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23. März 2015
 
10.00 Uhr Der Grexüaz - 216,9 Milliarden
 
In Anlehnung an den Gröfaz (größter Feldherr aller Zeiten) sollte auch für jeden neuen Rekordexportüberschuss ein griffiger Begriff eingeführt werden, der - ebenso wie der "DAX" - nicht mehr auf die dahinterstehende Realität verweist, sondern nur noch als Index wahrgenommen wird, von dem man weiß, wenn er steigt, ist es gut, wenn er sinkt, ist es schlecht. Vor allem aber muss dabei - wie beim DAX - die Frage, für wen es gut oder schlecht ist, vollkommen ausgeblendet werden.
 
Grexüaz - für "Größter Exportüberschuss aller Zeiten" ist dabei eine besonders hübsche Abkürzung, weil sie zugleich Assoziationen an den so genannten "Grexit" hervorruft, also den Ausstieg Griechenlands aus dem Euro, vielleicht aus der EU überhaupt.
 
Es ist sogar zu vermuten, dass der Anstieg des Grexüaz einen direkten Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit des baldigen Eintritts des Grexits hat.
 
Heute, mit dem Antrittsbesuch des griechischen Ministerpräsidenten Tsipras bei Angela Merkel im Kanzleramt, wird deshalb wieder einmal der Einakter "Zuckerbrot und Peitsche" aufgeführt werden. Wobei jedem Biss in das verlockend dargebotene Zuckerbrot eine Serie von Peitschenhieben folgt. Das Kalkül dabei lautet: Am Ende wird der Hunger stärker sein als die Angst vor dem Schmerz. Diese Weisheit stammt vermutlich aus dem Folterhandbuch der CIA. Wobei die CIA noch altmodisch daran festhält, ihre "Quellen" vorsorglich hinter Gittern und Elektrozäunen einzusperren, während hierzulande die Überzeugung herrscht, die Bestimmungen der EU-Verträge alleine könnten jeden Fluchtversuch sicherer verhindern als jedes noch so sichere Gefängnis.
 
Das Dilemma der europäischen Doppelspitze, Merkel und Junckers, besteht darin, dass
  • jedes Entgegenkommen gegenüber Griechenland sofort und unaufhaltsam gleiches Entgegenkommen gegenüber allen anderen Krisenländern, einschließlich Frankreich, erforderlich machen würde. Damit wäre im Nu eines überdeutlich zu erkennen: "Lender of last ressort" in der EU ist nicht die EZB, denn die kann nur Papier bedrucken, sondern Deutschland, denn da werden noch Überschüsse erwirtschaftet, mit denen die Schulden bezahlt werden können. Zugleich wäre aber auch zu erkennen, dass selbst Deutschland nicht in der Lage ist, den Karren EU alleine aus dem Dreck zu ziehen.

    Andererseits:
  • Kommt man Griechenland überhaupt nicht entgegen, werden die Griechen gar nicht anders können, als ihren Gläubigern einen Schuldenschnitt vorzuschlagen und dabei Pläne vorzulegen, wie sie - ohne die Fesseln der EU und des Euro - mit einer Parallelwährung oder vollständigen Rückkehr zu einer eigenen Währung und/oder mit der Anbindung an den neu entstehenden "eurasischen" Wirtschafts- und Währungsraum die verbleibenden Restschulden innerhalb überschaubarer Zeiträume bedienen wollen. Das aber würde aller Welt zeigen, dass Europa wirtschaftlich zu schwach und politisch zu uneinig ist, um mit einem kleinen, 320-Milliarden-Euro-Schuldenproblem fertig zu werden.
Beide Strategien führen also zu einem weiteren Vertrauensverlust der Märkte in den Euro und zur Aufhebung der Illusion, die EU sei eine ernstzunehmende politische Kraft auf der Weltbühne.
 
Was bleibt den den Nachfolgern Peer Steinbrücks im Sattel der europäischen Kavallerie also anderes übrig, als die alte indianische Weisheit, "Reite nie ein totes Pferd!", so lange wie möglich zu ignorieren...?
 
Man wird ein bisschen an den Stellschrauben drehen. Ein bisschen mehr Zuckerbrot, dafür ein paar Peitschenhiebe weniger - oder später, also sozusagen "Bestrafung auf Raten", aber im Grunde geht es darum, die Griechen unbedingt im Euro zu halten, ohne dass andere Euro Staaten damit schon den Wunsch entwickeln könnten, ebenfalls den griechischen Weg zu gehen.
 
Dabei ist auch die Formel: "Wenn es euch erst einmal so schlecht geht, wie den Griechen, können wir euch auch entgegenkommen", von zweifelhafter Qualität. Schließlich ist es für eine europäische Regierung zwar kaum möglich, Wirtschaft und Staatsfinanzen gegen Brüssel und Frankfurt zu sanieren, aber die Lage auf griechisches Niveau zu drücken, das ist immer möglich.
 
Um dieses zu verhindern, müssten Juncker und Merkel endgültig die Macht an sich reißen und ganz Europa, unter Ausschluss aller Regierungen und Parlamente, mit zentralistischer Planwirtschaft von Brüssel aus regieren. Mag sein, dass sie das anstreben, gelingen wird es ihnen nicht.
 
Um Macht ausüben zu können, reicht es nicht, sich aller Repressionsmittel einer Diktatur zu bedienen, um Macht ausüben zu können, braucht man auch das Geld, um die Machtmittel kaufen und nachhaltig alimentieren zu können. In einer Gesellschaft mit einer (bereits geschönten) Arbeitslosenquote von über 10 Prozent und selbst im reichsten Staat einer Armutsquote von über 15 Prozent, ist die berufstätige Bevölkerung kaum noch mehr auszuquetschen. Die Druckerpresse der EZB wird schon bald heiß laufen, mit dem Erfolg, dass jede zusätzliche Milliarde die Kaufkraft des insgesamt verfügbaren Geldes um mehr als diese Milliarde mindert.
 
Die Profiteure der auschließlich auf Renditewachstum ausgerichteten Wirtschafts- und Sozialpolitik der EU werden die Rechnung auch nicht übernehmen. Dafür haben sie gleich zwei gute Gründe: Erstens wollen Sie ihr Geld gerne selbst behalten, und zweitens haben sie am wenigsten Lust, sich künftig mit einer starken, einigen Zentralregierung auseinandersetzen zu müssen.
 
So lange es möglich ist, in Deutschland jährlich mehr als 200 Milliarden Exportüberschuss zu generieren, der faktisch als "Reingewinn" angesehen werden kann, und gleichzeitig im Euro-Raum alleine aus den Staatsschulden mehr als 250 Milliarden Euro Zinsen zu "verdienen", ist doch alles in Ordnung.
 
Exportüberschuss ist Arbeitsleistung, die den Exportunternehmen von ihren Mitarbeitern kostenlos überlassen wird. Diese veräußern diese, unter Mitwirkung der Banken, gegen Kredit an ausländische Abnehmer. Werden diese zahlungsunfähig, dürfen diejenigen, die die Leistung erwirtschaftet haben, für die Kreditausfälle bei in- und ausländischen Banken alternativlos geradestehen. Ja. Wirklich. Alternativlos. Sonst ist ja niemand da. Die einen sind pleite, die anderen sind durch ihren Reichtum vor dem Zugriff des Staates geschützt. Und Geld kann ja nur da verdient werden, wo Werte geschaffen werden.
 
Das ist weder an der Börse der Fall, noch zwischen den Seiten der Sparbücher, auch die EZB schafft keine Werte, wenn sie Geld druckt. Im Gegenteil!
 
Also, wenn nun wieder laut das Hossiannah ertönt, weil es einen neuen Grexüaz gegeben hat, sollten alle diejenigen das Mitjubeln unterlassen, die dafür gleich zweimal bezahlen müssen, einmal mit einem Teil ihrer Arbeit, und dann noch mit einem Teil ihres Lohnes.
 
Da bleiben nicht viele übrig. Gar nicht viele.
 
Und damit das so bleibt, darf es trotz Grexüaz keinen Grexit geben.
 
Bin gespannt auf den Zaubertrick, der Griechenland über den 8. April hinwegrettet.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
Wie weit ist die EU noch von der klassischen Diktatur entfernt?
Welche Freiheiten lässt sie den Mitgliedsstaaten und ihren Bürgern noch?
Wer hat die Kommissare und die für nichts haftbaren Direktoren des ESM gewählt?
 
Was darf das EU-Parlament - und was darf es alles nicht?
 
 
 
 
 
 
 
 
Florian Stumfall klärt auf.
 
Er vergleicht die Institution "EU" mit dem, was nach klassischen Verständnis einen Staat und eine Demokratie ausmacht und schildert schonungslos die gewaltigen Defizite, die da bei der EU aufscheinen, während die Mitgliedsstaaten sich bereits weithgehend selbst entmündigt und damit die Demokratie zur Farce gemacht haben.
 
 
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ewk- Zur LageAusgabe 7 - Januar 2015
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Aus dem Stand und nur per Wildcard sind die deutschen Handballer bei der WM bis ins Viertelfinale gekommen.
 
Leider wurden diese Spiele wieder nur im Bezahlfernsehen gezeigt, so dass die Begeisterung der relativ kleinen Handballgemeinde nicht wirklich auf uns alle übergesprungen ist.
 
Wollen alle Mädchen wirklich entweder Ballettschuhe oder Reithosen?
 
Nein, es gibt auch welche, die unbedingt Handball spielen wollen.
 
Michaela Salewski Renner hat die Geschichte eines solchen Mädchens aufgeschrieben - und auch die Handball-Jungs kommen darin keineswege zu kurz.
 
Alle miteinander sind sie
die Handball-Helden
 

Könnten Sie Ihren Kindern oder Enkeln
die Grundzüge des Handballspiels erklären?
 
Warum fallen da so viele Tore?
Wie viele Schritte darf ein Handballer mit dem Ball in der Hand machen?
Was ist ein Wurfkreis?
Wie kommt es zu "Unterzahl"?
 
Das Spiel ist viel schneller, die Regeln sind anders als beim Fußball, doch wenn man es schafft, sich von seinen Fußball-Sehgewohnheiten zu trennen, wird ein Handballspiel zu einem echten Nervenkitzel. Einen Endstand von 0 : 0 gibt es da nicht. Handball, das ist "Action"!
 
Schön wäre es, wenn es gelänge, die Begeisterung für diese Sportart nicht nur den wenigen eingefleischten Handballern zu überlassen, sondern möglichst viel davon gerade auch den Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, damit der Handball auch mal aus seiner norddeutschen Domäne herauskommt und sich überall der Nachwuchs entwickelt, den diese spannend schnelle Sportart verdient hätte.
 
Das Buch "Die Handball-Helden - Handball ist der Hit" von Michaela Salewski-Renner, selbst eine begeisterte "Handball-Mutter", kann dazu beitragen. Es ist das erste erzählende Kinderbuch zum Thema Handball, und es ist ein Mädchen, das (erst gegen den Willen ihrer Eltern) zur echten Handball-Heldin wird.
 
Ganz nebenbei lernen die Kids dabei auch die wichtigsten Regeln kennen - und der Deutsche Handball-Bund hat zu diesem Buch ein Vorwort beigesteuert.
 
Und wo ist es erschienen? Bei den Schweizern?
Nein, natürlich hier:
 
 
 
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Spiele die Daumen drücken - bis zur nächsten WM.
Mindestens!
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
Egon W. Kreutzer
 
Unsere Freiheit
 
... man kann sich dafür
einsetzen
 
 
 
 
 
 
 
 

Karl Waldecker

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Allmählich spricht es sich herum:


Sogar im SWR fand das Buch über
den Stuttgarter Grubenbahnhof
inzwischen lobende Erwähnung.

Der Autor hat einige Stimmen zu seinem jüngst im EWK-Verlag erschienenen Buch auf seiner Homepage veröffentlicht.

Schauen Sie doch mal selbst bei
Manfred J. Schmitz vorbei.

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"Dr. Feist im Fegefeuer" direkt online.

Und natürlich gilt das auch für Schmitz's
ersten Roman "Wer weiß schon, wie tief der Fluss unter der Brücke ist ..."


 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 



 

 

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