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Am 23. Juli ist das Dossier ewk - Zur Lage, Ausgabe 4, erschienen.

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28. Juli 2014
 
10.00 Uhr Der Meuchelmord am Betreuungsgeld
 
Art. 21 Grundgesetz sollte lauten:
 
Die Bertelsmann-Stiftung und andere Institute wirken durch ihre planmäßig durchgeführten und veröffentlichten Studien auf die politische Willensbildung der Parteien und des Volkes ein. Die Gründung wissenschaftlicher Institute ist frei, ihre innere Ordnung muss dem Prinzip der konzertierten Wahrheitserfindung entsprechen.
 
Denn wenn das Grundgesetz schon keine Wirkung auf die Realität hat, sollte das Grundgesetz wenigstens der Realität angepasst werden.
 
Und wenn wir schon dabei sind, das Grundgesetz der Realität anzunähern, dann sollte auch gleich noch Artikel 25 modifiziert werden. Ungefähr so:
 
Alle Staatsgewalt geht insoweit vom Volke aus, als es in Wahlen und Abstimmungen mehrheitlich den Wahrheitserfindungen zu folgen bereit ist.
 
Die gerade in der letzten Woche losgetretene Kampagne zur Privatisierung der frühkindlichen Erziehung, die mit der Bertelsmann-Studie über die unzureichende personelle Ausstattung der Kindertagesstätten begann, ist bereits in die zweite Runde gegangen.
 
Scheinbar unabhängig davon wird nun eine Studie des "Deutschen Jugendinstituts" veröffentlicht, mit der die eigentliche Keule ausgepackt wird.
 
Das Betreuungsgeld, so wird geschlussfolgert, halte einen erheblichen Teil von Migrantenfamilien (damit wird ein latent rassistisches Vorurteil bedient) und bildungsfernen Eltern (womit ein weiteres Vorurteil bedient wird), davon ab, ihre Kleinkinder in eine Kita zu schicken. Dies wiederum führe zu einer "sozial ungleichen" Inanspruchnahme frühkindlicher Bildung und benachteilige damit diejenigen, die es am nötigsten hätten.
 
Die tatsächliche Situation in den Kitas, die von der Bertelsmann-Stiftung ja nur statistisch, jedoch nicht mit den konkreten Wirkungen auf die Realität der so genannten "frühkindlichen Bildung" beschrieben wird, lässt durchaus den Schluss zu, dass die dort verwahrten Kinder eher weniger Zuwendung erhalten und in ihrer Entwicklung keineswegs zwingend mehr gefördert werden, als das in der Obhut der eigenen Mutter der Fall wäre.
 
Lesen Sie dazu bitte auch den Kommentar des - durchaus nicht den Migrantenfamilien oder bildungsfernen Schichten zuzuordnenden - Lesers Peter S. zum Tageskommentar vom 25. Juli. Er berichtet von schlicht katastrophalen Zuständen, die jedoch vom Deutschen Jugendinstitut in aller Blauäugigkeit vollständig ausgeblendet werden.
 
Stattdessen suggeriert man uns, die Kitas seien das frühkindliche Bildungsparadies schlechthin, und wer seinen Kindern des schnöden Mammons willen diese Bildungschance verwehre, begehe ein Verbrechen an seinem Kind.
 
Die implizite Gleichsetzung materiell armer Menschen mit einem Mangel an Bildung, die letztlich alle Bezieher von Transferleistungen aus den Sozialsystemen automatisch den "bildungsfernen Schichten" zuweist, hindert die betroffenen Menschen jedoch nicht daran, ihre Situation realistisch einzuschätzen und entsprechend sinnvoll auf die Möglichkeiten, ihre Situation zu verbessern, einzugehen.
 
Beginnen wir mit den Ärmsten der Armen, jenen, die im wahrsten Sinne auf jeden Cent angewiesen sind, um sich und ihren Kinder ein einigermaßen menschenwürdiges Dasein zu ermöglichen.
 
Wer Hartz IV (ALG II) oder Sozialgeld bezieht, sieht vom Betreuungsgeld keinen Cent, denn selbst, wenn es erfolgreich beantragt wird, zieht der Kundenbetreuer des JobCenters oder der ARGE den Betrag umgehend von den dortigen Leistungen ab.
 
Die Krokodilstränen, die vergossen werden, weil es Eltern gibt, die ihren Kindern den Zugang zu frühkindlicher Bildung aus Geldgier verwehren, entpuppen sich bereits hier als eine Heuchelei sondersgleichen.
 
Wer so richtig arm ist, in diesem unserem Lande, wer sich also kaum ausreichend mit Nahrung und Kleidung versorgen kann, der folglich auch absolut nicht in der Lage ist, einen der teuren Kita-Plätze zu bezahlen, dessen Kinder sind dem Staat - mit Verlaub - scheißegal.
 
Nun kommen wir zu jenen Eltern, die nicht von Transferleistungen der Sozialsysteme abhängig sind. Da gibt es eine einfache Formel, die von den Angehörigen der bildungsnahen Schichten (also der Gutbetuchten) jedoch mangels eines eigenen Erfahrungshintergrundes niemals angewandt wird.
 
Die lautet schlicht:
 
Wenn die Summe der Netto-Einkommen beider Eltern nach Abzug der Kita-Gebühr deutlich höher ist, als das Netto-Einkommen des Hauptverdieners + Betreuungsgeld, kann der wirtschaftliche Vorteil, einen Kita-Platz in Anspruch zu nehmen, gegen die möglichen negativen Folgen für die familiären Bindungen abgewogen werden.
 
Gibt es jedoch nur ein Einkommen, oder ist das Zweiteinkommen so gering, dass es nur unwesentlich mehr einbringt, als von der Kita-Gebühr wieder aufgezehrt wird, dann ist das Betreuungsgeld allemal die für die Familie insgesamt bessere Lösung.
 
Frauen, die mit ihren 450 Euro-Mini-Jobs an Scanner-Kassen sitzen oder Regale einräumen, die also das Job-Wunder (viele neue sozialversicherungspflichtige Jobs - durch Abbau von voll bezahlten Vollzeit-Jobs) repräsentieren, werden grundsätzlich zu dem Schluss kommen, dass es vom Geld her egal ist, ob sie arbeiten gehen und den Kita-Platz bezahlen, oder zuhause bleiben und Betreuungsgeld beziehen.
 
 
Doch diese vernünftige Betrachtungsweise passt weder jenen ins Bild, die den Kindern so früh als möglich eine einheitliche, staatskonforme Erziehung angedeihen lassen wollen, noch jenen, die befürchten, jede Mutter, die ihr Kind zuhause erzieht, entlaste den Arbeitsmarkt und könne damit die Notwendigkeit von Lohnerhöhungen heraufbeschwören, und schon gar nicht passt sie jenen, die auf die Privatisierung der Kitas spekulieren und mit jedem Kind, das ihnen entgeht, den schon sicher geglaubten Gewinn schwinden sehen.
 
Also wird das Betreuungsgeld verteufelt - und mit dem gleichzeitigen Hinweis auf die nicht optimale Situation in den Kitas versucht, noch mehr Staatsgeld (am besten natürlich erst einmal das "schädliche" Betreuungsgeld) für deren Ausbau locker zu machen, um nach Inkraftsetzung von TISA Einrichtungen übernehmen zu können, die keine eigenen Investitionen mehr erforderlich machen.
 
Der Tag ist vermutlich nicht mehr fern, an dem ein kluger poltiischer Kopf zu dem Schluss kommt, analog zur Pflegepflichtversicherung eine Kita-Pflichtversicherung einzuführen, die benötigten Gelder zur Finanzierung der künftig privatwirtschaftlich geführten Kindertagesstätten und Kindergärten also zwangsweise einzuziehen. Und so, wie die Leistungen der Pflegeversicherung und der Rentenversicherung heute nicht ausreichen, einen Pflegefall im Pflegeheim zu finanzieren, werden auch die Leistungen der Kita-Pflichtversicherung nicht ausreichen, einen Kita-Platz zu finanzieren. Das Sozialamt wird dann - wie auch im Pflegefall - die Differenz übernehmen und sie von den unterhaltspflichtigen Verwandten wieder einziehen, sobald dort auch nur ein Euro oberhalb der Pfändungsfreigrenze zu holen ist.
 
Liebe Leser!
 
Diese scheinheilige Debatte ist ein Angriff auf den Rest Ihrer Freiheit, über die Erziehung Ihrer Kinder selbst zu bestimmen - und zugleich ein Angriff auf Ihren Geldbeutel.
Verbannen Sie das Schimpfwort "Herdprämie" aus Ihrem Wortschatz, erkennen Sie das Ziel der perfiden Kampagne, die ein Jahr nach der Einführung des Betreuungsgeldes losgetreten wird.
 
Mit angeblich schlagenden Beweisen für die vom Betreuungsgeld ausgelöste Fehlsteuerung werden nur Vorurteile bedient, während die verächtliche Abstrafung der Kinder aus Hartz-IV-Familien mit keiner Silbe erwähnt wird.
 

 
Freiheit ist nicht nur ein philosophischer Begriff.
Freiheit ist etwas sehr Praktisches.
 
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Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 

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Über egon-w-kreutzer.de

Seit über 10 Jahren bin ich mit einer eigenen Homepage online und kommentiere das aktuelle Zeitgeschehen, stets verbunden mit dem Versuch, dabei aus den frühesten Anzeichen "sonderbarer" Veränderungen meine Schlüsse für die zukünftige Entwicklung zu ziehen.

Leider habe ich dabei in vielen Fällen mit äußerst negativen Prognosen Recht behalten.

Vor den Folgen der Agenda 2010 und der Hartz-Gesetze habe ich schon gewarnt, bevor sie offiziell verkündet wurden.

Das Kommen der Finanzkrise habe ich lange vor dem Krachen von Lehman-Brothers angekündigt, nämlich schon als in Deutschland die kleine IKB in Schwierigkeiten geriet.

Und derzeit richte ich mein Augenmerk über das aktuelle Geplänkel um die Ukraine recht weit in die Zukunft und warne vor der großen kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den USA und China, die gerade in Nigeria durch die USA wieder angeschoben wird.

Neben den ständigen Veröffentlichungen im Internet bin ich auch als Buchautor nicht mehr ganz unbekannt. Mit vier Bänden "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre" habe ich einen Grundstein für ein alternatives Wirtschafts- und Geldverständnis gelegt. Ganz neu (2013 und 2014 erschienen) habe ich mich mit "Das Euro-Schlachtfest" und "Wo bleibt die Revolution" zu Wort gemeldet.

Aus den Paukenschlägen der vergangenen Jahre sind zwei Sammelbände entstanden, in denen die wichtigsten und "schönsten" Aufsätze zusammengefasst sind.

Daneben habe ich weiteren Autorinnen und Autoren die Chance gegeben, ihre wichtigen Texte, die von den etablierten Verlagen nicht angenommen wurden, bei mir zu veröffenltichen. Dazu gehören insbesondere Samirah Kenawi (Falschgeld), Florian Stumfall (Das EU-Diktat), Freimut Kahrs (Lebenslüge Freiheit) und Karl Waldecker (GLOCALIS).

Seit kurzem habe ich mich entschlossen, auch einen regelmäßigen Informationsdienst "ewk - Zur Lage" herauszubringen, der über ein Förderabonnement, aber auch in Einzelausgaben kostenpflichtig bezogen werden kann.

Ich freue mich, wenn Ihnen meine Aufsätze und meine Bücher gefallen - und ganz besonders, wenn
Sie mir das auch mitteilen
.

Ihr Egon W. Kreutzer

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viel Wissenswertes z.T. sogar aktuell
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