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Am 23. Juli ist das Dossier ewk - Zur Lage, Ausgabe 4, erschienen.

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30. August 2014
 
09.00 Uhr Volksbewirtschaftung
 
Den Begriff der "Volksbewirtschaftung" habe ich vor wenigen Tagen im Paukenschlag No. 33 /2014 "Muss Merkel murksen?" verwendet. Vor gut drei Jahren gab ich dem Paukenschlag No. 19 /2011, der sich intensiv mit der damals hochkochenden Finanzkrise Griechenlands beschäftigte, den Titel "Volksbewirtschaftungslehre".
 
Als vertiefende Lektüre fürs Wochenende stelle ich hier einen Abschnitt aus dem Buch "Wo bleibt die Revolution?" online:
 
 

Volkswirtschaftliches Handeln zur
Beeinflussung des materiellen Wohlstands
der Bevölkerung

Der Wohlstand der Bevölkerung erfordert einen gesamtwirtschaftlichen Leistungsverzehr, der weder dem politischen System noch der Wirtschaft zu Gute kommt. Er ist also nur insofern wichtig, als sich materieller Wohlstand positiv auf die Akzeptanz des herrschenden Systems und seiner Träger auswirkt, das System dadurch also stabilisiert wird.

Wohlstand wird zudem primär subjektiv wahrgenommen und die Wahrnehmung eigenen Wohlstands unterliegt stets dem Vergleich mit anderen. Der einzelne Arme fühlt seine Armut weitaus stärker als derjenige Arme, der sich in seinem sozialen Umfeld von ähnlich Armen umgeben sieht. Der einzelne Reiche verspürt ebenfalls seinen Reichtum stärker, als derjenige Reiche, der in seinem sozialen Umfeld von ähnlich Reichen umgeben ist.

An beiden Enden der Skala geht damit das Gefühl für das tatsächliche Gefälle verloren. Wo die Erkenntnis herrscht: "Es geht ja schließlich allen schlecht", wird der Wunsch nach "mehr" immer kleiner und schon schamhaft als Egoismus wahrgenommen. Wo die Erkenntnis herrscht: "Es geht uns allen doch gut", kann die Armut anderer nur als selbstverschuldet wahrgenommen werden, weil "wir" ja das beste Beispiel dafür sind, dass, wer etwas leistet, dafür auch entsprechend belohnt wird.

Alle diese psychologisch-gesellschaftshygienischen Eigenschaften der Spezies Homo Sapiens erleichtern volkswirtschaftliches Agieren zum beliebigen Einstellen des Wohlstands der Bevölkerung ganz erheblich - und weil solche Maßnahmen nicht schlagartig greifen, sondern ihre Wirkung erst nach und nach, oft genug eher schleichend entfalten, kommt den Akteuren auch noch die Vergesslichkeit der Menschen zu Hilfe.

Es sei an dieser Stelle daran erinnert, dass dieses Kapitel die Überschrift trägt: Aufbau und Erhalt einer stabilen Position im globalen Wirtschaften.

Um sich eine stabile Position im globalen Wirtschaften aufzubauen und sie zu erhalten, erweist sich die massive Beeinflussung des Wohlstands der eigenen Bevölkerung als zwingend notwendig und die Demokratie - in ihrem ursprünglichen Selbstverständnis - als ein Hindernis, das es nach und nach bis zur Unkenntlichkeit abzuschleifen gilt.

Sollte Demokratie tatsächlich Volkes Wille ausdrücken und ihm zur Durchsetzung verhelfen, der Wohlstand der Bevölkerung würde quasi von alleine von Generation zu Generation zunehmen und vielleicht sogar irgendwann für lange Zeit auf hohem Niveau verharren.

Es würde ganz selbstverständlich jene Art von Vollbeschäftigung herrschen, die jedem Bürger die Möglichkeit gibt, sich seinen Kenntnissen und Fähigkeiten entsprechend in den Prozess des arbeitsteiligen Wirtschaftens einzubringen - und die Ergebnisse dieses arbeitsteiligen Wirtschaftens stünden der gesamten Gesellschaft zur Verfügung.

Affen schaffen es, wenn man ihren Lebensraum nicht zerstört, sich und ihre Nachkommen zu ernähren, Nacht für Nacht für die gesamte Gruppe einen Schlafplatz zu finden, sich weitgehend vor dem Zugriff von Raubtieren zu schützen und ansonsten die meiste Zeit des Tages im sozialen Miteinander das zu leben, was wir Menschen "Freizeitgestaltung" nennen.

Niemand verlangt, das menschliche Leben auf die naturnahe Lebensweise anderer Primaten zurückzuführen. Das Beispiel soll jedoch zeigen, dass wir Menschen, mit all unserem erworbenen Wissen, mit unseren, den Affen weit überlegenen kognitiven Fähigkeiten, mit den Hilfsmitteln und Maschinen, mit der Nutzung von Energie, die wir fossilen Rohstoffen ebenso entnehmen, wie den so genannten regenerativen Energieträgern, und mit unserer hochdifferenzierten Arbeitswelt nicht nur in der Lage sein sollten, dass jeder sich selbst ernähren kann, sondern dass das Leistungspotential jedes einzelnen weit über das hinausgeht, was er selbst zu einem gesicherten und entspannten Überleben braucht.

Warum leben dann in Deutschland rund sechs Millionen Menschen, deren nacktes Überleben davon abhängt, dass ihnen ihre tägliche Futterration aus einem Automaten zugeteilt wird, den wir "Hartz-IV" nennen? Dass diese Hartz-IV-Maschine auch dafür sorgt, dass sie ein Dach über dem Kopf haben und nicht frieren müssen? Erinnert das nicht an das Affenhaus im Zoo?

Wie die Affen ihren Besitz (ihren Lebensraum) aufgeben müssen, wenn sie in den Zoo verschleppt werden, müssen auch die Menschen, bevor sie vom Hartz-IV-Automaten versorgt werden, allen wertvollen Besitz aufgeben, und, wie die Affen im Zoo, werden auch um sie Gitter und Mauern errichtet, die verhindern sollen, dass sie sich vom Ort ihrer Gefangenschaft entfernen. "Präsenzpflicht", heißt das in der Sprache der Sozialgesetzgeber.

Dieses drastische Bild ist notwendig, um zu verdeutlichen, welches Potential mit jedem Menschen verschwendet wird, der aufgrund der vom politischen System geschaffenen Realität daran gehindert wird, für den eigenen Lebensunterhalt zu sorgen und - darüber hinaus - durch sein Schaffen auch am materiellen Wohlstand seiner Mitbürger mitzuwirken.

Wo ausgebildete und arbeitswillige Lehrer nicht eingestellt werden, obwohl sie durchaus einen Beitrag dazu leisten könnten, die "Bildungsmisere" zu mindern, die sich letztendlich dadurch ausdrückt, dass aus den Schulen vermehrt Menschen entlassen werden, die nicht einmal genug gelernt haben, um eine Chance auf eine Ausbildungsstelle zu bekommen, wo also Menschen chancenlos von Geburt an in Richtung "Affenhaus" getrieben werden, da ist doch etwas oberfaul!

Wo arbeitslose Bauarbeiter dringend nach Arbeit suchen, während Straßen und Brücken verfallen und in vielen Regionen Wohnungsnot herrscht, da ist doch etwas oberfaul!

Wo Mathematiker und Juristen voller Tatendrang frisch vom Studium kommend lange Jahre in unbezahlten Praktika verbringen, wenn sie sich nicht gleich als Kurierfahrer oder Kellner verdingen, während die Gerichte unter der Flut der Verfahren fast zusammenbrechen und Rechtsprechung immer mehr zu einer Frage der Zeit als der Gesetze wird, da ist doch etwas oberfaul!

Die Aufzählung ließe sich beinahe endlos fortsetzen, ohne zu einem anderen Ergebnis zu führen, als zu der Erkenntnis, dass sehr vieles im Lande schlicht unbegreiflich und oberfaul ist.

Die Ursache liegt absolut nicht im Lande selbst, sie liegt in der vermeintlichen Notwendigkeit, ein stabiles Gleichgewicht im globalen Wirtschaften nicht zulassen zu können, solange die eigene Volkswirtschaft nicht den absolut ersten Platz in der Rangreihe der Volkswirtschaften eingenommen hat, und diesen so abzusichern, dass er nie mehr streitig gemacht werden kann.
Statt sich die Aufgaben bestmöglich zu teilen und gemeinsam am Wohlstand der gesamten Welt zu arbeiten, was selbstverständlich möglich wäre, sind die Volkswirtschaften in einen unbarmherzigen Wirtschaftskrieg, jeder gegen jeden verbissen, und haben das Modell einer vernünftigen Kooperation zum Wohle aller, so wie sie uns gelegentlich noch in kleinen dörflichen Gemeinschaften begegnet, vollkommen aus dem Auge verloren.
Dieser Wirtschaftskrieg, dem Jahr für Jahr Millionen Hungertote zum Opfer fallen, macht aus den Völkern das, was die Geflügelfarmen aus den Puten gemacht haben. Wesen an denen kein anderes Interesse besteht, als dass sie möglichst schnell möglichst große Brustmuskeln entwickeln, die sich als Putenschnitzel vermarkten lassen. Dass die Tiere kurz vor der Schlachtreife in ihren Massenställen nicht mehr stehen können, weil die Fleischproduktion, in die sie als "Rohstoff" hineingeboren wurden, nur dann den maximalen Profit abwirft, wenn der angezüchtete Hyper-Brustmuskel den Schwerpunkt des Tieres so massiv verlagert, dass es am Ende der Mast umfallen muss, gehört zum Business.

Auf die Bevölkerung bezogen bedeutet das nichts anderes, als dass die Bevölkerung auf maximale Exportproduktivität "gezüchtet" wird.

Erscheinungsformen davon (und bitte vergleichen Sie mit dem Putenstall!) sind zum Beispiel:

  • Kinder müssen so früh als möglich in zentrale Auf-bewahrungsanstalten verbracht werden, um die Produktivität der Eltern nicht an die Aufzucht von Kindern zu verschwenden. Euphemistisch spricht man dann jedoch davon, dass allen Kindern die gleichen Bildungschancen eröffnet werden müssten, die eben nicht in jedem Elternhaus gegeben seien.
  • Alte und Kranke werden ausgesondert und in Heimen untergebracht, um die Produktivität der Jungen und Gesunden nicht durch Pflege und Zuwendung zu den Alten und Kranken zu verschwenden.
  • Möglichst alle Mitglieder der Gesellschaft sollen - wenn möglich auch gegen ihren Willen, prophylaktisch mit Jod und Fluor abgefüllt und gegen alle Krankheiten, die durch epidemische Verläufe womöglich die Produktion stören, geimpft werden.
  • Die Zahl der Beschäftigten wird stets an den Arbeitskräfte-Bedarf angepasst, Überzählige werden aussortiert.
  • Lohn wird nicht nach Leistung bemessen, sondern nach der Zahl der ausreichend qualifizierten Arbeitslosen, die sich um einen Arbeitsplatz bemühen.
  • Die Bevölkerung hat durch ihre Produktivität die materielle Grundlage für die Träger des politischen Systems zu erwirtschaften und die Rendite-Ansprüche des Kapitals zu befriedigen. Mit dem verbleibenden Rest hat sie dafür zu sorgen, dass die Zahl der Menschen nicht unter das für die Produktion erforderliche Maß fällt.

Wirklich fundamentale Unterschiede zwischen der Bodenhaltung von Puten und dem Umgang mit der menschlichen Bevölkerung sind nicht festzustellen.

Von daher wird es auch leichter zu verstehen, warum Menschen immer öfter und immer ausschließlicher als "Ressourcen" bezeichnet und damit im Rang mit Maschinen oder Rohstoffen gleichgestellt werden.

 
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Freiheit ist nicht nur ein philosophischer Begriff.
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Freiheit geht nämlich nicht verloren. Sie wandert von dem, der sie sich nehmen lässt, zu dem, der sie genommen hat und vergrößert damit dessen Macht.
 
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Egon W. Kreutzer
 
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Florian Stumfall
 
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in Europa
 
 
 
 
 
 
 
 

Karl Waldecker

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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

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Egon W. Kreutzer

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Über egon-w-kreutzer.de

Seit über 10 Jahren bin ich mit einer eigenen Homepage online und kommentiere das aktuelle Zeitgeschehen, stets verbunden mit dem Versuch, dabei aus den frühesten Anzeichen "sonderbarer" Veränderungen meine Schlüsse für die zukünftige Entwicklung zu ziehen.

Leider habe ich dabei in vielen Fällen mit äußerst negativen Prognosen Recht behalten.

Vor den Folgen der Agenda 2010 und der Hartz-Gesetze habe ich schon gewarnt, bevor sie offiziell verkündet wurden.

Das Kommen der Finanzkrise habe ich lange vor dem Krachen von Lehman-Brothers angekündigt, nämlich schon als in Deutschland die kleine IKB in Schwierigkeiten geriet.

Und derzeit richte ich mein Augenmerk über das aktuelle Geplänkel um die Ukraine recht weit in die Zukunft und warne vor der großen kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den USA und China, die gerade in Nigeria durch die USA wieder angeschoben wird.

Neben den ständigen Veröffentlichungen im Internet bin ich auch als Buchautor nicht mehr ganz unbekannt. Mit vier Bänden "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre" habe ich einen Grundstein für ein alternatives Wirtschafts- und Geldverständnis gelegt. Ganz neu (2013 und 2014 erschienen) habe ich mich mit "Das Euro-Schlachtfest" und "Wo bleibt die Revolution" zu Wort gemeldet.

Aus den Paukenschlägen der vergangenen Jahre sind zwei Sammelbände entstanden, in denen die wichtigsten und "schönsten" Aufsätze zusammengefasst sind.

Daneben habe ich weiteren Autorinnen und Autoren die Chance gegeben, ihre wichtigen Texte, die von den etablierten Verlagen nicht angenommen wurden, bei mir zu veröffenltichen. Dazu gehören insbesondere Samirah Kenawi (Falschgeld), Florian Stumfall (Das EU-Diktat), Freimut Kahrs (Lebenslüge Freiheit) und Karl Waldecker (GLOCALIS).

Seit kurzem habe ich mich entschlossen, auch einen regelmäßigen Informationsdienst "ewk - Zur Lage" herauszubringen, der über ein Förderabonnement, aber auch in Einzelausgaben kostenpflichtig bezogen werden kann.

Ich freue mich, wenn Ihnen meine Aufsätze und meine Bücher gefallen - und ganz besonders, wenn
Sie mir das auch mitteilen
.

Ihr Egon W. Kreutzer

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