Paukenschlag
am Donnerstag
No. 26 /2015
vom 9. Juli 2015


Kommentare zum Zeitgeschehen von Egon W. Kreutzer

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Druckversion: Sigbert Döring


Die dritte der drei Lösungen für ein unlösbares Problem

Die Verfassung ist der äußerste Rahmen legitimen Regierungshandelns. Diesen Rahmen bestimmt in einer Demokratie das Volk.

 

(Fortsetzung von PaD 22 und 23 und 24 /2015

Zur Erinnerung:

Das unlösbare Problem, um das es geht, ist die Unfähigkeit der Politiker, sich aus vermeintlichen Sachzwängen zu lösen und einfach anzufangen, vernünftige Politik zu machen.

Dieses Problem ist weder durch Wahlen zu lösen, noch durch Parteien, es ist nicht durch Demonstrationen zu beseitigen und schon gar nicht durch Petitionen.

Dieses Problem, in dessen Behebung der Schlüssel für wachsenden Wohlstand in dauerhaftem Frieden liegt, hat sich bisher allen Anstrengungen, es zu beseitigen, unerschütterlich widersetzt.

Selbst große Revolutionen, wie zum Beispiel die Französische, haben nichts anderes hervorgebracht, als neue unfähige Politiker, die - in vermeintlichen Sachzwängen gefangen, nicht aufhören, unvernünftige Politik zu machen.

Wo also ist die Lösung?

Die Lösung findet sich häufig schon, wenn man den Versuch unternimmt, das Problem möglichst genau zu beschreiben. Oft zerfällt es dabei ganz von alleine in zwei, drei oder noch mehr lösbare Teilprobleme.

Wenn wir nicht in den alten Fehler zurückfallen wollen, die einigermaßen glücklichen Zustände der in PaD 22 /2015 beschriebenen Phase 1 durch einen großen Krieg wieder herzustellen, der keine Lösung ist, sondern nur eine neue Runde des gleichen Spiels einläutet. Gilt es, die drei Teilprobleme zu erkennen, die sich gegenseitig stützen und stabilisieren, und alle drei - in etwa gleichzeitig - aufzulösen.

Bei diesen drei Teilproblemen handelt es sich um kollektive Irrtümer, die so tief verwurzelt sind, dass einfach niemand glaubt, es mache Sinn, sie noch einmal zu hinterfragen.

Irrtum 1: Geld regiert die Welt.

Irrtum 2: Eigentum ist unantastbar.

Irrtum 3: Demokratisch gewählte Regierungen sind zu allem, was sie tun, auch legitimiert.

Ich setze dem entgegen:

Heute folgt die Beschreibung des dritten Teilproblems, das aus dem Irrtum erwächst: "Demokratisch gewählte Regierungen sind zu allem, was sie tun, auch legitimiert."
 
 

Die drittte Lösung

Die Verfassung ist der äußerste Rahmen legitimen Regierungshandelns.

Diesen Rahmen bestimmt in einer Demokratie
das Volk.

 

Im Grunde sind diese beiden Sätze über die Grenzen legitimen Regierungshandelns eine Lachnummer.

"Die Beamten können nicht den ganzen Tag mit dem Grundgesetz unterm Arm herumlaufen", erklärte schon 1963 - das Grundgesetz war gerade 14 Jahre alt geworden - Hermann Höcherl, damals Bundesinnenminister, weil das Bundesamt für Verfassungsschutz das Abhören von Telefonen durch alliierte Nachrichtendienste zugelassen hatte.

Heute, 52 Jahre später, erregt der NSA-Abhörskandal die Regierung selbst in öffentlichen Statements kaum mehr. Es wurde sogar die Lüge in die Welt gesetzt, die USA hätten ein No-Spy-Abkommen angeboten, um vom tatsächlichen Regierungshandeln, im Einklang mit US-Interessen, abzulenken.

Dies ist ein einziges Beispiel von vermutlich Hunderttausenden, in denen Regierungshandeln mehr oder weniger weit außerhalb jener Rechte stattfand und stattfindet, die der Regierung übertragen sind.

Macht man sich die groteske Situation bewusst,

  • dass es die Regierung ist, die Gesetze formuliert oder formulieren lässt, sei es durch Anwaltskanzleien im In- und Ausland, sei es durch Brüsseler Kommissare über ihre Stimme im Europäischen Rat, und
  • dass die gesetzgebende Gewalt, das Parlament, diese Gesetze mit den Stimmen der Regierungsmehrheit (auch entlarvend "Kanzlermehrheit" genannt) stets abzunicken hat,
dann kann man zu dem Schluss kommen, dass jegliches Regierungshandeln unter den Generalverdacht des Verfassungsbruchs zu stellen ist - und sich dieser Verdacht in einer Vielzahl der Fälle auch bestätigt. Wenngleich das Bundesverfassungsgericht nur in sehr wenigen Entscheidungen darauf erkannt hat.

Formal - und dem Buchstaben nach - ist fast alles legal. Der ursprüngliche Sinn ist den Buchstaben aber in einem kontinuierlichen Erosionsprozess abhanden gekommen, bzw. richtiger: genommen worden.

So stehen wir vor der ebenfalls grotesken Situation, dass Richter, auch die des höchsten Gerichts, einerseits nach Buchstaben urteilen, die sich die "Begünstigten" selbst ins Gesetzbuch haben schreiben lassen, andererseits - so sie noch den Mut dazu finden, selbst zu urteilen, statt die Phantasiegestalt EuGH anzurufen - Recht setzen, das wiederum von keiner Regierung wirklich beachtet werden braucht, solange sie keinen Vorteil darin erkennt. Es könne ja wieder geklagt werden, heißt es dann lapidar - und damit hat sich der Fall.

De jure ist Deutschland eine Demokratie.

De facto handelt es sich um eine
real existierende Diktatur auf Zeit,

in welcher durch Wahlen von Zeit zu Zeit die Personen, nicht aber die Ziele und Inhalte der Politik ausgetauscht werden können.

So, wie für ein lang laufendes Musical immer wieder neue Darsteller und Sänger verpflichtet werden, ohne dass neue Melodien gespielt würden, wechseln sich auch auf der Berliner Bühne die Darsteller ab, ohne dass sich die politische Richtung ändern würde.

Das wäre nicht schlimm, ja sogar gut, könnte man diese politische Richtung mit einer stetigen positiven Weiterentwicklung des Staates und der Gesellschaft in Verbindung bringen, könnte man, ohne eine Spur von Zweifel konstatieren: Ja, die Kontinuität politischen Handelns hat stets Schaden vom deutschen Volk abgewendet und seinen Nutzen gemehrt.

Stattdessen ist aber ein beständiger Niedergang festzustellen.

  • Freiheits- und Bürgerrechte sind bis zur Unkenntlichkeit beschnitten.
  • Armut breitet sich immer weiter aus und beginnt, wie in den USA schon weitestgehend vollzogen, auch den Mittelstand zu zerschlagen.
  • Statt sich auf den Verteidigungsauftrag zu konzentrieren, wird die Bundeswehr für immer mehr Auslandseinsätze hochgerüstet,
  • statt notwendiges Geld wenigstens für den Erhalt der Infrastruktur aufzuwenden, wird in einer gedankenlosen Sparorgie auch noch das letzte Volksvermögen dem Gewinnstreben internationaler Konzerne überlassen.
  • Statt eigene Gesetze und Standards zu verteidigen, wird hinter dem Tarnmantel von "Freihandelsabkommen" zugelassen, dass kein Gesetz mehr erlassen werden kann, das den Konzernen missfällt und ihre Gewinnerwartungen schmälert.
  • Statt auf die Einhaltung internationaler Verträge, wie dem Maastricht-Vertrag über die Gemeinschaftswährung, zu pochen, wird munter zugelassen, dass deutsche Steuerzahler den Gläubigern anderer Mitgliedsländer für Zins- und Tilgung geradestehen.

Also kann man wirklich nicht behaupten, die Kontinuität dieser Politik, die spätestens mit der Machtübernahme Helmut Kohls begonnen hat, sei nicht schlimm. Sie ist schlimm!

Der Gedankensprung von dieser Erkenntnis, zu der Erkenntnis,

  • dass ein Volk, das eine solche demütigende und destruktive Politik ermöglicht, in schlechter Verfassung sei,
  • also nicht eben nur eine "ungenügende" geschriebene Verfassung besitzt, die noch dazu nur ungenügend beachtet wird, sondern
  • dass so ein Volk selbst in schlechter Verfassung sein muss,
mag manchen gewagt erscheinen.

Doch ist nicht schon das ein klares Indiz dafür, dass ein Volk in verdammt schlechter Verfassung sein muss, wenn die bloße Äußerung eines ungewohnten und nicht von der hohen Politik vorgegebenen Gedankens als Wagnis angesehen wird?

In einem Volk, das in guter Verfassung ist, herrscht Meinungsfreiheit, und nicht etwa eine nebulöse "Poltical Correctness", deren Verletzung auf mancherlei subtile, manchmal auch auf handfest-robuste Weise Bestrafungen nach sich zieht.

In einem Volk, das in guter Verfassung ist, herrscht Versammlungsfreiheit,
jederzeit, an jedem öffentlichen Ort, für jede beliebige Anzahl von Menschen, die dafür keine Genehmigung beantragen müssen und auch nicht von Heerscharen bis an die Zähne bewaffneter Kampftruppen umzingelt werden müssen.

In einem Volk, das in guter Verfassung ist, sind die überwachenden Augen und Ohren der Regierung der absoluten Mehrzahl der Bürger ferner als ein ferner Spiralnebel,
und niemand ließe sich widerstandslos jederzeit und überall orten, filmen, identifizieren, abhören und seine Daten auf Vorrat auch nicht nur für eine Sekunde speichern und in großen Datensammlungen verknüpfen um so zum "Gläsernen Bürger" zu werden.

In einem Volk, das in guter Verfassung ist, sind elementare Fragen der Staatlichkeit Gegenstand breiter öffentlicher Diskussionen und werden vom Volk in Abstimmungen entschieden.

  • Wo sich ein Volk jedoch, gegen das eigene Bauchgefühl vieler und gegen den Verstand einiger wachsamer Mitbürger gefallen lässt, Souveränitätsrechte an ein fragwürdiges Vertragskonstrukt wie die EU abzugeben,
  • wo es sich gefallen lässt, die eigene starke Währung in eine Weichwährung einzutauschen und nicht darauf besteht, dass wenigstens die vertraglich festgelegten Konvergenzregeln eingehalten werden,
  • wo es sich gefallen lässt, dem ungebremsten Zuzug ausländischer Bürger aus allen möglichen Kulturkreisen ausgeliefert zu werden und sich zwingen lässt, bei Androhung der moralischen Vernichtung, dieses ohne Rücksicht auf die vielen Einzelfälle insgesamt noch als Bereicherung begrüßen zu müssen, statt endlich, endlich eine klare und vernünftige gesetzliche Regelung zum Asylrecht und zur Zu- und Einwanderung dem Flickwerk gegenüberzustellen, innerhalb dessen die Regierenden sich angstvoll und widersinnig bewegen, wie Regenwürmer auf dem Hühnerhof,
  • wo es sich gefallen lässt, dass der Arbeitsmarkt durch eine Vielzahl von Regierungsmaßnahmen dereguliert wird, die Gewerkschaften radikal entmachtet und die sozialen Sicherungssysteme demontiert werden,
  • wo es sich gefallen lässt, dass die Regierung immer wieder tiefer in die Rentenkasse greift als sie zum Ausgleich einzahlt und die Höhe der Renten und die Höhe der Beitragssätze nach wirtschaftspolitischem Kalkül, statt nach sozialpolitischer Notwendigkeit festlegt,
  • wo es duldsam hinnimmt, dass staatliche Informationspolitik längst zur reinen Parteipropaganda verkommen ist,
  • wo es hinnimmt, dass die Presse sich zum willfährigen Diener der Regierung macht und mehr und mehr krasse Unwahrheiten verbreitet und vor allem unausgewogene und tendenziöse Berichterstattung, ganz im Sinne eines - zwar nur virtuell vorhandenen - Propagandaministeriums abliefert,
  • wo es eigene politische Ansichten und Zielsetzungen, so diese überhaupt noch vorhanden sind, nur noch im engen Familien- und Freundeskreis äußert, weil darüberhinaus kaum noch jemand zu finden ist, der überhaupt geneigt wäre, zuzuhören, geschweige denn in eine Diskussion einzusteigen,
wo solche Verhältnisse herrschen und die Friedhofsruhe nur durch aufgesetzte und inszenierte Spektakel mühsam vertuscht wird, da kann von einem Volk in guter Verfassung keine Rede mehr sein.
 
Und wenn noch dazu das Wort "Volk" schon eine ausgesprochen suspekte Vokabel ist, die man lieber nicht ausspricht, wenn man nicht mit der Nazi-Keule eins übergezogen bekommen will, wenn man also bestenfalls noch in der Sprache der Statistiker von "der Bevölkerung" spricht, die eben in den einzelnen Individuen keinen ausgeprägten, wiedererkennbaren Charakter, keine kulturelle und geschichtliche Identität mehr benötigt, um sie zur Bevölkerung zusammenzuwürfeln, dann wird es schwierig, dieses Volk überhaupt noch aufzufinden, sollte man sich der Mühe unterziehen, es zu suchen.
 
Dies alles hat sich nicht "von selbst" vollzogen, es ist keine Erscheinung der Zeit. Die Zeit selbst bringt überhaupt keine Erscheinungen hervor, sondern es sind die Erscheinung des Willens der in Regierungsämtern handelnden Personen - und (nicht zu vergessen) auch des nicht hinreichend artikulierten Wollens der Regierten.
 
Wer die sechziger Jahre bewusst erlebt hat, und ihre Nachwirkungen in die siebziger Jahre hinein, konnte sich damals die heute herrschenden Zustände nicht vorstellen. Orwells 1984 haben wir damals zwar gelesen, aber so, wie wir Jules Vernes "Reise zum Mittelpunkt der Erde" gelesen haben, als eine überholte (dystopische) Vision, deren Realtiätswerdung nur in schlimmsten Albträumen vorkam, nicht aber in den Zukunftserwartungen der Deutschen.
Wir erlebten Studenten, die sich gegen die Restbestände des Dritten Reichs in deutschen Amts- und Regierungsstuben auflehnten, die den "Muff von tausend Jahren unter den Talaren" witterten und für frische Luft, weit über die Hörsäle hinaus, sorgen wollten.
Wir erlebten mit Willy Brandt einen Bundeskanzler, der in die Mauer des Kalten Kriegs mit seiner Ostpolitik eine Bresche schlug - und konnten uns nicht vorstellen, dass einst eine Ostdeutsche im Amt des Bundeskanzlers die immer breiter gewordene Straße der Verständigung mit Russland mit ihrer Politik wieder schließen und den Kalten Krieg wiederbeleben würde.
 
Unser Irrtum, und vielleicht der Irrtum der meisten heute Lebenden in diesem, unserem Lande
(darf man das heute noch sagen, was Kohl einst täglich im Munde führte? Ich fürchte, das ist schon ein bisschen zu nationalistisch,oder?)
besteht hauptsächlich darin, dass wir glaubten, die Formeln von Gewaltenteilung, Demokratie, Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, die mit dem Entstehen der Bundesrepublik Deutschland als Bestandteil des US-amerikanischen "State-building-Programms" in unsere Köpfe gehämmert wurden, würden schon ganz von alleine so funktionieren, wie es im überaus langweiligen Sozialkunde-Unterricht an die Tafel gemalt wurde.
 
Unser Irrtum bestand darin, anzunehmen, Menschen würden Gesetze freiwillig respektieren, selbst wenn diese ihren Interessen zuwider laufen und der Verletzung der Gesetze keinerlei Sanktionen folgen, ohne zu realisieren, dass viele, wenn sie die Macht erlangt haben, glauben, über dem Gesetz zu stehen und keinem Menschen mehr Rechenschaft schuldig zu sein.
 
Unser Irrtum bestand darin, zu glauben, wenn wir nur alle vier Jahre zur Wahl gehen, haben die vier Jahre Zeit, uns zu zeigen, was sie können, und wir haben vier Jahre Zeit, uns zu überlegen, ob uns das gefällt oder nicht, um sie dann entweder wieder, oder eben "die Anderen" zu wählen.
 
Unser Irrtum bestand darin, es könne nicht gelingen, die Macht über Legislative, Exekutive und Judikative so in den Händen weniger Politiker zu vereinen, dass daraus - im schlimmsten Fall einer großen Koalition - eine einstimmig agierende, die Demokratie als Diktatur exekutierende "Allmacht" entstehen könnte, die vollkommen unabhängig vom Willen des Souveräns tun und lassen kann, was sie will.
 
Meinungsumfragen, das wissen wir, werden "bestellt" und "bezahlt". Umfrageinstitute, die unerwünschte Ergebnisse liefern, können im Wettbewerb nicht dauerhaft bestehen, doch haben wir erfahren, dass selbst dann, wenn die Institute unisono einen vom Regierungswillen weit abweichenden Volkswillen feststellen, darauf keine Reaktion erfolgt, außer vielleicht der, dass man sich mehr Mühe geben müsse, das (zu blöde) Volk besser zu informieren.
Dann kommen in rascher Folge die Medienkampagnen, es wird ein neues Problem als Sau durchs Dorf getrieben, der Retter kommt auf weißem Pferd mit schimmernder Rüstung und erklärt, er kenne die Lösung - und schon ist die gewünschte Zustimmung erreicht. Oder - auch das funktioniert vortrefflich - die neue Sau, die durchs Dorf getrieben wird, hat mit der eigentlichen Regierungsabsicht nichts zu tun, sie bietet nur den "Sichtschutz" hinter dem vollzogen wird, was vollzogen werden soll, während die letzten kritischen Bürger von einem Scheinproblem so lange abgelenkt sind, bis die alte "Sau-erei" in trockenen Tüchern ist.
 
Wie kommen wir da wieder heraus,
wie können wir - nach diesem tiefen Blick in die Büchse der Pandora -
die hoffnungsfrohe Aufbruchstimmung der sechziger und siebziger Jahre
neu beleben?
 
Der alte Zustand lässt sich nicht in die Gegenwart transportieren. Doch die Gegenwart, die wir morgen, übermorgen, im nächsten Monat, im nächsten Jahr, im nächsten Jahrzehnt erleben werden, können wir maßgeblich gestalten.
 
Gestatten Sie mir, den oft von Baulöwen und ihren Kostgängern gegen Naturfreunde vorgebrachten Spruch: "Wenn man einen Sumpf trockenlegen will, darf man die Frösche nicht fragen!", neu zu adressieren.
 
Es ist an uns, den Sumpf der Parteien- und Mediendiktatur trockenzulegen - und wer das tun will, darf nicht auf die Frösche hören, die sich darin wohlfühlen.
 
"Nicht hören" ist dabei allerdings besser mit "nicht gehorchen" zu übersetzen, denn nach wie vor ist es wichtig, der Kakophonie des Froschgequakes in Brüssel, Berlin und den Landeshauptstädten zu lauschen, wo sich die Töne der Lobbyisten zum unwiderstehlichen Gesang der Sirenen verbinden, der hinter dem lautstarken Gekrächze der Politiker nie ganz verschwindet.
 
Ich stelle die These auf:
 

 

Der Politik nicht zu gehorchen, sondern

stattdessen mit jenem Maß an zivilem Ungehorsam, das den Freien vom Knecht unterscheidet,
 
grundsätzlich anderes - oder
das genaue Gegenteil
 
von dem zu tun, was da vorgeschlagen, angeregt und empfohlen wird und sich aufzulehnen, gegen das was beschlossen und durchgedrückt werden soll,
 
muss zwangsläufig für den Einzelnen
und die Gesellschaft unter dem Strich
bessere Ergebnisse hervorbringen
als sich als "staatstragendes Element" benutzen zu lassen.
 
 
 
Was quaken sie nicht alles, und wie leicht ist es,
das Gegenteil zu tun?
 
Weil die Masse der Quaktöne schier unendlich ist, beschränke ich mich hier auf eine kleine, zufällige Auswahl, und bin überzeugt, dass jedem, der diese Zeilen liest, spontan weiteres Gequake einfällt - und die richtige, angemessene Reaktion darauf. Es ist allerdings nicht anzuraten, vorsätzlich gegen bereits erlassene Gesetze zu verstoßen, besser ist es, sich dem zu widersetzen, was derzeit - als "Nudging" bezeichnet - mit aller Macht versucht wird, denn davon gibt es längst mehr als genug. Also: Ohren auf, wenn allzu lieblich gesäuselt wird. Oft genug wird damit ein hinterhältiger Plan verfolgt!
 
Riester Rente
längst bewiesen, dass es sich dabei um Augenwischerei handelt, die vielen weit mehr schadet, als sie je bei wenigen Vorteil bringen kann, es sei denn, man nimmt die Versicherungskonzerne und Banken als Nutznießer mit ins Boot. Also: Bloß nicht abschließen!
 
Auf Bargeld verzichten
Bargeld ist einer der letzten Freiheitsbereiche, die uns Bürgern noch geblieben sind. Je mehr die bargeldose Zahlung auch in den Supermärkten um sich greift, desto schneller kommt das Verbot! Also: Machen Sie sich den Spaß, zahlen Sie mit Bargeld, wo und wann immer sie können, und lassen Sie sich nicht zwingen, auf den Einsatz des einziges gesetzlichen Zahlungsmittels zu verzichten. Bargeld sichert zudem Arbeitsplätze. Ist das Bargeld erst abgeschafft, folgen innerhalb von 12 Monaten so ziemlich alle Kassiererinenn in den größeren Ladengeschäften, sowie Arbeitsplätze in Banken, bei Werttransport-Unternehmen und spezialisierten Druckereien und Prägeanstalten.
Zur Zeit läuft übrigens eine interessante Aktion, die GEZ-Gebühren nur bar bezahlen zu wollen. Vielleicht haben Sie ja Lust, sich Norbert Häring anzuschließen.
 
Freiwillig zur Bundeswehr,
egal, ob nun als Soldat oder als Besucher einer Waffenschau oder als Teilnehmer an einer Werbeveranstaltung, das ist ein Indiz für Interesse und Zustimmung.
Stell Dir vor, es Krieg - und keiner geht hin. Das ist heute viel einfacher als zu Zeiten der Verweigerungsprozesse und der hochnotpeinlichen Gewissenserforschung. Damals fanden "Feierliche Gelöbnisse" noch hinter den Zäunen der Kasernen statt. Heute beschlagnahmt man dafür öffentliche Flächen. Protest, Schilder spazierentragen,Unmut zeigen, das führt alles nur dazu, dass die Staatsmacht beweisen kann, dass sie sich von niemandem Widerspruch gefallen lässt. Ich meine: Einfach nicht hingehen, ignorieren, ist viel wirkungsvoller!
 
Organe spenden, um Leben zu retten - oder um die Gewinne der privat organisierten Transplantationschirurgie zu sichern? Es ist Ihre Entscheidung.
 
Häuser dämmen, um nach fünf Jahren den Schimmel im Haus zu haben, und nach dreißig Jahren eine teure Totalsanierung durchführen zu müssen, ohne dass sich die Investition bis dahin amortisiert hätte? Es ist Ihre Entscheidung.
 
Die Political Correctness achten, oder schweigen!
Das ist ein ungeschriebenes Gesetz, eine unausgesprochene Forderung, die ihre ganze Macht aus einem engmaschigen Überwachungssystem bezieht, in dem sich absolut nicht nur Terroristen und Gewaltverbrecher verfangen sollen, sondern das - entgegen aller Beteuerungen - einerseits die pure, flächendeckende 365Tage/24 Std Gesinnungsschnüffelei betreibt und andererseits bereits genutzt wird, um aus vollkommen normalen einzelnen Lebensäußerungen Muster zu konstruieren, aus denen zukünftiges Verhalten für den Staat erkennbar werden soll, noch bevor derjenige überhaupt auf die Idee gekommen sein könnte, sich so zu verhalten, wie Computer es zum Schutz der Machthaber erahnen sollen.
Die Computervorhersage von Einbrüchen, die bereits mehrere Bundesländer betreiben, ist nur die Spitze des Eisbergs. Das Dumme daran ist: Wird erst einmal damit angefangen, Verdachtsmomente vollständig aus der dünnen Luft zu greifen, kann jeder, ausnahmslos jeder, zum Staatsfeind Nr. 1 erklärt und "unschädlich" gemacht werden, der sich politischen oder auch ganz privaten materiellen, kulturellen oder auch sexuellen Interessen von Machthabern und ihren Hofschranzen in den Weg stellt. Willfährige Psychiater werden aufgrund von Computervermutungen die passenden Gutachten erstellen, ohne den Menschen je gesehen zu haben und die lebenslange Einweisung in geschlossen Anstalten veranlassen. Gustl Mollath war einer von vielen Einzelfällen der Vergangenheit. Bald könnte diese Methode zur Blaupause für Massen-Säuberungen aufgrund von Big-Data-Erkenntnissen werden.
Vielleicht ist es schon zu spät. Es gibt zwei Strategien, um noch aufzuhalten, was noch aufzuhalten ist.
 
Strategie 1:
Nicht länger wegducken, sondern die Schere aus dem Kopf verbannen und das, was man insgeheimt denkt, auch laut sagen. Es gibt so viele Tabuzonen, soviele Denk- und Sprechverbote, dass man das Alphabet mehrmals damit füllen kann. Hier nur wenige spontan aufgetauchte Beispiele:
 
A Angela, Ausländer, Angriffskriege, Aufrüstung, Atomwaffen, AfD, Alternativlosigkeit,
B Bundeswehr, Bundestag, Bundespräsident, Bundeskanzler, Bundesnachrichtendienst, Bundeskriminalamt, Bundespolizei, Besatzungsrecht, BRICS.
C CSU, CDU, Chemieverseuchung, China, Chile, Cruise Missiles,
D Deutschland, deutsches Volk, deutsche Bevölkerung, deutsche Staatsbürgerschaft, doppelte Staatsbürgerschaft, Deutsche Mark, Dollar, Demokratie, Diktatur, Draghi, Drohnen
E EU, Europa, Europaparlament, EU-Kommission, Euro, EZB, Eliten, ESM, ESFS, Erbschaftssteuer, Euro-Rettung, Einkommensteuer, Energiewende,
F Freihandelsabkommen, Frühsexualisierung, Friedensmissionen, FeD, Felix Money,
G Gender, Griechenland, Glühbirnen, Geld, Goldman-Sachs, Gabriel,
H Hartz IV, Hardthöhe,
I Internationaler Wettbewerb, Impfpflicht, Indoktrination, Israel, ISIS,
J Jugendkriminalität, Juncker,
K Kirchensteuer, Kommission, Kanzlerakte, Kriegshetze, Kauder, Kapitalertrags-Abgeltungssteuer, Klimawandel,
L Lügenpresse, Lohnkürzungen, Leyen, von der,
M Mehrwertsteuer, Mineralölsteuer, Maastricht-Kriterien, Mülltrennung,
N Neocons, Neoliberale, No-Bail-Out-Klausel, NSA, NSU, Nationalmannschaft, Negerkönig,
O Oligopole, Oligarchen, Ostpreußen, Orban,
P Poroschenko, Polen, Politikverdrossenheit, Parteispenden, Putin, Palästinenser, Pegida, Pofalla,
Q Quasselbude
R Rundfunkgebühren, Riester-Rente, Rentenbeitrag, Rentenkasse, Raketenschild,
S Schulpolitik, Steuerpolitik, Staatsfernsehen, Stationierung, Sanktionen, Strompreise, Seehofer, Söder, SPD,
T Tariffreiheit, Tarifeinheit, Trasse,
U USA, UN, Ungarn, Usbekistan,
V Vorratsdatenspeicherung,
W Weltkrieg, Windkraft,
XYZ Zensur, Zentralrat, Zinseszins, Zigeunerschnitzel.
 
Wenn ich richtig gezählt habe, sind das rund 125 Fettnäpfchen, in die der Deutsche treten kann, wenn er wagt, dazu eine Meinung zu äußern, die von den Vorgaben abweicht.
 
Lesen Sie diese Begriffe noch einmal genau durch. Bei wie vielen haben Sie bemerkt, wie die Schere in Ihrem Kopf zu arbeiten begonnen hat, so dass Sie in den letzten Wochen und Monaten, vielleicht auch schon seit Jahren vermieden haben, Ihre Meinung dazu zu äußern?
 
Sind es 20, 30, 50 oder noch mehr?
 
Picken Sie sich die 10 heraus, über die Sie niemals mit Ihrem Chef, Ihrem Vermieter, Ihrem Nachbarn oder Ihren Kindern geredet haben, weil Sie fürchten, Ihre Meinung würde Sie in den Augen Ihrer Umwelt zum Außenseiter, zum Ewig-Gestrigen oder gar zum Nazi stempeln, obwohl Sie weder Rassist sind, noch einen "Führer" oder Springerstiefel brauchen, obwohl Sie genug Erfahrung haben, um zu wissen, dass längst nicht alles was heute als alternativlos verkauft wird, auch richtig ist , aber oft genug den Weg für bessere Lösungen verbaut, obwohl Sie nichts anderes wollen, als verstehen zu helfen, aufzuklären und Mut zu machen.
 
Und wenn Sie diese zehn ausgewählt haben, dann sprechen Sie darüber!
 
Erwähnen Sie die Thematik in Diskussionen, in E-Mails, in Telefonaten, am Stammtisch, im Biergarten, in der U-Bahn, im Wartezimmer - wo immer es geht und machen Sie damit einen ersten Schritt, die freie Meinungsäußerung wieder zur Normalität und die verdruckste Feigheit, sich in wichtigen Fragen unseres Staates und unserer Gesellschaft lieber nicht zu äußern, zur Ausnahme zu machen.
 
Wir haben keine sinnstiftenden Mehrheiten, in diesem unseren Lande, weil die Mehrheit es vorzieht, zu schweigen, statt sich einzumischen. Wir haben keine Mehrheiten - außer der erdrückenden Mehrheit einer großen Koalition und ihrer Helfershelfer in den Medien - weil der Zwang zur Konformität so weit fortgeschritten ist, dass er schon kaum noch wahrgenommen wird.
Gleiche Meinungen, gleiche Interessen, gleiche Urteile können aber nur dann zu Mehrheiten zusammenwachsen, wenn sie auch ausgesprochen und kommuniziert werden. Wie wollen Sie je erfahren, was Ihr Nachbar, Ihr Chef, Ihr Kollege wirklich denkt - und wie sehr Sie in Ihren Meinungen übereinstimmen, wenn keiner wagt, den Mund aufzumachen?
Erinnert diese Stimmung nicht längst an die Angst vor dem informellen Mitarbeiter, vor dem Zuträger der Stasi? Sind wir wirklich ein Volk von feigen Hunden, die lieber kollektiv den Schwanz einziehen als den Gegner mit lautem Gebell und gefletschten Zähnen vom Hof zu jagen?
 
Es gehört weniger Mut dazu, als gemeinhin befürchtet wird, aber sehr viel mehr Ausdauer und Geduld, als erwartet wird. Tun Sie es trotzdem für die Freiheit der Vielfalt der Meinungen - und denken Sie an Franz Josef Strauß, dessen Selbstverständnis schon vor Jahrzehnten mit der Aussage karrikiert wurde: "Selbstverständlich darf hier jeder seine Meinung sagen, vorausgesetzt, es ist meine."
 
Die Strategien der Überwachung zielen darauf ab, abweichendes Verhalten einzelner und kleiner Gruppen zu erkennen - sie versagen gegenüber dem Denken und Verhalten großer Teile der Bevölkerung, weil sie auf "Normabweichungen" reagieren. Solange der brave und eingeschüchterte Bürger die Norm ist, fallen couragierte und selbstbewusste Menschen auf. Sind kritikfähige und couragierte Menschen in der Mehrheit, gehen ihnen nur noch die Ja-Sager und Mitläufer ins Netz.
 
Strategie 2:
Tarnen und Täuschen.
Verwirren Sie die Schnüffler und deren ausgefeilte Überwachungstechnologie durch geplantes Verhalten. Das beginnt mit einer gewissen Entwöhnung von Handy bzw. Smartphone. Lassen Sie es öfter mal zuhause, wenn Sie unterwegs sind und lieber nicht gestört werden wollen. Packen Sie es - weit weg von Ihrer Wohnung - in eine dicht schließende Metallhülle (es genügt Alu-Folie) und packen Sie es erst mit gewissem zeitlichen Abstand - entweder genau dort, oder an einem ganz anderen Ort wieder aus. Ihr Bewegungsprofil wird damit lückenhaft. Besorgen Sie sich einen breitkrempigen Hut, das fällt noch nicht unter das Vermummungsverbot, und entgehen Sie so der Gesichtserkennung durch die allermeisten Überwachungskameras, die aus praktischen Gründen immer ein bisschen höher angeordnet sind, als zwei Meter über Grund.
Surfen Sie wild durchs Internet. Geben Sie zufällige Buchstabenkombinationen bei Google ein, von denen Sie annehmen, dass die nirgends auf der Welt einen Sinn ergeben - und Sie werden sehen, Google findet trotzdem was, und die Schlapphüte beginnen zu rätseln. Folgen Sie von den Suchergebnissen aus möglichst vielen weiterführenden Links, auch wenn Sie die Schriftzeichen auf den Webseiten nicht kennen - die Links erkennt man immer sehr leicht. Tun Sie das möglichst zu ganz bestimmten Tageszeiten, bzw. immer am gleichen Wochentag. Vielleicht noch in Verbindung mit regelmäßigen Telefonaten, kurz vorher oder kurz nachher.
Werfen Sie alle Ihre Kundenkarten von Supermärkten, Baumärkten, Apotheken, etc. weg. Machen Sie Ihre Einkäufe auf diese Weise wenigstens zum Teil anonym - und zahlen Sie mit Bargeld! Verzichten Sie wo es geht auf Kreditkarten. Beantragen Sie auch einmal ein Visum für die USA, wenn Sie dem etwas abgewinnen können. Sie müssen ja nicht hinfliegen.
Melden Sie sich bei Busuu für einen Russischkurs an, ist in der Basisversion kostenlos. Interessieren Sie sich im Netz für Dinge, die für Sie vollkommen uninteressant sind, seien es Inkontinenzwindeln oder Mini-Drohnen, seien es große Motorräder oder Ausrüstungen für Kampftaucher, da sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt. Dies alles wird erfasst, gespeichert und mit hoher Wahrscheinlichkeit falsch ausgewertet.
Verhalten Sie sich dann plötzlich für einige Wochen wieder vollständig normal, bevor Sie Ihre Urlaubsreise antreten.
Wenn Ihr Reisegepäck vor dem Abflug ganz besonders gründlich untersucht wird, haben Sie Ihr Ziel erreicht.
 
Selbstverständlich sind das nur zarte Andeutungen, die Ihnen helfen sollen, eigene, individuelle Tarnungs- und Täuschungsoperationen zu ersinnen, mit dem Ziel, den gläsernen Menschen, den man aus Ihnen machen will, durch eine individuell gestrickte Firewall zu schützen, wobei es weniger auf die bis ins letzte ausgefeilte Methode ankommt, sondern darauf, Mittel und Methoden immer wieder zu verändern, umzukehren, wegzulassen und neu hinzuzunehmen. Nichts ist schwieriger, als viele flüchtig auftauchende, aber signifikante Variablen in ein aussagefähiges Bild zu pressen. Es kommt nicht darauf an, die perfekte Simulation einer Fantasiefigur zu erzeugen - die ist sehr schnell erkannt und dann wohl auch entlarvt, es kommt vielmehr darauf an, eine verwirrende, widersprüchliche, in sich unschlüssige Spur zu hinterlassen...
 
 
Viele werden sich jetzt die Frage stellen:
 
Und, das war's schon,
das soll helfen, die Regierung in die Schranken zu verweisen?
 
Ja, das war es. Das ist genau das, war derzeit möglich ist - und es ist das, was dringend getan werden muss.
 
Ein Aufruf zum Aufstand, ein Aufruf zum glatten Gesetzesbruch oder zum Generalstreik ist nicht zu verantworten. Die Staatsgewalt, die vom Volke ausgegangen ist, ist noch nicht wieder zum Volk zurückgekehrt.
 
Bevor dies bewerkstelligt werden kann, muss das Volk sich seiner Ansichten, seiner Ziele und Forderungen bewusst werden und lernen, diese selbstbewusst als realistisch umsetzbar zu vertreten.
 
Wenn wir nicht anfangen, wenn wir nicht aus der Deckung gehen und die Diskussion eröffnen, wenn wir weiterhin der "Wahrheitspresse" das Feld überlassen, statt wieder offen und angstfrei miteinander zu sprechen, wird es nicht gelingen, die Kräfte zu vereinen und jenen Druck zu entwickeln, der die Mauern einreißt, mit denen wir gebändigt werden.
 
Zwei Erlebnisse aus den letzten Tagen:
 
Wir setzen uns im Biergarten an einen Tisch und kommen ins Gespräch mit einem Mittvierziger, der vor 23 Jahren aus Thüringen nach Bayern kam, und seitdem hier arbeitet. 1.800 Euro netto verdient er, sagt er, und "Deutschland geht es gut." - "Die Griechen muss man rausschmeißen, ein Fass ohne Boden, die sollen mal arbeiten lernen", und so weiter.
Wir versuchen, seine BILD-und-Regierungs-Meinung vorsichtig zu erschüttern. Er holt seinen Trumpf aus dem Ärmel:
 
"Schäuble hat gesagt!", schmettert er uns entgegen.
"Schäuble hat gesagt!"
"Schäuble hat gesagt!".
Schäuble ist für ihn offenbar so etwas wie der Erzengel Michael, Angela Merkel kommt ihm wohl vor wie die Mutter Gottes persönlich. An seinem Erzengel prallt alles ab.
Wir prosten uns versöhnlich zu und wechseln das Thema. Bei mir kommt wieder einmal die Frage auf: "Was würde ich sagen, wenn ich in einem bayerischen Biergarten für 10 Minuten ein Mikrofon in die Hand und die Gelegenheit bekäme, jenen, die es sich leisten können - oder einfach nur leisten - dort abends ein paar Maß und eine Brotzeit zu sich zu nehmen, ein paar wirkungsvolle Wort zu sagen?"
Ich grüble immer noch weiter.
 
Es klingelt an der Haustür. Ein Paketbote der Deutschen Post liefert eine Sendung ab. Nachdem die Unterschrift geleistet ist, spricht er mich an:
"Sie haben einen Artikel über die Post geschrieben?"
"Ja, über den Poststreik und über die Hintergründe."
"Der hat mir gut gefallen, und den Kollegen auch."
Es entspinnt sich ein drei, vier Minuten langes Gespräch. Wir sind uns einig, das Streikziel wurde nicht erreicht. Die Post verdient gut, die Konkurrenz der Paketdienste zahlt zwar viel niedrigere Löhne, verlangt dafür aber viel höhere Preise.
"Warum heißt es immer nur, dass unsere Löhne sinken müssen? Warum verlangt keiner, dass deren Löhne steigen müssen?", fragt er. "Keiner versteht, warum der Streik jetzt abgebrochen würde. Eine Woche länger, und wir hätten die Post auf den Knien gehabt. Jetzt müssen wir nur reinarbeiten, was liegengeblieben ist - und die Lohnerhöhung, die hat die Inflation doch aufgefressen, bevor sie wirksam wird!"
Ich sage, dass es trotzdem gut war, dass die Angestellten der Post einmal gezeigt haben, dass sie da sind - und wie es sich auswirkt, wenn sie nicht da sind, äußere die Vermutung, dass da wahrscheinlich von Seiten der großen Koalition massiver Druck auf Ver.di-Chef Bsirske ausgeübt wurde. Man weiß ja nicht, wer da mit wem welche Leichen im Keller hat.
Zum Abschied sagt er: "Wenn wir gewusst hätten, was am Ende rauskommt, dann hätten wir gar nicht erst gestreikt."
 
 
Das erste Gespräch war ernüchternd und entmutigend. Das zweite hat einen ganzen Schwall von Glückshormonen ausgelöst. Schon ein Wunder, dass unter den Streikenden mein Aufsatz überhaupt bekannt wurde. Ein noch größeres Wunder, dass er auch die Angestellten hier im Zustellbezirk erreichte, und das größte Wunder: Dass da jemand herausgefunden hat, dass der Autor zu ihren Kunden gehört - und dass es daraufhin möglich war, ein gutes Gespräch zu führen, aus dem wohl beide bestätigt und mit neuer Energie herausgegangen sind.
 
 
Solche Momente können auch Sie erleben. Enttäuschende und frustrierende gehören dazu, aber sie werden bei weitem aufgewogen, wenn sich ein Gespräch ergibt, nach dem man sagen kann: Ich habe wieder jemanden gefunden, der aufmerksam, kritisch und engagiert ist, und bereit ist, sich auf die eine oder andere Weise einzubringen.
 
Dabei sollten Sie nicht vergessen, dass nicht Sie immer die Initiative übernehmen müssen. Oft genügt es auch, einfach einem Gespräch zuzuhören, und sei es am Nachbartisch in Restaurant oder Kneipe.
"Das ist interessant, was Sie da sagen. Entschuldigung, ich habe einfach zugehört. Darf ich mich zu Ihnen setzen?", und in vielen Fällen wird man Sie einladen, sich am Gespräch zu beteiligen.
 
Ja, es ist ein langwieriger Prozess. Aber wenn man schon vor den ersten Schritten zurückscheut, wird man nie ein Ziel erreichen. Wenn wir nicht in der Lage sind, über dem offiziellen Gebilde aus Parteien und Finanz-Interessen ein zweites, informelles Gebilde aus Bürgern und deren Interessen zu errichten, das dem offiziellen Gebilde nach und nach die Grundlage entzieht, werden wir es auch nicht schaffen, selbst wieder Recht zu setzen, uns endlich eine Verfassung zu geben, und die Regierung zu zwingen, sich an unser Gesetz zu halten, statt der Regierung zu ermöglichen, sich ihre Gesetze unter Missachtung unseres Willens auch weiterhin selbst zu schreiben.
 
Sie meinen, das ist nicht zu schaffen?
 
Versuchen Sie es trotzdem. Die Aufgabe ist einfach. Einfach nur ein bisschen öfter Ihre wirkliche Meinung sagen. Ihre Wünsche äußern, auch wenn Sie utopisch scheinen, Ihre Angst artikulieren, auch wenn es angeblich keinen Grund zur Besorgnis gibt.
 
Die PEGIDA-Spaziergänge wurden niedergemacht. Aber man muss sich ja nicht unbedingt zusammenfinden, um gegen die Islamisierung des Abendlandes zu protestieren, obwohl auch das eine in einer Demokratie zulässige Meinungsäußerung sein muss, die man nicht einfach mit Drohungen und Verächtlichmachung aus der Welt schaffen darf - und auch nicht aus der Welt schaffen kann.
 
 
Ich wünsche mir Mut-Bürger.
Mehr Mut-Bürger als schlaffe Mutti-Bürger!
Mehr Mut-Bürger als blinde Wut-Bürger.
 
 
Mit den vier zusammenhängenden Aufsätzen zur Lösung eines unlösbaren Problems habe ich die Ansatzpunkte aufgezeigt, von denen aus jeder, wirklich jeder, da, wo er steht, seinen kleinen Beitrag leisten kann, die notwendigen Veränderungen ins Rollen zu bringen. Mehr als einen kleinen Beitrag braucht es nicht. Es kommt darauf an, die falsche Richtung, in die wir gedrängt wurden, zu korrigieren und auf den alten bewährten Weg zurückzukehren, der einst mit der Sozialen Marktwirtschaft gelegt wurde - und wenn wir dort sind, können wir an weiteren Verbesserungen arbeiten.
 
Betrachten Sie das Volk einmal als einen Strom, der irgendwann durch einen schnell aufgeschütteten Damm (Agenda 2010 usw.) in ein neues Bett gezwungen wurde. Es gilt, diesen Damm wieder zu brechen. Das ist möglich. Es ist nur eine Frage der Energie. Unserer vereinigten Energie. Wir müssen das Potential des gesamten Einzugsgebietes nutzen. Die unsinnigen Zwistigkeiten, die uns schwächen, dem gemeinsamen Aufbegehren unterordnen und den unnatürlichen Damm schlicht wieder wegschwemmen. Dazu reicht es, die Stimmung im Lande umzukehren, aus Resignation wieder Hoffnung, aus Hoffnung Zuversicht werden zu lassen und aus der Zuversicht konsequent Taten erwachsen zu lassen.
 
Unabhängig von allen ideologischen Richtungen heißt es: Zusammenarbeiten, an dem was vordringlich ist.
 
Bevor der Wald nicht gerodet, der Sumpf nicht trockengelegt ist, ist es müßig, sich darüber zu streiten, ob man dort Kartoffeln oder Raps anbauen wird. Wahrscheinlich wird man am Ende beides friedlich koexistierend nebeneinander anbauen können, doch so lange über dem Richtungsstreit die Arbeit vernachlässigt oder gar nicht erst begonnen wird, bleibt eben alles ein Haschen nach Wind, eine brotlose Kunst, ein Verharren in der Unfreiheit.
 
 
GELD - EIGENTUM - MACHT
 
Nichts von alledem hat einen Wert,
wenn wir, das Volk, die Massen,
diesen Wert durch unser Verhalten
nicht erst schaffen.
 
Wie die Erosion dieser Werte durch das Zusammenwirken vieler kleiner Kräfte mit kleinem Aufwand in Gang gebracht und in Gang gehalten werden kann, habe ich versucht, zu erklären.
 
Wenn Sie nun versuchen, die Wirksamkeit dieser Ansätze zu überprüfen, durchaus kritisch und skeptisch,
aber versuchsweise in möglichst vielen Lebensbereichen
danach handeln, statt im stillen Kämmerlein zu theoretisieren,
bin ich voller Zuversicht, dass es gelingen wird.
 
Egon W. Kreutzer
 
 
Teil 1 Analyse des Problems PaD
Teil 2 Macht und Geld sind trennbar
Teil 3 Eigentum ist nicht gleich Eigentum
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Nehmen Sie den Kopf aus dem Sand, legen Sie die rosarote Brille beiseite und setzen Sie Ihre schärfste Lesebrille auf.

Wie weit sich die Diktatur auch in Europa schon ausgebreitet hat, weil sich jeglicher Widerstand in Einzelanstrengungen neutralisiert, beschreibt Florian Stumfall in seinem Buch:

"Das EU-Diktat - vom Untergang der Freiheit in Europa"

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Wie weit wir alle miteinander in der irrigen Überzeugung gefangen sind, es gäbe noch nennenswerte bürgerliche Freiheiten, und wie tief wir den Kopf in den Sand stecken, um die Wahrheit nicht sehen zu müssen, darüber klärt Herbert Ludwig auf, in seinem Buch:

"Macht macht Untertan
Methoden der Unterdrückung in der Demokratie"

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Wie Geld funktioniert, wo es herkommt - wo es bleibt, und warum Geld die Umverteilung von unten nach oben unterstützt und begünstigt, warum es vollkommen unmöglich ist, jemals alle Schulden zu tilgen, ja noch nicht einmal die Staatsschulden alleine, das erfahren Sie in meinem Buch:
 
Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre
Band III - Über das Geld
 
 
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Wie es zur Einführung des Euro gekommen ist, obwohl alle inzwischen eingetretenen Probleme absehbar waren, wo die Gewinner aus der Euro-Krise sitzen und wo die Verlierer - und warum der Euro wieder von Weltbühne verschwinden wird, erfahren Sie in meinem Buch
 
"Das Euro-Schlachtfest
Die Logik der Krise"
 
 
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In einem schmalen Bändchen habe ich vor Jahren einige zuvor online veröffentlichte Artikel zusammengefasst, die den schleichenden Verlust unserer Freiheiten dokumentieren und dazu aufrufen, sich schützend vor die Freiheit zu stellen. Es trägt den Titel:
 
"Unsere Freiheit - man kann sich dafür einsetzen"
 
 
 
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Warum trotz aller alarmierenden Zustände, trotz offensichtlich vollkommen fehlgeleiteter Entwicklungen, sich kein Widerstand formiert, um das Establishment hinwegzufegen, erläutere ich in dem Buch:
 
"Wo bleibt die Revolution - Die Sollbruchstelle der Macht"
 
 
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Ich meine allerdings, die Veränderung hat schon begonnen.
 
Wenn sie abgeschlossen ist, wird sie uns vermutlich wie eine Revolution vorkommen, und wenn wir Glück haben, erreichen wir diesen Abschluss ohne dass der Widerstand gegen die notwendigen Veränderungen unnötiges Blutvergießen erfordert.
 
 
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Angela Buer - Meine Rückengeschichte
Ein Erfahrungsbericht über eine erfolgreiche Selbstheilung.

 

Wirbel selbst einrenken?

Angela Buer hat über viele Jahre an schlimmen Rückenschmerzen gelitten.

Als die Ärzte und Physiotherapeuten mit ihrem Latein am Ende waren - und der Rücken beinahe auch, erkannte sie, dass ihr niemand helfen konnte, außer vielleicht sie selbst.

Sie informierte sich, las viele Bücher und probierte vieles aus. Allmählich verstand sie, wie das Wechselspiel von Muskulatur, Skelett und Nervensystem funktionierte und entwickelte eine Reihe einfacher Übungen, die es möglich machten, einen "Schmerzherd" nach dem anderen zu beruhigen und ihren Rücken in einem Maße zu stabilisieren, dass sie sich heute wieder uneingeschränkt und schmerzfrei bewegen kann.

Wie ihr das gelungen ist, hat sie für alle Leidensgenossen dokumentiert.

Das Buch ist kein medizinischer Ratgeber, sondern ein Erfahrungsbericht mit vielen Denkanstößen und praktischen Anregungen für alle, die den Mut haben, die Verantwortung für ihre quälenden Rückenschmerzen selbst zu übernehmen.

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Kommentare zu diesem Paukenschlag
Guten Tag Herr Kreutzer,
 
ich möchte Ihnen herzlichen Dank für die letzten Donnerstags-Paukenschläge sagen. Das wurde Ihnen vielleicht schon sehr oft gesagt, aber für mich bedeuten diese Mails viel und festigen meine Überzeugung bzw. geben mir Kraft und neue Argumente in die Hand, wenn ich mit Bekannten/Verwandten diskutiere.
 
Übrigens, mir wurde kürzlich empfohlen aus Deutschland zu verschwinden, wenn es mir hier nicht mehr passt und nur, weil ich die undemokratischen Handlungen Deutschlands aufgezählt habe.
 
Bitte so weitermachen und ein geruhsames Wochenende
 
Petra Wilhelmi
 

Guten Tag,
 
Eine weitere Möglichkeit ist es, beliebige Zeichenfolgen in 4-er, 5-er usw.-Gruppen den mails anzuhängen; diese kann man bilden, wenn man den Blick über den Bildschirm gleiten lässt.
Bezogen auf Ihren Paukenschlag könnte das so aussehen:
sw9tt w'nsv ästo ff23D Gmlas 1.8Ghü -
das ist eine sehr sinnvolle und relevante Information, sie zeigt, wie ich sich meine Augen über den Paukenschlag bewegt habe und dabei nach untern gescrollt habe. Sicher wird der Entschlüsselungscomputer daraus etwas absolut Wichtiges und Geheimes herausfinden.
Ich wollte schon immer meine mails mit solchem Unsinn spicken- nach Ihrem Artikel mache ich das auch so. Treiben wir die Schlapphüte in den Wahnsinn und die Schaltkreise in den Kurzschluss.
 
Mit freundlichen Grüssen

Hallo Herr Kreutzer,

mit dem Quartett aus PAD 22, 23, 24, und 26 haben Sie mir eine große Freude gemacht.
 
Es ist, wie bereits erwähnt, immer wieder mein Ansinnen gewesen, nach Lösungen zu suchen, wo andere sich darauf beschränken, immer nur die Zustände mal mehr mal weniger sinnvoll bejammern.
Da Sie jetzt definitiv solcher Lösungen anbieten habe ich alle vier PaDs mit großem Interesse gelesen und werde diese auch beherzigen. Nicht, dass ich von selbst noch nie etwas Derartiges getan habe, schließlich bin ich seit meinem Umzug nach Wuppertal dabei, das dortige JobCenter mit seinen eigenen Waffen zu schlagen, ich verschweige meine finanzielle Armut nirgendwo und ich rede immer wieder über Ungerechtigkeiten, wenn Menschen anfangen in bewährter BILD Manier zu schimpfen. Natürlich rede ich dann auch über die von mir erdachten Lösungen und wende die, soweit es mir möglich ist, auch an.

Zudem habe ich inzwischen beschlossen, eine Art Mutter Theresa zu werden. Ich werde das Teuerste was ich habe, meine Arbeitskraft, nur noch für Zwecke nutzen, die ich vertreten kann. Schließlich braucht man so wenig zum Leben.
Natürlich freut es mich, einige der Methoden, die ich bereits seit geraumer Zeit anwende, in ihrer Auflistung zu finden. Hatte ich doch hin und wieder den richtigen Riecher!
 
Manchmal bekomme ich Kommentare wie den folgenden:

Auf einer manga Con, einem treffen von Fans dieser Kunstform war ich als Zaungast dabei gewesen Kontakte zu knüpfen. Habe mich dort mit meinen bescheidenen künstlerischen Fähigkeiten eingebracht und viele Kontakte geknüpft. Meine Mitbewohnerin, der ich die Anwesenheit auf diesem für mich ungewöhnlichen Schauplatz verdankte und die mein Treiben beobachtet hat, meinte hinterher, ich hätte beim Rausgehen "goldene Fußstapfen" hinterlassen. Dies bezog sich wohl auf die Wirkung, die mein offenes und unvoreingenommenes Verhalten dort entfaltete.

Ich denke, genauso wie die Stammtischmentalität und die Depressionen (nicht nur) der Hartz 4 Empfänger bewusst und gezielt erzeugt werden, kann man auch eine kreative und aktivierende Stimmung bewusst und gezielt erzeugen.
 
Nämlich überall wo nur ein paar wenige dazu bereit sind, diesen Strohhalm zu haschen, der ihnen als die Bohnenranke geboten wird, in eine bessere und schönere Welt zu klettern. Mit dem Niederschreiben dieses Satzes habe ich beschlossen, in den nächsten zwei Wochen, wo ich mich auf einem Sommercamp des neu gegründeten "LERNORT WUPPERTAL" befinde, ganau diese Geschichte von den Zauberbohnen im Sinne einer mentalen Erneuerung umzuschreiben und dort zum Besten zu geben. Dieses Umdichten wird im Stil von F.K.Waechters "Erzähltheater" stattfinden, eine übrigens sehr zu empfehlende Lektüre, weil sie Märchen und die mit ihnen verbundenen seelischen "Starkmacher" aus der Fesselung der deutschen Klassik befreit und wieder wirken lässt.
Neben Ihnen ist auch F.K.Waechter ein von mir sehr geschätzter Publizist.

Vielen Dank für ihre klaren und aufmunternden Worte.

Und ihre Liste der "Schere-im-Kopf-Wörter" ist wertvoll als "tag"Sammlung fürs Internet. Je mehr "irrelevante" Seiten diese Tags tragen, um so stumpfer wird diese Schere auf Seiten der Gehirnschneider und -wäscher. Es sollte einen Wettbewerb geben, in dem alle diese Worte in einem Internettext benutzt werden müssen und der beste dieser Texte bekommt nach den 3 Jahren Laufzeit des Wettbewerbs einen mächtigen Geldpreis. Sie selbst haben den ersten derartigen Beitrag geschrieben. Selbst wenn diese Strategie keinen Erfolg haben sollte, wird sie doch die Entwicklung von Datenspeichern noch stärker anheizen. Und die Schlapphüte gewaltig ärgern.

A propos Schlapphut. Sowas werde ich mir in den nächsten Tagen kaufen. Gute Idee.

Ein schönes Wochenende wünscht,

Egon Hauck

Hallo Herr Kreutzer,
ich bin schon seit langer Zeit der Meinung, dass nach dem ganzen Schlamassel eine Aufbau-Phase stehen wird, wie nach dem 2. Weltkrieg. Nur werden zu sicher wesentlich geringeren materiellen Schäden noch vielmehr ernsthafte mentale Schäden dazukommen. Man hat es über Jahrzehnte geschafft, den Leuten Schrittchen für Schrittchen den Schneid abzukaufen.
Ich habe über 40 Jahre lokale Events betreut und dabei eine sehr schlimme Entwicklung erlebt. Anfang der 90er Jahre ging es los, dass man private Security-Dienste brauchte, um so einen Abend noch einigermaßen über die Bühne zu bringen. Andernfalls haben zuerst die jungen Polendeutschen, nachher die Russlanddeutschen( die waren noch brutaler) die Veranstaltung gesprengt. Schon damals war es nicht gerne gesehen, wenn man das als „Ausländer-Problem“ bezeichnete.
Ich musste miterleben, wie an einem Samstagabend mit etwa 3000 Leute im Zelt, plötzlich hinter einer Hausecke ca. 100 m weg mehrere Fahrzeuge vom Bundesgrenzschutz auftauchten und die Beamten in voller Montur in Sichtweite des Zeltes Aufstellung nahmen und ausharrten bis Mitternacht, um dann ebenso unauffällig zu verschwinden.
Niemand hatte die angefordert, denn wir hatten von uns aus 25 Leute eines Sicherheitsdienstes angeheuert. Aber es hat sich auch niemand aufgeregt!
Da die polizeilichen Vorschriften bezüglich des Jugendschutzes immer schärfer wurden, haben die Sicherheitsleute den Jugendlichen beim Eintritt die Ausweise abgenommen. Diese wurden sortiert nach Alter. Jeweils um 22.oo Uhr und 24.00 Uhr wurde die Musik unterbrochen und die jeweiligen Jahrgänge mussten das Zelt verlassen und bekamen ihre Ausweise wieder.
Ich habe völlig verständislos gesehen, wie die jungen Leute ohne jegliche Widerrede an irgendwelche schwarzgekleideten Männer ihre Ausweise abgaben. Und dann sind sie später tatsächlich brav zum Ausgang getrottet und haben ihre Ausweise abgeholt!!!
Als ich das zur Sprache brachte und sagte, dass ich in meiner Jugend lieber auf ein Rockkonzert verzichtet hätte, als meinen Ausweis (den ich normalerweise gar nicht dabei hatte) abzugeben und es wahrscheinlich sogar Randale gegeben hätte, gegen ein solches Ansinnen, erntete ich Kopfschütteln: Da sei doch nichts dabei!
Ich habe das sogar mit meinen Kindern diskutiert, die empfanden das als völlig normal. Mehr noch: sie sagten, dass sie gar nicht in ein Festzelt ohne Security gehen würde, das sei ihnen viel zu gefährlich. Da machen dann bloss irgendwann die Russen Randale und man hätte den Eintritt umsonst bezahlt.
Gerade in diesem an sich unwichtigen Bereich hat die Obrigkeit die letzen 25 Jahre zunehmend die Wassertemperatur erhöht, um die Leute abzukochen. Ging es damit los, dass man ohne Handschuhe und Haube keine Würste mehr braten durfte, wurde vor einigen Jahren zum ersten mal auf dem Weihnachtsmarkt ein Kuchenstand vom Wirtschaftkontrolldienst geschlossen, weil es am Stand keine Erklärung über die Inhaltsstoffe der selbstgebackenen Weihnachtbrötchen gab. Damals gab es noch Aufregung in der lokalen Presse, die Praxis hat sich danach nicht geändert.
Nun hat meine dieses Jahr Frau beschlossen, keine Kuchen für unsere örtlichen Vereine mehr zu backen, weil diese nur noch angenommen werden dürfen, wenn mindestens das Rezept in doppelter(!) Ausführung schriftlich beiliegt. Das Ergebnis: es gibt immer mehr Muffins aus der Packung, da braucht man dann nur die Packung mitzuliefern. Denn die gestandenen Hausfrauen backen ihre Kuchen meist ohne Rezept.
Protest? Fehlanzeige! Ich weiß nicht mehr, was ich sagen soll.
Ich habe mich aus der Vereinsarbeit völlig zurückgezogen, weil ich ständig das Problem hatte, gegen Vorschriften zu verstossen und völlig uneinsichtig zu sein. Den Ruf eines Querkopfes hatte ich immer schon.
Nach Ihrem heutigen Paukenschlag sehe ich, dass das wahrscheinlich ein Fehler war. So wird’s nicht besser und es ist zwar nur ein kleiner, aber für den Alltag wichtiger Bereich.
Danke dafür!


 

 

 

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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 Anker Julie