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7. April 2015
 
10.00 Uhr Die Griechen, die Deutschen, der Friedensvertrag und die Reparationen
 
Auf der Suche nach den dringend benötigten Milliarden ist die neue griechische Regierung ausgesprochen umtriebig. Tsipras und Varoufakis versuchen überall Brunnen zu bohren, in der Hoffnung, auf eine Euro-Quelle zu stoßen. Das hat unseren hochgeschätzten Parlamentspräsidenten Martin Schulz veranlasst, wüste Drohungen gegen die Griechen auszustoßen, sollten sie es wagen, in Moskau um eine Liquiditätsspritze zu bitten. Bei den USA sind die Griechen abgeblitzt, die hatten keinen anderen Rat, als den Griechen zu empfehlen, die Schulden zu bezahlen und sich an die Auflagen der Gläubiger zu halten.
 
Nun sind also die Deutschen dran. Nicht mit einer Bitte um Finanzhilfe, da würde Schäuble sein Gollum-Gesicht aufsetzen und "mein Schaaatz, mein Schaaaatz" jammern, nein, diesmal besinnen sich die Griechen auf die alte Tradition, dass diejenigen, die einen Krieg verloren haben, anschließend den anderswo angerichteten Schaden wieder gutmachen, "reparieren" sollen, weshalb "Reparationen" gefordert werden.
 
Da hat man nach dem ersten Weltkrieg so ziemlich alles, was brauchbar und transportfähig war abtransportiert, gigantische Rechnungen aufgemacht und Barzahlung und Naturalien gefordert, was dazu führte, dass die Deutschen im Winter frieren mussten, während die Kohle, die aus deutschen Gruben zutage gefördert wurde, in Frankreich für warme Stuben sorgte.
 
Nach dem zweiten Weltkrieg war Deutschland geteilt und damit auch bei den Reparationszahlungen unterschiedlich betroffen. Aus der "Sowjetisch besetzten Zone", später "DDR", jetzt "Neue Bundesländer", wurde ebenfalls jahrelang abtransportiert, während sich die Sieger in den übrigen drei Zonen (USA, Frankreich, England), später BRD, jetzt "Alte Bundesländer" nach anfänglichen "Plünderungen" zurückhielten und mit den Konstruktionsplänen aus den Raketen- und Waffenlabors sowie einigen ausgesuchten klugen Köpfen zufrieden gaben, um dann mit Marshall-Plan und Währungsreform eine kapitalistische Vorzeigeregion samt Wirtschaftswunder zu schaffen.
 
Über Reparationen, hieß es, könne man später immer noch reden, wenn es den Deutschen wieder gut ginge und man einen Friedensvertrag zu schließen hätte.
 
Da fangen die Probleme an - und die Verschwörungstheoretiker beschäftigen sich mit dem Völkerrecht und kommen zu den sonderbarsten Ergebnissen, zum Beispiel dem, dass die Bundesrepublik gar kein Staat sei, sondern eine GmbH, dass kein öffentliches Amt rechtmäßig besetzt sei, dass es keine Grundlage für die Erhebung von Steuern oder die Ausstellung von Bußgeldbescheiden gäbe - und dass man sich doch vorsichtshalber einen Ausweis des Deutschen Reiches auststellen lassen sollte, usw., usw.
 
Wie jede unglaubliche Geschichte, hat natürlich auch dieses Theoriengewirr einen kleinen, wahren Kern, der sich jetzt wieder einmal schmerzhaft bemerkbar macht.
 
Dazu hat sich - aus merkwürdigen Motiven heraus - Wolfgang Schäuble vor nicht allzulanger Zeit zu Wort gemeldet und verkündet: "Wir in Deutschland sind seit dem 8. Mai 1945 zu keinem Zeitpunkt mehr voll souverän gewesen. Das wusste übrigens das Grundgesetz, da steht schon in der Präambel von 1949 das Ziel, als gleichberechtigtes Mitglied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen."
 
Man muss diese Formulierung sezieren, um zu verstehen, welche Klippen Schäuble zu umschiffen hatte, um diese Aussage korrekt zu formulieren.
 
"Wir in Deutschland", sagte Schäuble, und er meinte damit weder die alte BRD, noch die alte DDR, noch die Bundesrepublik nach dem Beitritt der alten Bundesländer, er meinte überhaupt keinen Staat! Er spricht von Menschen in Deutschland, sehr allgemein, denn er vermeidet es auch von den "Deutschen" zu sprechen. Der Grund für diese "schwammige" Formulierung, die sowohl "Bevölkerung" - also alle, die sich nicht nur vorübergehend in Deutschland aufhalten, als auch "das deutsche Volk, soweit es sich in Deutschland aufhält", meinen kann, ist darauf zurückzuführen, dass das "Deutsche Reich", das den Krieg verloren hat, mangels handlungsfähiger Organe keinen Friedensvertrag zu schließen fähig ist, und sich die Bundesregierungen seit 1949 zwar als "Rechtsnachfolger" des Deutschen Reiches angesehen haben, die Frage von Reparationen aber immer erst in einem Friedensvertrag regeln wollten.
 
Mit den 2+4 Verträgen über den Beitritt der "Neuen Bundesländer" ist nun allerdings eine Wende eingetreten, die den argumentativen Balance-Akt um zusätzliche Schwierigkeiten bereicherte. Bei den 2+4-Verträgen handele es sich um "den Friedensvertrag" sagt man, um daraus einerseits abzuleiten, dass sich "Deutschland" keine neue Verfassung zu geben brauche, weil durch den Beitritt zum Grundgesetz dieses nun definitiv die Verfassung des vereinten Deutschlands sei, und andererseits zu erklären, weil in den 2+4 Verträgen die Frage nach Reparationen ausgespart wurde, dass auch über das hinaus, was die BRD in der Vergangenheit an "Wiedergutmachungszahlungen" geleistet habe, keine Ansprüche mehr erhoben werden könnten.
 
Die neue griechische Forderung auf Reparationszahlungen gegenüber der Bundesrepublik Deutschland hat damit eine weit über griechische Geldforderungen hinausgehende Bedeutung.
 
Welchem Gericht die Frage auch immer zur Entscheidung vorgelegt werden mag, dieses wird zuerst die Aufgabe haben, klar und eindeutig den völkerrechtlichen Status Deutschlands herauszuarbeiten und damit den staats- und völkerrechtlichen Theorien, die ja von hochrangigen Juristen (keine Verschwörungstheoretiker!) mit durchaus unterschiedlichen Ergebnissen entwickelt wurden und werden, mit einer verbindlichen Klärung ein Ende zu setzen.
 
Sollte dabei festgestellt werden, dass das wiedervereinigte Deutschland Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches und als solches voll souverän ist, steht der Aufnahme von Friedensverhandlungen nichts mehr im Wege, die UN kann die Feindstaatenklausel streichen und auf Deutschland werden in erheblichem Maße auch von anderen Staaten Reparationsforderungen zukommen.
 
Sollte dies nicht festgestellt werden können, werden die Griechen wohl auf ihrer Forderung sitzen bleiben, und die Bundesregierung kann weiter darauf hinarbeiten, dass Deutschland als souveräner Staat - mit allen anderen bisherigten Mitgliedsstaaten - in einem vereinten Europa untergeht, was dann zur Folge hätte, dass nicht mehr Griechenland oder Polen Reparationen fordern könnte, sondern der "Staat EU", als Rechtsnachfolger aller einst selbstständigen Staaten, von sich selbst Reparationen zu fordern hätte.
 
Auch diese Volte halte ich für möglich, schließlich könnte die EU dann die EZB beauftragen, die erforderlichen Mittel per Druckerpresse in die Welt zu setzen.
 
 

 
 
Wie weit ist die EU noch von der klassischen Diktatur entfernt?
Welche Freiheiten lässt sie den Mitgliedsstaaten und ihren Bürgern noch?
Wer hat die Kommissare und die für nichts haftbaren Direktoren des ESM gewählt?
 
Was darf das EU-Parlament - und was darf es alles nicht?
 
 
 
 
 
 
 
 
Florian Stumfall klärt auf.
 
Er vergleicht die Institution "EU" mit dem, was nach klassischen Verständnis einen Staat und eine Demokratie ausmacht und schildert schonungslos die gewaltigen Defizite, die da bei der EU aufscheinen, während die Mitgliedsstaaten sich bereits weithgehend selbst entmündigt und damit die Demokratie zur Farce gemacht haben.
 
 
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aktuell:

ewk- Zur LageAusgabe 7 - Januar 2015
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Aus dem Stand und nur per Wildcard sind die deutschen Handballer bei der WM bis ins Viertelfinale gekommen.
 
Leider wurden diese Spiele wieder nur im Bezahlfernsehen gezeigt, so dass die Begeisterung der relativ kleinen Handballgemeinde nicht wirklich auf uns alle übergesprungen ist.
 
Wollen alle Mädchen wirklich entweder Ballettschuhe oder Reithosen?
 
Nein, es gibt auch welche, die unbedingt Handball spielen wollen.
 
Michaela Salewski Renner hat die Geschichte eines solchen Mädchens aufgeschrieben - und auch die Handball-Jungs kommen darin keineswege zu kurz.
 
Alle miteinander sind sie
die Handball-Helden
 

Könnten Sie Ihren Kindern oder Enkeln
die Grundzüge des Handballspiels erklären?
 
Warum fallen da so viele Tore?
Wie viele Schritte darf ein Handballer mit dem Ball in der Hand machen?
Was ist ein Wurfkreis?
Wie kommt es zu "Unterzahl"?
 
Das Spiel ist viel schneller, die Regeln sind anders als beim Fußball, doch wenn man es schafft, sich von seinen Fußball-Sehgewohnheiten zu trennen, wird ein Handballspiel zu einem echten Nervenkitzel. Einen Endstand von 0 : 0 gibt es da nicht. Handball, das ist "Action"!
 
Schön wäre es, wenn es gelänge, die Begeisterung für diese Sportart nicht nur den wenigen eingefleischten Handballern zu überlassen, sondern möglichst viel davon gerade auch den Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, damit der Handball auch mal aus seiner norddeutschen Domäne herauskommt und sich überall der Nachwuchs entwickelt, den diese spannend schnelle Sportart verdient hätte.
 
Das Buch "Die Handball-Helden - Handball ist der Hit" von Michaela Salewski-Renner, selbst eine begeisterte "Handball-Mutter", kann dazu beitragen. Es ist das erste erzählende Kinderbuch zum Thema Handball, und es ist ein Mädchen, das (erst gegen den Willen ihrer Eltern) zur echten Handball-Heldin wird.
 
Ganz nebenbei lernen die Kids dabei auch die wichtigsten Regeln kennen - und der Deutsche Handball-Bund hat zu diesem Buch ein Vorwort beigesteuert.
 
Und wo ist es erschienen? Bei den Schweizern?
Nein, natürlich hier:
 
 
 
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Spiele die Daumen drücken - bis zur nächsten WM.
Mindestens!
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
Egon W. Kreutzer
 
Unsere Freiheit
 
... man kann sich dafür
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Karl Waldecker

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Allmählich spricht es sich herum:


Sogar im SWR fand das Buch über
den Stuttgarter Grubenbahnhof
inzwischen lobende Erwähnung.

Der Autor hat einige Stimmen zu seinem jüngst im EWK-Verlag erschienenen Buch auf seiner Homepage veröffentlicht.

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Manfred J. Schmitz vorbei.

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Und natürlich gilt das auch für Schmitz's
ersten Roman "Wer weiß schon, wie tief der Fluss unter der Brücke ist ..."


 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 



 

 

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