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7. Februar 2015
 
15.00 Uhr Irrsinnig reich
 
Es gibt diese Ausdrucksweise: "irrsinnig reich" schon lange. Das sagt man so, wenn irgendwo sagenhafter Reichtum vermutet wird. Das Wörtchen "irrsinnig" hat dabei allerdings längst seinen Sinn eingebüßt. Es ist nur noch eine Steigerungsform, die irgendwo zwischen "supergeil" und "hypergalaktisch" angesiedelt ist.
 
Unabhängig vom Tagesgeschehen dieses schönen wintersonnigen Samstags mag ich daher die Frage aufwerfen, ob Reichtum, wirklicher Reichtum, vielleicht im Grunde nichts anderes ist, als das deutlich erkennbare Symptom eines geistigen Defekts, eine Art pekuniäres Delirium, in welchem sich - statt rosafarbener Elefanten und weißer Mäuse - quergestreifte Panzerknacker und große grüne Monster herumtreiben, die sich von Geld ernähren, von Geld in jeder Form und jeder Menge.
 
Der Wunsch, sorglos reich zu sein, wohnt uns wahrscheinlich allen inne. Ein Wunsch, der uns motiviert, uns zu bemühen, möglichst immer ein bisschen mehr als nichts zu besitzen. Die einen arbeiten dafür, andere stehlen und betrügen, wieder andere zocken - und viele haben diesen Wunsch schlicht in die hinterste Ecke ihres Herzens verbannt und sind zufrieden, mit dem was sie haben, bzw. mit dem, was man ihnen gibt.
 
Sorglos reich, das bedeutet für die Mehrzahl derer, die von staatlichen Unterstützungsleistungen leben müssen, über ein monatliches Einkommen von 2.000 Euro verfügen zu können, und ein Sparbuch zu besitzen, auf dem ein paar tausend Euro angesammelt sind.
 
Für diejenigen, die noch Arbeit haben, und mit 2.000 Euro netto nachhause kommen, die aber auch immer wieder feststellen, dass noch reichlich Monat übrig ist, wenn das Geld zu Ende ist, liegt die Einkommenserwartung vielleicht bei 4.000 oder 5.000 Euro im Monat, und auf der Bank sollten schon so um die 50.000 Euro liegen.
 
Menschen, die noch besser verdienen, wünschen sich, dass endlich die Eigentumswohnung oder das Haus abbezahlt wäre, dass man auch wieder etwas sparen könnte und sich den größeren Urlaub leisten - und dann gibt es einige, die haben das abbezahlte Haus, mehr als ein großes Auto in der Garage, ein kleines Anwesen in der Toskana, mit genug Platz, um auch mal ein paar Freunde mit unterzubringen. Das neueste iPad ist selbstverständlich und die Uhr am Handgelenk hat mehr gekostet als das, was ein Hartz-IV-Bezieher, einschließlich Miete und Heizkosten, in einem Jahr so zur Verfügung hat.
 
Einige von denen fühlen sich sorglos reich.
Diesen Glücklichen darf man gratulieren.
 
Das, was sie besitzen, und ich halte es für ziemlich gleichgültig, auf welche Weise sie es erworben haben, ist Wohlstand. Großer Wohlstand, sogar, aber noch lange kein Reichtum.
Solange sie diesen Segen genießen, ist alles gut. Gleichgültig, ob das Geld durch eine Erfindung sprudelte, oder durch einen Lotteriegewinn, ob es der Lohn eines gewieften Managers war oder die Beute eines Bankräubers, alle haben das Geld, das andere freiwillig oder unfreiwillig, bewusst oder unbewusst auf einen Haufen gelegt haben, an sich genommen und verstehen es, damit einfach sorglos reich zu sein. Ob das nun eine Million ist, oder fünf, bleibt im Grunde egal.
 
Oberhalb dessen beginnt eine Grauzone.
 
Es kann ja sein, dass ein auf Basis einer guten Idee gegründetes Unternehmen einfach immer weiter Geld abwirft, obwohl man schon gar nicht mehr dahinter her ist, dass Gewinne weiter sprudeln, obwohl die Mitarbeiter gut bezahlt werden und die Preise dennoch niedrig gehalten werden, obwohl der Nutzen für die Kunden, die sich darum reißen, viel höhere Preise ermöglichen würde.
 
Erst wenn diese Grauzone durchstoßen ist, finden wir jenen Reichtum, der längst über das hinausgewachsen ist, was noch als "normal" bezeichnet werden kann. Ein verrückter, ja sogar ein irrsinniger, oft sogar ein blindwütiger Reichtum.
 
Ein einzelner Mensch kann immer zur gleichen Zeit nur an einem Ort sein. Er kann vielleicht ausgesucht erlesene Speisen vom Vier-Sterne-Koch zu sich nehmen, doch eben auch davon nicht wesentlich mehr als seine Artgenossen. Er kann zwar rings um die ganze Welt jetten und alle besonders berühmten und schönen Orte besuchen, doch um eine Stadt oder ein Land wirklich kennenzulernen, braucht es mehr als einen halben Tag Zwischenstop.
 
Ohne noch mehr Beispiele zu strapazieren: Menschliche Wesen können die uns gesetzte Obergrenze dessen, was in einem Leben erlernbar, erlebbar, genießbar ist, nicht überwinden.
 
Dennoch gibt es mehr als genug, die den Versuch unternehmen, wenigstens so viel mehr an Vermögen anzusammeln, dass sie es könnten, wenn es denn möglich wäre, obwohl sie wissen, dass es nicht möglich ist.
 
Das ist verrückt.
 
Etwas zu wollen und mit Macht danach zu streben, was vollkommen unnütz ist, weil es absolut keine Gelegenheit gibt, es zu nutzen, das ist nicht grenzwertig, es ist absolut verrückt.
 
In diesem Wollen dann auch noch zu Mitteln zu greifen, die moralisch höchst verwerflich sind, wie zum Beispiel die Spekulation mit Lebensmitteln oder die Spekulation gegen die Währung eines Staates, die Produktion von Waffen und Kriegstreiberei, ist der blanke Irrsinn.
 
Was treibt den Milliardär an, nach der ersten Milliarde auch noch die zweite zu gewinnen?
 
Wo will er hin, mit seiner Macht?
Er kann sie nicht mehr für sich einsetzen, für sein Wohlergehen, oder das seiner Familie.
 
Er kann die Macht, die ihm das Vermögen verleiht, nur noch gegen andere einsetzen,
was er schon damit tut, dass er das Eigentum an sich gerissen hat und allen anderen nun dessen Nutzung verwehrt oder nur gegen "Gebühr" zur Nutzung überlässt.
 
Und indem er seine Macht, seine aus der Macht stammenden Fähigkeiten, gegen andere einsetzt, wächst sein sinnloses, schädliches Vermögen immer weiter.
 
Dabei ist er auch nichts als ein Mensch, ausgestattet mit nur einem Mund, einer Nase, zwei Augen, zwei Ohren, 2 Quadratmetern Haut unterschiedlicher Empfindsamkeit, ein paar Kilogramm Knochen, ein paar Kilogramm Fett, ein paar Kilogramm Muskelgewebe, ein paar Liter Wasser.
 
 
Das, was ihn so herausragend macht, ist eine fixe Idee, eine Wahnvorstellung, die keiner vernünftigen Argumentation mehr zugänglich ist. Er ist da, um Geld zu scheffeln, das ist sein einziger Daseinszweck, und weil er weiß, dass das zutiefst unmoralisch, ja längst pathologisch ist, versucht er die Krankheit, sein Suchtverhalten, mit allerlei Ausreden zu kaschieren. Die harmloseren Fälle sprechen noch von der Verantwortung für zigtausende von Mitarbeitern, die schweren Fälle argumentieren, die Konkurrenz sei so groß und so unbarmherzig, dass man einfach selbst schneller und stärker wachsen müsse als anderen, damit man sie schlucken kann, statt selbst geschluckt zu werden.
 
Die übelsten Fälle halten sich jedoch für die Inkarnation der Gerechtigkeit höchstselbst, halten sich für eine Blüte der Evolution, für jene Kraft, die an den Märkten waltet und das Schwache und Minderwertige ausrottet, um Platz zu schaffen für das Gute und Starke.
 
Niemand kann so bescheuert sein, zu glauben, dass ein Tycoon an den Börsen abräumt, weil er die Unternehmenslandschaft hegen und pflegen will, wie ein Gärtner. Er reißt heraus und frisst, was nicht stark genug ist, sich zu wehren, um selbst zu wachsen.
 
Die vielbeschworene Macht der Märkte führt doch nicht zu befreitem Wachstum, sondern lediglich zu einem weiteren Zunehmen schädlicher Machtkonzentrationen.
 
 
Zwei kräftige Männer in weißen Kitteln würden genügen, um einen solchen gemeingefährlichen Zwangsneurotiker in die geschlossene Anstalt zu transportieren. Mit etwas Geschick und dem notwendigen Aufwand könnte man dort seine gewohnte Umgebung vollständig simulieren und ihm an hundert Bildschirmen in jeder Sekunde zeigen, wo auf dieser Welt gerade welches seiner Konten wieder einen Sprung nach oben getan hat. Es würde ihm fast nichts fehlen. Genutzt hat ihm sein Reichtum ja auch vorher schon lange nichts mehr.
 
 

 

 
 
Wie weit ist die EU noch von der klassischen Diktatur entfernt?
Welche Freiheiten lässt sie den Mitgliedsstaaten und ihren Bürgern noch?
Wer hat die Kommissare und die für nichts haftbaren Direktoren des ESM gewählt?
 
Was darf das EU-Parlament - und was darf es alles nicht?
 
 
 
 
 
 
 
 
Florian Stumfall klärt auf.
 
Er vergleicht die Institution "EU" mit dem, was nach klassischen Verständnis einen Staat und eine Demokratie ausmacht und schildert schonungslos die gewaltigen Defizite, die da bei der EU aufscheinen, während die Mitgliedsstaaten sich bereits weithgehend selbst entmündigt und damit die Demokratie zur Farce gemacht haben.
 
 
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aktuell:

ewk- Zur LageAusgabe 7 - Januar 2015
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Aus dem Stand und nur per Wildcard sind die deutschen Handballer bei der WM bis ins Viertelfinale gekommen.
 
Leider wurden diese Spiele wieder nur im Bezahlfernsehen gezeigt, so dass die Begeisterung der relativ kleinen Handballgemeinde nicht wirklich auf uns alle übergesprungen ist.
 
Wollen alle Mädchen wirklich entweder Ballettschuhe oder Reithosen?
 
Nein, es gibt auch welche, die unbedingt Handball spielen wollen.
 
Michaela Salewski Renner hat die Geschichte eines solchen Mädchens aufgeschrieben - und auch die Handball-Jungs kommen darin keineswege zu kurz.
 
Alle miteinander sind sie
die Handball-Helden
 

Könnten Sie Ihren Kindern oder Enkeln
die Grundzüge des Handballspiels erklären?
 
Warum fallen da so viele Tore?
Wie viele Schritte darf ein Handballer mit dem Ball in der Hand machen?
Was ist ein Wurfkreis?
Wie kommt es zu "Unterzahl"?
 
Das Spiel ist viel schneller, die Regeln sind anders als beim Fußball, doch wenn man es schafft, sich von seinen Fußball-Sehgewohnheiten zu trennen, wird ein Handballspiel zu einem echten Nervenkitzel. Einen Endstand von 0 : 0 gibt es da nicht. Handball, das ist "Action"!
 
Schön wäre es, wenn es gelänge, die Begeisterung für diese Sportart nicht nur den wenigen eingefleischten Handballern zu überlassen, sondern möglichst viel davon gerade auch den Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, damit der Handball auch mal aus seiner norddeutschen Domäne herauskommt und sich überall der Nachwuchs entwickelt, den diese spannend schnelle Sportart verdient hätte.
 
Das Buch "Die Handball-Helden - Handball ist der Hit" von Michaela Salewski-Renner, selbst eine begeisterte "Handball-Mutter", kann dazu beitragen. Es ist das erste erzählende Kinderbuch zum Thema Handball, und es ist ein Mädchen, das (erst gegen den Willen ihrer Eltern) zur echten Handball-Heldin wird.
 
Ganz nebenbei lernen die Kids dabei auch die wichtigsten Regeln kennen - und der Deutsche Handball-Bund hat zu diesem Buch ein Vorwort beigesteuert.
 
Und wo ist es erschienen? Bei den Schweizern?
Nein, natürlich hier:
 
 
 
Gleich bestellen - und dann für die nächsten
Spiele die Daumen drücken - bis zur nächsten WM.
Mindestens!
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
Egon W. Kreutzer
 
Unsere Freiheit
 
... man kann sich dafür
einsetzen
 
 
 
 
 
 
 
 

Karl Waldecker

Glocalis

Die Welt fair ändern

 

 

 

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Allmählich spricht es sich herum:


Sogar im SWR fand das Buch über
den Stuttgarter Grubenbahnhof
inzwischen lobende Erwähnung.

Der Autor hat einige Stimmen zu seinem jüngst im EWK-Verlag erschienenen Buch auf seiner Homepage veröffentlicht.

Schauen Sie doch mal selbst bei
Manfred J. Schmitz vorbei.

Bestellen können Sie
"Dr. Feist im Fegefeuer" direkt online.

Und natürlich gilt das auch für Schmitz's
ersten Roman "Wer weiß schon, wie tief der Fluss unter der Brücke ist ..."


 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 



 

 

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