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Am 23. Juli ist das Dossier ewk - Zur Lage, Ausgabe 4, erschienen.

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25. Juli 2014
 
08.45 Uhr Bertelsmann und die Kindertagesstätten
 
Die allgegenwärtige Bertelsmannstiftung ist auch diese Woche wieder mit einer neuen Studie an die Öffentlichkeit getreten. Wie meist, wird in den Medien weder darüber berichtet, wer die Studie in Auftrag gegeben hat, noch was sie gekostet hat. Stattdessen werden plakative Zahlen in die Welt gesetzt.
 
Dies mal heißt es, es würden 120.000 Erzieherinnen und Erzieher in deutschen Kindertagesstätten fehlen und die tatsächlich zu beschäftigen würde alle Jahre fünf Milliarden Euro extra kosten.
 
Diese Mitteilung ist ungefähr so interessant wie die Anzeige am Bahnhof Düsseldorf, dass der Zug aus Frankfurt sich um 7 Minuten verspäten wird.
 
Die Situation ist so, wie sie ist. Sowohl die Zuständigen, wie auch die Betroffenen richten sich darauf ein, und so lange nichts Schlimmes passiert, ändert sich daran nichts.
 
Weitaus interessanter wäre eine Studie gewesen, die sich damit auseinandersetzt, wie es zu dieser Situation gekommen ist, welche Fehlentscheidungen von wem aus welchen Zwängen heraus oder mit welcher Absicht getroffen wurden, um heute zu erklären, es müssten fünf Milliarden mehr ausgegeben werden, um die Versorgung Deutschlands mit KiTa-Erzieherinnen und -Erziehern zu optimieren.
 
Da käme nämlich ans Licht, dass die ganze, vermeintliche Misere lediglich das Ergebnis der scheuklappenbewehrten Umsetzung ideologischer Zwangsvorstellungen ist.
 
Diese Zwangsvorstellungen lauten:
  • Eltern sind - von Ausnahmen abgesehen - grundsätzlich schlechter für die Erziehung ihrer Kinder geeignet, als das staatlich gecastete Personal.
  • Die Aufgabe der Kindererziehung hindert Eltern daran, sich in Beruf und Karriere selbst zu verwirklichen.
  • Besonders Frauen werden von Arbeitgebern diskriminiert, wenn sie die sowieso schon karriereschädliche Babypause über den gesetzlich vorgeschriebenen Mutterschaftsurlaub hinaus ausdehnen.
  • Der "demografische Faktor" verlang eine höhere Geburtenzahl, die ist aber nur zu erreichen, wenn die Eltern wissen, wohin mit dem Kind, während sie arbeiten, um sich ein Kind leisten zu können.
Ganz massiv kamen diese ideologisch motivierten Vorstellungen zum Ausdruck, als das Erziehungsgeld verächtlich als "Herdprämie" zur Sicherstellung des Alkoholnachschubs von Müttern aus bildungsfernen Schichten bezeichnet wurde.
 
Betrachtet man die reale Situation, dann stellt man verwundert fest, dass es die Millionen von Karriere- und Selbstverwirklichungschancen, zu denen Eltern wegen Kindererziehung der Zugang verwehrt sein soll, überhaupt nicht gibt.
Männer und Frauen, Väter und Mütter sind in aller Regel froh, überhaupt einen Job zu haben und denken viel weniger an Karriere und Selbstverwirklichung als sie darüber nachdenken, wie sie mit den verfügbaren Netto-Einkommen halbwegs anständig über die Runden kommen.
 
Der in den Himmel der Ideologen gehobene Wunsch nach Selbstverwirklichung entpuppt sich ganz schnell als die bittere Notwendigkeit, dass beide arbeiten und Geld verdienen müssen, um sich überhaupt ein Kind leisten zu können, während die wachsende Zahl Alleinerziehender zu einem hohen Anteil nur überleben kann, weil der Staat die Alimentation ganz oder teilweise übernimmt.
 
Doch die Ideologen haben folgerichtig und unbeirrbar den Anspruch auf einen KiTa-Platz ins Gesetz geschrieben, in den öffentlichen Lobpreisungen ihrer Segenstaten aber nie darauf hingewiesen, dass dieser Anspruch nur gelten gemacht werden kann, wenn die Eltern bereit sind, dafür auch Monat für Monat kräftig zu zahlen. Nur ganz wenige Träger sind in der Lage, kostenlose KiTa-Plätze anzubieten.
 
Die aus wirtschaftlichen Zwängen doppelverdienenden Eltern haben also neben den zusätzlichen "Werbungskosten" für den Zweitverdienst, von dem der Staat sich über die raffinierte Gestaltung der Lohnsteuergruppen sowieso schon einen erheblichen Teil abzwackt, auch noch die Kosten für den KiTa-Platz zu tragen, und so mancher dringend erforderliche Zweitverdienst bringt bei Anrechnung aller dieser Faktoren nicht viel mehr als einen Netto-Stundenlohn von 1 Euro hervor. Besser als nichts. Alles für das Kind!
 
Gut 300 Euro kostet ein KiTa-Platz durchschnittlich im Monat, manche Einrichtungen verlangen auch 600 Euro und mehr.
 
Würde das Personal entsprechend den Vorstellungen der Bertelsmannstiftung aufgestockt, könnten aus den durchschnittlichen 300 Euro schnell 400 Euro werden, mit der Folge, dass die Belastung der Doppelverdiener-weil-Kind-Familien noch einmal steigt, ohne dass dem auch entsprechende Einkommenssteigerungen entgegen stünden.
 
Wenn die Bertelsmänner Recht haben, und die KiTa-Betreuung tatsächlich mit dem unzureichenden Personal nur "subotpimal" sein kann, weil nach ihrer Auffassung für jeweils drei unter Dreijährige, bzw. siebeneinhalb Überdrei-Jährige ein Erzieher zur Verfügung stehen müsste, dies sich aber mit den vorhandenen Mitteln weder jetzt, noch in nächster Zukunft realisieren lässt, weil die Staatshaushalte unter extremem Sparzwang so etwas wie Mehrausgaben absolut nicht hergeben, dann muss das Konzept der Vollversorgung mit KiTa-Plätzen als gescheitert angesehen werden.
 
Man bedenke: Die Erziehung zuhause ermöglicht in der Ein-Kind-Familie immerhin ein Verhältnis von einem bzw. 1,x Erziehern pro Kind, eine traumhafte Zahl, die in der KiTa niemals erreicht werden kann, zudem hat das Kind eine bis 1,x feste Bezugspersonen, die ihm nicht bestenfalls mit professioneller Distanz begegnen, wie in der KiTa, sondern mit elterlicher Liebe.
 
Vermutlich wollte die Bertelsmann-Stiftung aber nicht auf diese Zusammenhänge hinweisen, die ja - wollte man daran etwas ändern - den Arbeitsmarkt durcheinander bringen würden, weil dann eine große Zahl selbsterziehender Frauen dem Arbeitsmarkt für einige Jahre fehlen würde, was zwangsläufig ein Sinken der Arbeitslosigkeit und damit ein Ansteigen des Lohnniveaus nach sich ziehen würde.
 
Vermutlich ist das nur ein weiterer Schritt zum Ziel, den Bertelsmann-Konzern in seiner Absicht, den "Bildungsmarkt" zu erobern, voranzubringen. Auch hier muss der Blick auf die in Vorbereitung befindlichen Freihandelsabkommen gerichtet werden. ALLE Dienstleistungen sollen demnächst den "Kräften des Marktes" überlassen werden. Also werden die Gemeinden künftig auch den Betrieb ihrer KiTas nur dann noch selbst übernehmen dürfen, wenn sie aus einer internationalen Ausschreibung als billigster Anbieter hervorgehen.
 
Das ist für eine klamme Gemeinde sehr schwer. Für einen milliardenschweren Konzern ist es ein Leichtes, den Fuß in die Tür zu bekommen und sich damit unausrottbar festzusetzen. Das beginnt mit der Übernahme des Personals. Wollte sich die Gemeinde später erneut an einer Ausschreibung beteiligen, müsste sie zuerst nachweisen, auch das geeignete Personal stellen zu können. Das ist aber bei der privaten Konkurrenz fest unter Vertrag - und damit hat der Bürgermeister für alle Zeiten verloren.
 
Die Verstaatlichung der frühkindlichen Erziehung ist ein Irrweg. Nun wird die Privatisierung vorbereitet und damit den Interessen der Wirtschaft und des Kapitals die Möglichkeit gegeben, unsere Kinder in ihrer frühesten Entwicklungsphase nachhaltig zu indoktrinieren und sich dabei auch noch goldene Nasen zu verdienen.
 
Das ist kein Irrweg mehr, das ist in meinen Augen ein Verbrechen. Leider gibt es kein Gesetz dagegen, wohl aber bald Verträge, in denen es zur Pflicht wird.
Dazu ergänzender und aus persönlichem Erleben geschriebener Kommentar von Peter S.
 
Lieber Herr Kreutzer,
 
meine Frau war lange Jahre Erzieherin in städtischen Kindergärten und Kindertagesstätten. Sie hat den geliebten Beruf geschmissen, weil er unerträglich wurde.

Ausstattung, Größe und Anzahl des Personals: Mangelhaft.
U3- Plätze werden angeboten, obwohl die Einrichtung nicht bedarfsgerecht ausgerüstet ist. 25 Kinder von 3-6 Jahren verteilt auf maximal 2 Erwachsene. 12 Kinder von 1-3 Jahre verteilt auf maximal 3 Erwachsene.
Da wird alleine schon der Toilettengang zum Ritt auf der Kanonenkugel. Krankheitsfälle mal vernachlässigt.

Dazu diametral die Zahlung des Schmerzensgeldes/Gehalt. Lächerlich.
Dazu nun die neusten Ausbildungsvoraussetzungen :
Abitur zzgl. einer 5-jährigen Ausbildung, wobei das sogenannte Anerkennungsjahr eine
Gehaltszahlung gegen NULL vorsieht.
 
Die daraus resultierenden Ergebnisse, die natürlich im Locus und Schmiergel sowie von der Bertelsmannstiftung (lach) verschwiegen werden, brauche ich Ihnen nicht mitteilen...
 
Anstatt Menschen, die arbeiten, wie noch bis in die achtziger Jahre möglich, ein Nettoeinkommen zu lassen, damit eben mindestens ein Elternteil wenigstens bis zum Kindergarten, besser bis zur Grundschule zu Hause bleiben kann...
 
Ach, was rege ich mich auf.
Trotzdem Ihnen und Ihren Lieben ein schönes Wochenende.
--
Mit freundlichem Gruß
Peter S.

 
Freiheit ist nicht nur ein philosophischer Begriff.
Freiheit ist etwas sehr Praktisches.
 
Freiheit geht nämlich nicht verloren. Sie wandert von dem, der sie sich nehmen lässt, zu dem, der sie genommen hat und vergrößert damit dessen Macht.
 
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Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

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Über egon-w-kreutzer.de

Seit über 10 Jahren bin ich mit einer eigenen Homepage online und kommentiere das aktuelle Zeitgeschehen, stets verbunden mit dem Versuch, dabei aus den frühesten Anzeichen "sonderbarer" Veränderungen meine Schlüsse für die zukünftige Entwicklung zu ziehen.

Leider habe ich dabei in vielen Fällen mit äußerst negativen Prognosen Recht behalten.

Vor den Folgen der Agenda 2010 und der Hartz-Gesetze habe ich schon gewarnt, bevor sie offiziell verkündet wurden.

Das Kommen der Finanzkrise habe ich lange vor dem Krachen von Lehman-Brothers angekündigt, nämlich schon als in Deutschland die kleine IKB in Schwierigkeiten geriet.

Und derzeit richte ich mein Augenmerk über das aktuelle Geplänkel um die Ukraine recht weit in die Zukunft und warne vor der großen kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den USA und China, die gerade in Nigeria durch die USA wieder angeschoben wird.

Neben den ständigen Veröffentlichungen im Internet bin ich auch als Buchautor nicht mehr ganz unbekannt. Mit vier Bänden "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre" habe ich einen Grundstein für ein alternatives Wirtschafts- und Geldverständnis gelegt. Ganz neu (2013 und 2014 erschienen) habe ich mich mit "Das Euro-Schlachtfest" und "Wo bleibt die Revolution" zu Wort gemeldet.

Aus den Paukenschlägen der vergangenen Jahre sind zwei Sammelbände entstanden, in denen die wichtigsten und "schönsten" Aufsätze zusammengefasst sind.

Daneben habe ich weiteren Autorinnen und Autoren die Chance gegeben, ihre wichtigen Texte, die von den etablierten Verlagen nicht angenommen wurden, bei mir zu veröffenltichen. Dazu gehören insbesondere Samirah Kenawi (Falschgeld), Florian Stumfall (Das EU-Diktat), Freimut Kahrs (Lebenslüge Freiheit) und Karl Waldecker (GLOCALIS).

Seit kurzem habe ich mich entschlossen, auch einen regelmäßigen Informationsdienst "ewk - Zur Lage" herauszubringen, der über ein Förderabonnement, aber auch in Einzelausgaben kostenpflichtig bezogen werden kann.

Ich freue mich, wenn Ihnen meine Aufsätze und meine Bücher gefallen - und ganz besonders, wenn
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