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23. September 2014
 
15.15 Uhr ZEIT ONLINE - PISA lässt grüßen, Sprachverständnis mangelhaft
 
Der deutschen Sprache offenbar nicht mehr mächtig, verkündet die Online-Redaktion der Zeit in großen Lettern: Assad-Regime begrüßt US-Luftangriffe in Syrien.
 
Hätte der Überschriften-Texter im Deutschunterricht ein bisschen besser aufgepasst, es wäre ihm aufgefallen, dass Syrien zwar "jede internationale Bemühung, die zum Kampf gegen Terroristen beiträgt" unterstützt, aber eben nur, wenn diese sich im Rahmen des Internationalen Rechts bewegt und die Souveränität Syriens nicht angetastet wird.
 
Das ist das genaue Gegenteil, und bedeutet frei übersetzt:
 
"Ihr könnt euren Krieg gegen den Terror führen wo ihr wollt, aber nicht in Syrien, und schon gar nicht ohne UN-Mandat!"
 
 
 
 
 
10.00 Uhr Bombardiert Syrien!
 
Hunderttausende syrischer Kurden haben sich in panischer Angst über die Grenze ins Nachbarland Türkei gerettet. In einer Reportage eines GEZ-Qualtitätsfernsehsenders hieß es vom Reporter vor Ort sinngemäß: Die Angst vor IS ist so groß - da genügt ein Gerücht, und die Menschen sind auf der Flucht.
 
Nach drei Geiselmorden, von denen jeder von den GEZ-Qualitätsmedien mehr Aufmerksamkeit erhielt als jemals einem Drohnen-Massenmord in Pakistan zuteil wurde, hat die Öffentlichkeit in den letzten 48 Stunden vor dem Angriff der USA auf Syrien das notwendige emotionale Rüstzeug abbekommen, um der "Ausrottung" der IS-Terrormilizen zuzustimmen und darin sogar eine humanitäre Aktion zu erkennen.
 
Nun schlagen sie wieder zu. Das Muster hat sich beim Überfall auf Bagdad bewährt: Erst haut man ordentlich mit Marschflugkörpern rein - und wenn die Ameisen dann hastig versuchen, ihren Haufen zu reparieren und die Brut zu retten, dann kommen die Bomber und machen platt, wofür Cruise Missiles zu schade sind.
 
Wer nun zu dem Schluss kommen sollte, die Kurden seien nicht vor IS-Milizen geflohen, sondern mit Gerüchten über unmittelbar bevorstehende, unvorstellbare Gräuel in Angst versetzt und damit in Sicherheit gebracht worden, hat mein vollstes Verständnis. Was da wirklich in den letzten drei Tagen gelaufen ist, werden wir wohl nie erfahren.
 
Doch es ist auch egal, ob wir es wissen, oder nicht.
 
Im Augenblick scheint es mir wichtig, die Begrifflichkeiten neu zu sortieren und ein neues Bild von der Wertehierarchie der westlichen Wertegemeinschaft zu zeichnen.
 
Ein Konvoi von 200 oder 300 Lastkraftwagen, der ohne jegliche Bewaffnung oder militärischen Begleitschutz die Bewohner eines Krisengebietes mit Lebensmitteln, Medikamenten und Notstromaggregaten versorgt, der sich noch dazu geduldig eine ganze Woche lang grundlos an der Grenze aufhalten lässt, bevor er ohne die endgültige Genehmigung der Putschistenregierung weiterfährt, ist ein verdammenswerter aggressiver Akt, wird als völkerrechtswidrige Invasion gebrandmarkt und ist Grund genug, den Absender als kriegslüsternen Provokateur zu desavouieren.
 
Ein massiver militärischer Angriff auf einen Staat, dessen legal amtierender Präsident sich diese "Hilfe" verbeten hat, ist das selbstverständliche Gebot der Stunde, bedarf weder eines UN-Mandats noch sonst einer völkerrechtlichen Rechtfertigung. Es reicht, wenn sich ein paar Nachbarn dem Überfall der USA anschließen. Es ist zudem vollkommen in Ordnung, gut und richtig, wenn die USA nun ganz offiziell alljährlich mindestens 5.000 so genannte "gemäßigte" Rebellen ausbilden und ausrüsten, um am Boden das Werk zu vollenden, das die US-Army mit Marschflugkörpern, Raketen und Kampfflugzeugen begonnen hat und weiter unterstützen wird.
 
Meine entnazifizierten Lehrer haben mir seinerzeit mit einiger Mühe beigebracht, dass die vielen schönen Kriege und die Jahreszahlen, die es dazu auswendig zu lernen galt, geschichtliche Ereignisse waren, weil man sich damals halt einfach gerne bekriegt hat. Spätestens seit den Eroberungsfeldzügen des seine Kleinwüchsigkeit überkompensierenden Napoleon Bonaparte, und allerspätestens seit den beiden verheerenden Weltkriegen habe die Menschheit etwas dazu gelernt. Seitdem gäbe es für Leute, die Angriffskriege planen und durchführen, den Begriff "Kriegsverbrecher", und diese würden in eigens geschaffenen Tribunalen zur Rechenschaft gezogen. Seitdem gäbe es auch die Vereinten Nationen, die weltweit den gleichen Menschenrechten zur Wirksamkeit verhelfen und deren oberstes Organ, der Weltsicherheitsrat, dafür sorge, dass Konflikte zwischen Staaten möglichst friedlich beigelegt werden können.
 
Ein Hitler, der erst den Reichstag anzünden ließ, um innenpolitisch aufräumen zu können, und der dann einen Überfall auf den Sender Gleiwitz inszenierte, um mit einer nie gekannten militärischen Übermacht zurückschießen und per Blitzkrieg Polen überrennen zu können, den könne es nach 70 Millionen Toten einfach nicht mehr geben.
 
Selbst unser Grundgesetz verbiete die Vorbereitung eines Angriffskrieges und es habe die Bundeswehr - nach der Wiederbewaffnung - zur reinen Verteidigungsarmee bestimmt.
 
Heute muss ich sagen:
 
Es ist unsäglich, was man uns Schülern für einen Quatsch erzählt hat.
Warum hat man uns verschwiegen, dass von jedem Staatenlenker überall da verlangt wird, sich seiner Verantwortung zu stellen, also Krieg zu führen, wo sich dafür auch nur im Entferntesten eine Rechtfertigung finden lässt. Warum haben sie uns verschwiegen, dass Deutschland überall auf der Welt verteidigt werden kann, nicht nur am Hindukusch, auch in Somalia oder im Kosovo und wo auch immer sonst noch. Warum hat man uns nicht erzählt, dass die USA uns diese Verantwortung vorleben, mit Atombomben auf Japan, mit Napalm und Agent Orange in ihren Dschungelkriegen in Korea und Vietnam?
Warum hat man uns mit Gräuelgeschichten über die Amazonen geängstigt, die so brutal waren, dass sie sich selbst eine Brust amputierten, um besser mit dem Bogen schießen zu können, wo man sich doch heute als Kriegerin gar keine Brust mehr amputieren muss, weil man nicht mehr mit Pfeil und Bogen schießt, sondern vom sicheren Schreibtisch im Verteidigungsministerium aus die Schlachten lenken kann?
 
Verdammt noch mal! Ich war zwei Jahre bei der Bundeswehr, und da hieß jeder dritte Satz aus dem Munde eines Vorgesetzten: "Im Ernstfall, der nie eintreten möge!"
Diese verlogene Bande damals hat mich mit ihrem feigen pazifistischen Gedöns um die Chance gebracht, heldenhaft für mein Vaterland zu kämpfen. Zwei Jahre völlig umsonst gedient, weil die damaligen Politiker einfach zu feige waren, sich ihrer Verantwortung zu stellen!
 
Mein Vater hat mir sein Eisernes Kreuz II. Klasse vererbt - wie stehe ich da, vor meinen Kindern, der ich nie die Chance bekommen habe, Orden und Ehrenzeichen zu erringen?
 
Nun ja, ich lebe noch. Übermorgen werde ich 65 - und habe noch keinen Tag Krieg auf deutschem Boden erlebt. Wenn meine Kinder aus diesem Anlass irgendwo im Ausland ein Blümchen auf einem deutschen Soldatenfriedhof ablegen müssten, wäre das vielleicht - selbst mit einem halben Zentner Orden im Sarg - nicht gerade das Gelbe vom Ei.
 
Vermutlich liegt es an der Misere unseres Schulsystems, dass den Kindern nicht mehr erzählt wird, dass es da mal in Nürnberg einen Prozess gab, gegen Kriegsverbrecher, dass ihnen aber immer noch von den Heldentaten der Ost- und Westgoten, von Alarich und Alexander, von Cäsar - und auch schon wieder von Napoleon vorgeschwärmt wird.
 
Ach ja, zum Schluss noch mal zurück zur Begriffs- und Werteklärung:
 
Der Friedensnobelpreis ist inzwischen zu einer Auszeichnung geworden, die diejenigen erhalten, von denen man erwartet, dass sie ihrer Verantwortung stets gerecht werden.
 
Gauck soll auch schon nominiert sein.
 
 
 
 


 
 
 
 
 
 

 
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Karl Waldecker

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Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

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Egon W. Kreutzer

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Über egon-w-kreutzer.de

Seit über 10 Jahren bin ich mit einer eigenen Homepage online und kommentiere das aktuelle Zeitgeschehen, stets verbunden mit dem Versuch, dabei aus den frühesten Anzeichen "sonderbarer" Veränderungen meine Schlüsse für die zukünftige Entwicklung zu ziehen.

Leider habe ich dabei in vielen Fällen mit äußerst negativen Prognosen Recht behalten.

Vor den Folgen der Agenda 2010 und der Hartz-Gesetze habe ich schon gewarnt, bevor sie offiziell verkündet wurden.

Das Kommen der Finanzkrise habe ich lange vor dem Krachen von Lehman-Brothers angekündigt, nämlich schon als in Deutschland die kleine IKB in Schwierigkeiten geriet.

Und derzeit richte ich mein Augenmerk über das aktuelle Geplänkel um die Ukraine recht weit in die Zukunft und warne vor der großen kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den USA und China, die gerade in Nigeria durch die USA wieder angeschoben wird.

Neben den ständigen Veröffentlichungen im Internet bin ich auch als Buchautor nicht mehr ganz unbekannt. Mit vier Bänden "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre" habe ich einen Grundstein für ein alternatives Wirtschafts- und Geldverständnis gelegt. Ganz neu (2013 und 2014 erschienen) habe ich mich mit "Das Euro-Schlachtfest" und "Wo bleibt die Revolution" zu Wort gemeldet.

Aus den Paukenschlägen der vergangenen Jahre sind zwei Sammelbände entstanden, in denen die wichtigsten und "schönsten" Aufsätze zusammengefasst sind.

Daneben habe ich weiteren Autorinnen und Autoren die Chance gegeben, ihre wichtigen Texte, die von den etablierten Verlagen nicht angenommen wurden, bei mir zu veröffenltichen. Dazu gehören insbesondere Samirah Kenawi (Falschgeld), Florian Stumfall (Das EU-Diktat), Freimut Kahrs (Lebenslüge Freiheit) und Karl Waldecker (GLOCALIS).

Seit kurzem habe ich mich entschlossen, auch einen regelmäßigen Informationsdienst "ewk - Zur Lage" herauszubringen, der über ein Förderabonnement, aber auch in Einzelausgaben kostenpflichtig bezogen werden kann.

Ich freue mich, wenn Ihnen meine Aufsätze und meine Bücher gefallen - und ganz besonders, wenn
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Ihr Egon W. Kreutzer

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