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3. März 2015
 
08.30 Uhr Doping - unaufgeregt
 
Uralte Dopingvorwürfe gegen die Rennradler und die Bundesligakicker beherrschen heute die Schlagzeilen. Prima. Das lenkt ab. Egal von was. Hauptsache, die 80 Millionen Sachverständigen haben wieder ein Thema, auf dem sie ausgiebig herumkauen können.
 
Trotz aller Beteuerungen von 100% der Aktiven und ihrer Funktionäre, es gäbe heute, nach allen vergangenen Skandalen, im deutschen Profisport niemanden mehr, der dopt, bin ich der festen Überzeugung, dass sich die Schar der Profisportler aller Disziplinen in zwei Gruppen einteilen lässt, nämlich in diejenigen, die ihre Leistungsfähigkeit mit Hilfe verbotener Substanzen steigern, und die anderen, die ihre Leistungsfähigkeit auf andere Weise steigern.
 
Ich brauche morgens mindestens eine große Tasse heißen Kaffee. Ich beeinflusse also durch die Einnahme von Koffein Herz und Kreislauf - und wer weiß, was sonst noch alles. Sonst komme ich nicht in die Gänge. Stünde Koffein auf der Liste der verbotenen Doping-Substanzen, würde ich meinen Tageskommentar statt am Vormittag erst am späten Nachmittag schreiben können.
 
Wer die Grenze zwischen dem Arbeitstag und dem Feierabend regelmäßig mit einer mehr oder minder großen Dosis Alkohol markiert, dopt sich für das Privatleben. Der Alkohol hilft abzuschalten, runterzukommen, Ärger zu vergessen und sich Freunden und Familie "aufgeräumt" zu präsentieren. Jedenfalls solange es gelingt, die Dosis minder groß zu halten.
 
Viele schwören darauf, dass Nikotin ihnen hilft, Stresssituationen besser zu überstehen. Zigaretten davor, Zigaretten danach, werden geraucht, um cool zu bleiben, wenn's drauf ankommt.
 
Kaum ein Supermarkt verzichtet darauf, seiner Kundschaft auch mannigfache Hilfen zum Ein- und Durchschlafen, zur Linderung nervöser Unruhe und zur Stimmungsaufhellung anzubieten. In den Apotheken finden sich die gleichen Präparate wieder und dazu ein großes Sortiment stärker wirksamer Präparate, zum Teil verschreibungs- zum Teil nur apothekenpflichtig.
 
Studenten und Professoren, viele Manager und andere unter Leistungsdruck stehende Menschen haben sich an die Wirkung von Kokain gewöhnt, andere besorgen sich Pillen gegen ADHS und erzielen damit die gleiche Wirkung, nur preiswerter, weil Methylphenidat chemisch eng mit Kokain verwandt ist und je nach Ausgangslage beruhigen oder aufputschen, die Konzentration oder die Entspannung fördern kann. Viele davon sind überzeugt, ohne die Droge nicht die geforderte Leistung erbringen zu können. Manche nennen es "Hirndoping", und das Spannende ist, dass die einen dieses Hirndoping kostenlos und auf Rezept erhalten, während andere es sich beim Dealer um die Ecke besorgen müssen.
 
Alles das ist ist Doping.
 
Alles das dient letztlich dazu, eine Leistung abrufen zu können, von der die Konsumenten meinen, sie ohne diese Mittel nicht abrufen zu können. Alles das dient dazu, in einer als unerträglich beanspruchend wahrgenommenen Welt, die Reserven anzuzapfen, die der Körper sonst nicht anzapfen würde. Alles das hat negative Folgen für die Konsumenten, weil es die natürlichen Steuerungs- und Regelungsmechanismen überlistet. Zum Teil ist man sich dieser Risiken bewusst und nimmt sie bewusst in Kauf, zum Teil hält man die Einnahme für unbedenklich, auch wenn man die Empfehlungen des Beipackzettels längst weit überschritten und den dringenden Rat, bei Fortbestehen der Symptome einen Arzt aufzusuchen, in den Wind geschlagen hat.
 
Es ist vergebene Liebesmüh, jetzt die Umstände anzuklagen, die aus vielen Menschen eine Art Roboter gemacht haben, die ohne auf die eigene Befindlichkeit zu achten, rund um die Uhr funktionieren müssen, weil sie sonst ausgetauscht und zum alten Eisen geworfen werden.
Es lässt sich nämlich weder von heute auf morgen, noch in irgendeiner absehbaren Zukunft ändern.
 
Vielleicht gibt es einen Berufsstand, dessen Angehörige keinerlei Bedürfnis verspüren, sich mit irgendeinem der bisher genannten Dopingmittel für den Wettbewerb fit zu machen. Mir fällt allerdings keiner ein.
 
Ein weiterer, großer Bereich des Dopings läuft unter der Überschrift "Mentales Training". Von der einfachen Anleitung zum positiven Denken bis zur ausgeklügelten Strategie der Neurolinguistischen Programmierung wird Menschen damit geholfen, über sich selbst hinauszuwachsen, Ängste zu überwinden, Risiken auszublenden, ihre Chancen auch dann noch zu ergreifen, wenn alles verloren scheint, sich ein Sieger-Image überzustreifen und damit sich selbst und jeden denkbaren Gegner zu beeindrucken.
 
Solches Training ist allerdings teuer. Führungskräfte können es sich leisten, oder lassen es sich vom Unternehmen bezahlen - und gerade im Sport ist das mentale Training inzwischen zu einer der wichtigsten Strategien geworden, um gegen die leistungsstarke Konkurrenz den Platz auf dem Siegertreppchen zu erringen.
 
Zusammenfassend meine ich behaupten zu können, dass es hierzulande kaum einen ehrgeizigen Menschen gibt, der mit dem Konzept "Vernünftige Ernährung, ausreichender Schlaf, körperliche Betätigung, Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung" noch seine Karriereziele erreichen könnte. Die Leistungsfähigkeit wird eben nicht nur dann abgefordert, wenn die Leistungsbereitschaft vorhanden ist, sondern immer dann, wenn es die Umstände, die Termine, die Wettkämpfe erfordern.
 
Das Einkommen von Profisportlern ist ganz extrem davon abhängig, dass sie während der nur wenige Jahre währenden Phase optimaler Leistungsfähigkeit oft auf dem Siegertreppchen stehen. Das bringt staatliche Fördermittel, es bringt - bei Vereinsbindung - hohe Gehälter, vor allem aber bringt es die notwendigen Sponsorenverträge und Werbeeinnahmen, ohne die der auf Verschleiß angelegte Beruf für viele keinen Reiz mehr hätte - und für die anderen wirtschaftlich schlicht nicht durchzuhalten wäre.
 
Meinetwegen dürften sie dopen bis zum Umfallen.
 
Das würde diejenigen, die immer noch glauben, in fairen Wettkämpfen anzutreten ernüchtern und etliche davon von der Sportlerkarriere abschrecken. Die würden sich dann unter Umständen in einer Olympiade der Amateure wieder begegnen (vor gar nicht allzulanger Zeite waren zur Olympiade nur Amateure zugelassen, doch diese Grenze hat der Kommerz niedergerissen). Während die anderen begleitet von Ärzten und Apothekern ihre Schaukämpfe zu Gunsten der Umsatzsteigerung der werbenden Unternehmen munter weiter austragen,
bis sie, wie Michael Jackson, eines Tages totgespritzt aufgefunden werden.
 
Es gibt dabei allerdings ein Problem. Es ist nicht mein Problem, es ist das Problem der auf Sport und Sportwerbung basierenden Wirtschaft. Schaukämpfe werden schnell langweilig.
Ein großer Boxkampf bringt ein Millionenpublikum vor die Fernsehgeräte. Eine Wrestling-Veranstaltung, wenn es sich um eine hochkarätige Show handelt, vielleicht einige Tausend in die Halle.
 
Wenn das Publikum weiß, dass eine Sache getürkt ist, wendet es sich ab. Die Zahl derjenigen, die sportliche Inszenierungen mit vorab feststehendem Ergebnis und einer Siegerehrung für den besten Pharmakonzern sehen wollen, ist verschwindend gering. Damit lässt sich kein Geschäft machen, damit lassen sich keine zusätzlichen Milliardenumsätze generieren, und deswegen braucht der Sport regelmäßig einen uralten Doping-Skandal, weil der die beste Möglichkeit ist, im Brustton der Überzeugung zu erklären, dass man davon a) damals nichts wusste, b) es heute nicht mehr nachvollziehen kann und c) diese Unsitten längst vollkommen ausgemerzt habe. Die "lückenlose" Überwachung der Sportler mit modernsten Nachweismethoden lasse Doping einfach nicht mehr zu.
 
Die Leute glauben es heute, dass die Doperei in der Bundesliga in den 70er und 80er Jahren der Vergangenheit angehört, und genauso werden sie in 10 Jahren glauben, dass es die Doperei der 80er und 90er Jahre nicht mehr gibt - und 2035 werden sie sich fragen, wie es wohl 2015 möglich war, so massiv zu dopen, ohne dass es von den Überwachungsorganen festgestellt werden konnte.
 
Der Sport muss Höchstleistungen und Rekorde produzieren. Alle Jahre wieder. Doch die Konsumenten dürfen niemals zu der Überzeugung gelangen, dass diese Leistungen allesamt aus der Retorte stammen, denn dann wenden sie sich ab.
 
Profisport finanziert sich letztendlich zu 90 Prozent über Werbung. Profisportler sind die Litfaßsäulen unserer Zeit, ihr Wert bemisst sich an der Verweilzeit der von ihnen transportierten Werbung auf den Bildschirmen. Doping ist zur Steigerung dieser werbewirksamen Zeiten durchaus nützlich. Aber das muss unter der Decke bleiben. Also serviert man uns hin und wieder einen uralten Dopingskandal, mit Tätern, von denen keiner mehr werberelevante Auftritte hat, verdammt die alten, abgewirtschafteten Litfaßsäulen und schmückt derweil die neuen.
 
Also:
 
Fordern wir zum Wohl der Werbewirtschaft harte Strafen für überführte Dopingsünder.
Wachstum ist nicht zum Nulltarif zu haben.
 
 
 
 

 
 
Wie weit ist die EU noch von der klassischen Diktatur entfernt?
Welche Freiheiten lässt sie den Mitgliedsstaaten und ihren Bürgern noch?
Wer hat die Kommissare und die für nichts haftbaren Direktoren des ESM gewählt?
 
Was darf das EU-Parlament - und was darf es alles nicht?
 
 
 
 
 
 
 
 
Florian Stumfall klärt auf.
 
Er vergleicht die Institution "EU" mit dem, was nach klassischen Verständnis einen Staat und eine Demokratie ausmacht und schildert schonungslos die gewaltigen Defizite, die da bei der EU aufscheinen, während die Mitgliedsstaaten sich bereits weithgehend selbst entmündigt und damit die Demokratie zur Farce gemacht haben.
 
 
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aktuell:

ewk- Zur LageAusgabe 7 - Januar 2015
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Aus dem Stand und nur per Wildcard sind die deutschen Handballer bei der WM bis ins Viertelfinale gekommen.
 
Leider wurden diese Spiele wieder nur im Bezahlfernsehen gezeigt, so dass die Begeisterung der relativ kleinen Handballgemeinde nicht wirklich auf uns alle übergesprungen ist.
 
Wollen alle Mädchen wirklich entweder Ballettschuhe oder Reithosen?
 
Nein, es gibt auch welche, die unbedingt Handball spielen wollen.
 
Michaela Salewski Renner hat die Geschichte eines solchen Mädchens aufgeschrieben - und auch die Handball-Jungs kommen darin keineswege zu kurz.
 
Alle miteinander sind sie
die Handball-Helden
 

Könnten Sie Ihren Kindern oder Enkeln
die Grundzüge des Handballspiels erklären?
 
Warum fallen da so viele Tore?
Wie viele Schritte darf ein Handballer mit dem Ball in der Hand machen?
Was ist ein Wurfkreis?
Wie kommt es zu "Unterzahl"?
 
Das Spiel ist viel schneller, die Regeln sind anders als beim Fußball, doch wenn man es schafft, sich von seinen Fußball-Sehgewohnheiten zu trennen, wird ein Handballspiel zu einem echten Nervenkitzel. Einen Endstand von 0 : 0 gibt es da nicht. Handball, das ist "Action"!
 
Schön wäre es, wenn es gelänge, die Begeisterung für diese Sportart nicht nur den wenigen eingefleischten Handballern zu überlassen, sondern möglichst viel davon gerade auch den Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, damit der Handball auch mal aus seiner norddeutschen Domäne herauskommt und sich überall der Nachwuchs entwickelt, den diese spannend schnelle Sportart verdient hätte.
 
Das Buch "Die Handball-Helden - Handball ist der Hit" von Michaela Salewski-Renner, selbst eine begeisterte "Handball-Mutter", kann dazu beitragen. Es ist das erste erzählende Kinderbuch zum Thema Handball, und es ist ein Mädchen, das (erst gegen den Willen ihrer Eltern) zur echten Handball-Heldin wird.
 
Ganz nebenbei lernen die Kids dabei auch die wichtigsten Regeln kennen - und der Deutsche Handball-Bund hat zu diesem Buch ein Vorwort beigesteuert.
 
Und wo ist es erschienen? Bei den Schweizern?
Nein, natürlich hier:
 
 
 
Gleich bestellen - und dann für die nächsten
Spiele die Daumen drücken - bis zur nächsten WM.
Mindestens!
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
Egon W. Kreutzer
 
Unsere Freiheit
 
... man kann sich dafür
einsetzen
 
 
 
 
 
 
 
 

Karl Waldecker

Glocalis

Die Welt fair ändern

 

 

 

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Allmählich spricht es sich herum:


Sogar im SWR fand das Buch über
den Stuttgarter Grubenbahnhof
inzwischen lobende Erwähnung.

Der Autor hat einige Stimmen zu seinem jüngst im EWK-Verlag erschienenen Buch auf seiner Homepage veröffentlicht.

Schauen Sie doch mal selbst bei
Manfred J. Schmitz vorbei.

Bestellen können Sie
"Dr. Feist im Fegefeuer" direkt online.

Und natürlich gilt das auch für Schmitz's
ersten Roman "Wer weiß schon, wie tief der Fluss unter der Brücke ist ..."


 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 



 

 

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