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27. Mai 2014
 
09.00 Uhr Hollandes Wendemanöver
 
Der Schock über das Wahlergebnis in Frankreich hat Francois Hollande zu einer abrupten Kehrtwende veranlasst. Den Sparkurs verlassen, auf Wachstum, Beschäftigung und Investitionen setzen, das ist die neue Vorgabe aus dem Élysée Palast. Doch um dies zu verwirklichen, braucht er zweierlei: "das Geld" - und - "die Merkel".
 
So, wie es aussieht, versucht Hollande, sich aus beiden Abhängigkeiten zu lösen. Ein einziger Satz aus seiner Fernsehansprache bringt mehr als deutlich zum Ausdruck, was ihm vorschwebt:
 
„Meine Pflicht ist es, Frankreich zu reformieren
und Europa neu auszurichten".
 
Was das bedeutet, ist nicht schwer herauszuhören:
 
  • Nationale Interessen Frankreichs werden in den Vordergrund gestellt. Die Pflicht des Präsidenten ist es, Frankreich zu reformieren.
  • Europäische Verpflichtungen, vor allem Haushaltsdisziplin und Schuldengrenzen, werden nur so weit eingehalten, wie dies der Förderung von Wachstum und Beschäftigung nicht im Wege steht.
  • Die führende Rolle in Europa wird nicht länger den Deutschen überlassen. Die Grande Nation besinnt sich auf ihre Stärke und richtet Europa neu aus.
 
Daraus ergeben sich jedoch weitreichende Folgen:
  • Der neue Führungsanspruch in Europa, den Hollande formuliert hat, ist von Frankreich alleine nicht durchsetzbar. Hollande muss eine Allianz schmieden, die stark genug ist, um mit der Ratsmehrheit gegen die Stimme Deutschlands votieren zu können.
  • Die EZB, die in der Schuldenkrise eine wichtigere Rolle spielt als die Kommission, muss auf die Seite der neuen europäischen Führerschaft gezogen werden und endlich die Schleusen für die direkte Staatsfinanzierung öffnen. (Das scheint im Vorfeld bereits abgesprochen worden zu sein, die letzten Äußerungen Draghis lassen darauf schließen.)
Schlussendlich stehen Angela Merkel und Wolfgang Schäuble nun vor der Entscheidung:
 
Die Kehrtwende mit zu vollziehen, also auch den Sparkurs in Deutschland zu beenden, oder
ernsthaft den eigenen Austritt aus EU und Euro zu erwägen.
 
Nichts zu entscheiden, einfach so weiter zu machen und die anderen machen lassen, was sie wollen, käme der Zustimmung zur Schuldenunion bei ungebremster Neuverschuldung zu alleinigen Lasten Deutschlands gleich.
Frankreich, Großbritannien und etliche weitere EU-Wackelkandidaten nach dieser Ansage Hollandes auf die Einhaltung der Verträge verpflichten zu wollen, käme dem Aufruf zum Harakiri an Hollande und Cameron gleich.
 
Selbst die Kehrtwende zu vollziehen, wäre das Eingeständnis des vollständigen Versagens. Wer jahrelang predigte, das deutsche Modell sei die Blaupause für ganz Europa, nur um es dann auf den Misthaufen der Geschichte zu werfen, würde Deutschland in ein politisches Chaos stürzen, das sich niemand wünschen kann.
 
Es bleibt also im Grunde nur der Weg, sich so unauffällig wie möglich aus der EU hinauszuschleichen.
 
Was aber werden die USA dazu sagen? Deren Interessen liegen in einem geeinten, aber schwachen Europa. Nicht in einem Europa der stärkeren und schwächeren Nationen, mit denen man jeden Vertrag einzeln verhandeln müsste, statt ihn per Brüssel allen einfach überstülpen zu können.
 
Die Frage nach dem Vorsitzenden der Kommission tritt bei dieser Gemengelage so weit in den Hintergrund, dass sie nur noch der Verschleierung des viel größeren Problems dienen kann. Doch eines ist schon sicher: Martin Schulz kann unter diesen Vorzeichen nicht Kommissionspräsident werden.
 
 
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Wir nähern uns der (r)evolutionären Situation mit Riesenschritten.
 
 
 
Wo bleibt die Revolution?
 
Die Wahl zum EU-Parlament hat an der Sollbruchstelle der Macht neue Risse auftreten lassen.
 
Wird man die Spannungen zwischen den Bürgern und dem politischen System noch abbauen können, bzw. überhaupt abbauen wollen, bevor das Vertrauen endgültig zerbricht?
 
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Egon W. Kreutzer beschreibt die Stärke des herrschenden Systems - und er zeigt seine Schwachstellen auf. Dieses Wahlergebnis passt gut in seine Prognosen für die Zukunft Deutschlands und Europas.

 

 

 

 

 

 
 

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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 

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Neuerscheinung Mai 2014

Egon W. Kreutzer

Wo bleibt die Revolution
Die Sollbruchstelle der Macht


 

24. Mai 2014

Schon wieder wurde ein totes Neugeborenes gefunden.

Die Mutter hatte es wohl in einer Zugtoilette zur Welt gebracht - denn dort wurde es gefunden.

Nun drohen ihr fünf Jahre Gefängnis wegen Kindstötung.

Die Nachrichten, ob in Rundfunk, Fernsehen oder den Boulevard- Blättern, berichten entweder kurz, sachlich und nüchtern, oder emotional überladen und Schuld zuweisend.

Nicole Eick hat in Frauenhäusern, Schwangerenberatungsstellen und im klinischen Sozialdienst gearbeitet. Sie kennt das, was wir verharmlosend "Soziale Brennpunkte" nennen, aus eigener Anschauung aus nächster Nähe.

Ihr Roman beleuchtet nicht nur die schreckliche Tat. Sie schildert die ausweglos erscheinende Notlage einer Kindsmutter, die fast selbst noch ein Kind ist, sie zeichnet die Situation der Familie nach - wenn man das, wo sie lebt, so nennen kann - und sie kümmert sich um die Aspekte des Umfeldes, vom Obdachlosen, der das Kind beim Stöbern in den Mülltonnen noch lebend findet, bis hin zu den Ermittlungen der Polizei, den Aufregungen in den Zeitungsredaktionen und den Befürwortern und Gegnern von Babyklappen und großzügigerern Adoptionsregeln.

ABFALL ist ein mitreißender, spannender Roman, der Missstände nicht aufzählt, sondern beim Lesen miterleben lässt.

ABFALL wirft Fragen auf, die unsere Gesellschaft endlich beantworten muss, wenn wir uns nicht alle paar Wochen wieder darüber erregen wollen, wenn irgendwo ein toter Säugling gefunden wird.

ABFALL ist im EWK-Verlag erschienen, nachdem die renommierten Verlage der Autorin gesagt haben: "Das will niemand lesen."

Wollen Sie es auch nicht lesen?

 

Oder doch?


 

 Meistgelesen

Über egon-w-kreutzer.de

Seit über 10 Jahren bin ich mit einer eigenen Homepage online und kommentiere das aktuelle Zeitgeschehen, stets verbunden mit dem Versuch, dabei aus den frühesten Anzeichen "sonderbarer" Veränderungen meine Schlüsse für die zukünftige Entwicklung zu ziehen.

Leider habe ich dabei in vielen Fällen mit äußerst negativen Prognosen Recht behalten.

Vor den Folgen der Agenda 2010 und der Hartz-Gesetze habe ich schon gewarnt, bevor sie offiziell verkündet wurden.

Das Kommen der Finanzkrise habe ich lange vor dem Krachen von Lehman-Brothers angekündigt, nämlich schon als in Deutschland die kleine IKB in Schwierigkeiten geriet.

Und derzeit richte ich mein Augenmerk über das aktuelle Geplänkel um die Ukraine recht weit in die Zukunft und warne vor der großen kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den USA und China, die gerade in Nigeria durch die USA wieder angeschoben wird.

Neben den ständigen Veröffentlichungen im Internet bin ich auch als Buchautor nicht mehr ganz unbekannt. Mit vier Bänden "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre" habe ich einen Grundstein für ein alternatives Wirtschafts- und Geldverständnis gelegt. Ganz neu (2013 und 2014 erschienen) habe ich mich mit "Das Euro-Schlachtfest" und "Wo bleibt die Revolution" zu Wort gemeldet.

Aus den Paukenschlägen der vergangenen Jahre sind zwei Sammelbände entstanden, in denen die wichtigsten und "schönsten" Aufsätze zusammengefasst sind.

Daneben habe ich weiteren Autorinnen und Autoren die Chance gegeben, ihre wichtigen Texte, die von den etablierten Verlagen nicht angenommen wurden, bei mir zu veröffenltichen. Dazu gehören insbesondere Samirah Kenawi (Falschgeld), Florian Stumfall (Das EU-Diktat), Freimut Kahrs (Lebenslüge Freiheit) und Karl Waldecker (GLOCALIS).

Seit kurzem habe ich mich entschlossen, auch einen regelmäßigen Informationsdienst "ewk - Zur Lage" herauszubringen, der über ein Förderabonnement, aber auch in Einzelausgaben kostenpflichtig bezogen werden kann.

Ich freue mich, wenn Ihnen meine Aufsätze und meine Bücher gefallen - und ganz besonders, wenn
Sie mir das auch mitteilen
.

Ihr Egon W. Kreutzer

Bücherspenden-Fonds

Der Bücher-Spenden-Fonds,

eine Einrichtung für Menschen, die sich ein Buch, das sie lesen möchten, nicht leisten können, wird immer wieder von großzügigen Spendern aufgefüllt.

Aktuell steht ein Betrag von 15,60 Euro zur Verfügung.

Hier finden Leser und Spender Informationen dazu.

 Links

Politik im Spiegel
hochaktuell auf der Höhe der alternativen Meinung
http://politik-im-spiegel.de/

Gert Flegelskamp
ein geradliniger Querdenker, bringt laufend kluge, gut recherchierte Analysen - und dazu seine ganz klare Meinung zum Ausdruck
http://www.flegel-g.de/

Sozialticker
Informationen und Kritik zur aktuellen Sozialpolitik
http://www.sozialticker.com

Kritisches Netzwerk
engagierte, kritische Stimmen - stets aktuell
http://www.kritisches-netzwerk.de/

Mag Wompel
das labournet - die Gewerkschaftslinken
http://www.labournet.de

Cleanstate e.V.
H.J.Selenz im Kampf gegen Korruption, Betrug und Vetternwirtschaft
http://www.cleanstate.de/start.html

Nachdenkseiten
nur mehr bedingt empfehlenswert. Die Macher schweben in ihren Eigenbeiträgen auf einer Wolke der EU-phorie, und die Nachrichten gibts anderswo auch.
http://www.nachdenkseiten.de/

Statistisches Bundesamt
viel Wissenswertes z.T. sogar aktuell
http://www.destatis.de

 

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