Pragmatiker und er wird auch das Präsidentenamt pragmatisch ausfüllen. Frei von oft jahrzehntealten Vorstellungen und Bedenken kann er unbefangen auf die USA, ihre Stellung in der Welt, ihre Probleme und ihre Entwicklungsmöglichkeiten schauen und so manchen gordischen Knoten, an dem sich seine Vorgänger ergebnislos abgearbeitet haben, einfach links liegen lassen, weil er gar nicht weiß, dass es den gibt.

Dazu ein Gespür für das Machbare

Seine bisherige persönliche Geschichte belegt das. Dieses Gespür hat ihn auch den Schritt zur Kandidatur wagen lassen - und es wird ihn auch als Präsident nicht verlassen.
Dies erachte ich als einen absoluten Pluspunkt, sowohl für die USA und die Amerikaner als auch für die gesamte Staatengemeinschaft der Welt, weil seine weltpolitischen Ambitionen sich von vornherein auf das Machbare beschränken werden, weil er einen Horror davor hat, zu verlieren, und sei es nur das Gesicht.

Trump wird meines Erachtens keinen Krieg beginnen, der nicht mit Er-reichen eines vorher definierten Zieles innerhalb kurzer Zeit erfolgreich beendet werden kann. Trump wird möglicherweise den Militärhaushalt zurückfahren, die Zahl der ausländischen Stützpunkte reduzieren und die Mannschaftsstärke ausdünnen.
Zugleich wird er versuchen, die Abhängigkeit der USA von Importen zu reduzieren und wieder eine starke produzierende Industrie zu installieren. Beides ist Ergebnis eines ökonomischen Denkens, das dazu anhält, sich von überflüssigem Ballast zu trennen und das essentielle Kerngeschäft zu stärken. Die Ankündigung, mit Strafzöllen dafür zu sorgen, dass outgesourcte Produktionen wieder in die USA zurückverlagert werden sollen, wird er auf alle Fälle wahrmachen wollen.

Dieses Gespür für das Machbare wird auch helfen, das Verhältnis zu Russland zu verbessern. Es wird sicherlich kein spontanes, altruistisches Entgegenkommen geben, aber Trump wird sich nicht auf ideologische Standpunkte zurückziehen, nur um Stärke zu zeigen, wenn er sich dadurch selbst Vorteile aus kooperativem Verhalten verbaut. Selbstverständlich wird er sich dieses "Nachgeben" in Verhandlungen so teuer wie möglich abkaufen lassen, aber wird nachgeben, wenn der Preis für ihn in Ordnung ist. Diese Möglichkeit, diesen politischen Freiraum, verdankt er seiner weitgehenden politischen Unabhängigkeit, die nach meiner Einschätzung jedenfalls deutlich weiter reicht als die der meisten seiner Vorgänger.

Ginge es in seiner Präsidentschaft tatsächlich nach seinem Willen und seinen Vorstellungen, die Welt würde wohl um einiges stabiler und berechenbarer.

Die Gefahren

Wie gut ein US-Präsident in der Lage ist, seine Intentionen umzusetzen, ist in allererster Linie davon abhängig, auf welche Quellen und Berater er sich stützt. Es wird Trump nicht möglich sein, seinen eigenen engsten Stab mit ins Weiße Haus zu nehmen, weil er sich, wenn er nicht erst in ein tiefes Loch stürzen will, auf Leute verlassen muss, die das Regierungsgeschäft kennen. Daraus resultieren zwei Gefahren, nämlich die, dass er selbst spontan und impulsiv im ersten "Auskehren" die richtigen und wichtigen Leute vor die Tür setzt, weil ihr Verhalten seinem Naturell nicht entspricht, und die andere Gefahr, dass er sich, ohne sich dessen erwehren zu können, von Intriganten immer wieder verkehrt herum auf die falschen Pferde setzen lässt.

Da beide Gefahren m.E. real existieren, wird sein Start als Präsident vermutlich ziemlich holprig ausfallen. Weil er das vermutlich selbst ebenso sieht, wird er zumindest im ersten Jahr sehr vorsichtig vorgehen und keine weitreichenden Entscheidungen treffen, was ihm von der Opposition und eigenen Parteifreunden als Schwäche angekreidet werden wird.

In diesem ersten Jahr wird es ihm gelingen, in den Sessel im Oval Office hineinzuwachsen. Er wird seine Mannschaft definitiv ausgewählt und durchgecheckt haben, um dann in schneller Folge seine Projekte an den Start zu schicken.

Die dritte Gefahr besteht im vorzeitigen Ableben des Donald Trump.
Auf bisher 44 Präsidenten wurden insgesamt 21 Attentate verübt, von denen vier mit dem Tod des Präsidenten endeten. Trump hat sich mit seiner Kandidatur nicht nur Freunde geschaffen. Der Quereinsteiger könnte bestehende Netzwerke und Freundeskreise in ihren Interessen massiv beschädigen.

Doch zunächst drücke ich Donald Trump beide Daumen, dass er die ersten 100 Tage im Weißen Haus bei guter Gesundheit überleben wird.

Was Trump vorhat, ist klug bedacht. Seine Abrechnung mit den Vorgängerregierungen hat auf den Punkt gebracht, was mit den USA, soweit unsere Vorstellung davon nicht von der Glitzerwelt von Hollywood und Broadway geprägt ist, wirklich los ist. Arbeitslosenzahlen von einer schamlos aus der Luft gegriffenen Schönheit, verrottende Infrastruktur, Import-Abhängigkeit von China und weiteren Staaten, eine irrsinnige Staatsverschuldung und hochverschuldete Bürger... Und dennoch hat gestern Abend eine Korrespondentin aus Washington in der Tagesschau angemerkt, dass dieses Bild, das Donald Trump vermittelt hat, in der Realität ja gar nicht aufzufinden sei.

Doch genau das, was Trump vorhat, würde bedeuten, dass die Chancen der Normalbevölkerung im Verteilungskampf wieder steigen würden. Deshalb muss Trump verdammt und lächerlich gemacht werden.

Ich würde mir wünschen, dass seine Amtszeit am Ende an den US-Marshall John Travers (John Wayne) erinnern wird.

Bücherstube


 

Der Weg zum Wohlfühlgewicht
beginnt auf der Waage.

 

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Sprachverwirrung
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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 
 

 

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