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17. September 2014
 
08.00 Uhr Abgemahnt - nee, viel schöner ...
 
Diesmal hat es Julie erwischt. Sie hat in ihrem Blog "Politik-im-Spiegel.de" vor ziemlich genau einem Jahr einen Artikel übernommen (natürlich mit Genehmigung des Urhebers) zu dem auch ein Foto gehörte.
 
Das Foto ist das urheberrechtlich geschützte Produkt eines Promifotografen, kein "Allerweltsfoto", wie die Anwaltskanzlei betont, sondern ein hochwertiges und weltweit nachgefragtes Werk, das seinem Urheber - das vermute jetzt ich - deswegen schon eine ganze Menge Kohle eingebracht hat.
 
Nun hat die Anwaltskanzlei auf der Suche nach einträglichen Geschädigten offenbar diesen Fotografen entdeckt und ihm ein lukratives Angebot unterbreitet: "Wir dürfen nach Urheberrechtsverletzungen suchen - und du bekommst auch noch Geld dafür."
 
Wer kann da schon nein sagen.
 
Also hat ein Subunternehmer im Auftrag der Anwaltskanzlei einen speziellen Crawler ins Netz gejagt, um alle Kopien aller Werke dieses berühmten Fotografen aufzufinden und unberechtigte Nutzer festzustellen. Dann hat vermutlich der gleiche Subunternehmer aus dem Schleppnetzfang weitgehend automatisiert die Protestschreiben an die Sünder erzeugt, die zuletzt von einem Mitglied der ehrenwerten Sozietät im Akkord unterschrieben wurden, nur um gleich darauf vom nächsten Subunternehmer kuvertiert und frankiert zu werden.
 
Der Witz ist - es ist gar keine Abmahnung.
 
Es ist etwas Neues. Eine Innovation der "Nutzlos-Branche".
 
Es ist eine Schadensersatz-Forderung für die bisherige Nutzung des Bildes, verbunden mit dem Angebot, das Bild weiter zu nutzen, wenn nur das Copyright richtig vermerkt wird.
 
Anders als bei Abmahnungen stellt auch die Kanzlei keine eigenen Forderungen an Julie, die würde der Geschädigte kulanterweise selbst übernehmen, heißt es, weil es sich bei Julie um eine Privatperson handelt.
 
Das ist natürlich Quatsch. Die Einschaltung eines Anwalts geht zunächst einmal immer zu Lasten dessen, der ihn beauftragt - es sei denn, es handelt sich um eine klassische Abmahnung - da darf der Anwalt gleich auf den Abgemahnten zugreifen.
 
Doch von einer klassischen Abmahnung kann nicht die Rede sein. Ganz im Gegenteil, es handelt sich genaugenommen um ein Angebot zur Weiternutzung des Bildes, die gestattet wird, wenn das Copyright richtig vermerkt wird und der Fantasie-Betrag von 800 Euro bis zum 26. September auf das Konto der Anwaltskanzlei überwiesen wird.
 
Der nächste Witz: Es ist doch eine Abmahnung.
 
Denn der vorletzte Satz des 4 Seiten langen und vollkommen überflüssigen Sermons lautet:
 
"Mit Zahlung des Betrages in Höhe von 800 Euro können Sie die Fotografie unseres Mandanten für die in dieser Abmahnung erwähnten Artikel nutzen".
 
Eine Abmahnung erfordert eine Unterlassungserklärung. Sonst ist es keine. Die wurde nicht verlangt, im Gegenteil, es wird ausdrücklich angeboten, den "Schaden" durch eine Einmalzahlung zu heilen - und das, nachdem sowohl der Artikel als auch das Bild längst nicht mehr aktuell sind und von niemandem mehr aufgerufen werden.
 
Es handelt sich nach meiner Wahrnehmung um einen neuen Trick der Abzockmafia, genau jene Gesetze zu umgehen, die zum Schutz vor Abmahnanwälten erlassen wurden, indem eben keine Abmahnungen mehr verschickt werden, sondern aus der Luft gegriffene Schadensersatzforderungen erhoben werden und die gesetzlich gedeckelte Abmahnpauschale gar nicht explizit verlangt wird, weil sie nun in der Schadensersatzforderung - für jedes blinde Gericht unsichtbar - versteckt ist.
 
Das Wort "Abmahnung" wird dennoch eingestreut, weil es doch eine ganz beträchtliche Wirkung auslöst, die nicht zuletzt von Internetseiten geschürt wird, die angeblich vor den Abzockern warnen, doch zugleich in jedem zweiten Satz betonen, es sei besser zu bezahlen, denn der Abgemahnte hätte keine Chance und bliebe bei Gegenwehr mit ungewissem Ausgang auf jeden Fall auf den eigenen Anwaltsgebühren sitzen.
 
Dabei geht es professionellen Massenabmahnern nicht darum, Prozesse zu führen, höchstens um solche, die mit den Beklagten vorher abgesprochen sind und zu entsprechend brauchbaren Urteilen führen, mit denen man um sich werfen kann, um die Opfer einzuschüchtern.
 
Ansonsten ist es ihnen völlig genug, wenn nur zwanzig oder dreißig Prozent der Angeschriebenen zahlen - dann hat sich das Geschäft doch gelohnt. Warum also das Risiko eingehen, am Wohnort des Abgemahnten vor Gericht zu ziehen und womöglich zu verlieren?
 
Klar ist allerdings: Würde ich hier den Namen der Anwaltskanzlei nennen, ich hätte sofort eine Klage am Hals und würde verlieren. Würde ich hier den Namen des Fotografen nennen, ginge es mir nicht anders. Selbst wenn ich das "Nicht-Abmahnschreiben" im Wortlaut, mit geschwärzten Stellen da, wo Persönlichkeitsrechte verletzt werden könnten, veröffentlichen würde, hätte ich sofort eine Klage am Hals und müsste blechen.
 
Wer sich für die Details interessiert, kann mir eine Mail senden.
 
Wer mehr über die "Nutzlosbranche" der Internet-Abzocker erfahren will, vor allem einen Einblick gewinnen möchte, wie die Leute "ticken", die sich so dreist bedienen und dabei vom Rechtsstaat immer noch weitestgehend geschützt werden, dem empfehle ich "Andreas Sterntal, Brieffreundschaft mit einem Abzocker", zu lesen.
 
Ein paar Exemplare dieses Buches, zu dem Prof. Dr. Hans See, Gründer der gemeinnützigen Aufklärungsorganisation gegen Wirtschaftskriminalität "Business Crime Control" das Vorwort geschrieben hat, warten noch darauf, ihre aufklärende Wirkung entfalten zu können.
 
Andreas Sterntal
 
Brieffreundschaft mit einem Abzocker
 
- was alles Recht ist -
 
 
 
ist im Februar 2011 in der Erstausgabe im EWK-Verlag erschienen.
 
Der Hardcover-Band, der in Romanform, wenn auch verfremdet, schildert, was der Autor erlebt und in mühsamer Arbeit recherchiert hat, kostet 16,90 €.
 
Wenn ich diesen Preis betrachte, denke ich mir manchmal wirklich, ich hätte vielleich doch auch Abzock-Anwalt werden sollen.
 
 
Die Bereicherung im Anschein des Rechts ist das dominierende Prinzip in den aufgeklärten Gesellschaften der Gegenwart. Unterwerfung und Tributpflicht werden nicht mehr mit der Waffe in der Hand erzwungen, sondern - gegen den Sinn des geschriebenen Rechts - mit juristischen Spitzfindigkeiten.
 
Das Ergebnis ist die Renaissance der Klassengesellschaft. Auf der einen Seite stehen diejenigen, die sich nehmen dürfen, auf der anderen Seite diejenigen, die herausgeben müssen. Bei genauer Betrachtung handelt es sich um eine Art von Rassismus. Die Rasse der Ausbeuter, die Ausbeutung als ihr natürliches Recht ansieht, und die Rasse der Ausgebeuteten, die Ausbeutung als ihr gottgegebnes Schicksal betrachten.
 
Methoden und Techniken ändern sich mit dem Fortschritt, das Prinzip bleibt unberührt.
Das ist im Kleinen so, wie hier bei dem frechen Zugriff von Abmahnanwälten, und es ist im Großen so, wenn die USA das Recht zu Angriffen auf Syrien daraus ableiten, dass die Koalition der Willigen groß genug sei, um auf ein UN-Mandat pfeifen zu können.
 
Man stelle sich vor, der Anführer einer Bankräuberbande würde so argumentieren: "Wir sind mehr als 20 Mann, die es für richtig befinden, diese Bank zu überfallen, und deshalb haben wir auch das Recht dazu und werden jeden gnadenlos erschießen, der sich uns dabei in den Weg stellt".
 
Das geht so nicht, weil normale Bankräuber nach normalem Recht behandelt werden.
Dass in den letzten Jahren eine große Zahl von Banken im wahrsten Sinne des Wortes ausgeraubt wurden - ohne dass sich finstere Gestalten nächtens mit Schweißbrennern am Tresor zu schaffen machten, einfach dadurch, dass im Anschein des Rechts "Bankgeschäfte" stattgefunden haben, an denen die einen hunderte von Milliarden verdienten, während nun die Steuerzahler der Schaden ersetzen müssen, das wird von der breiten Öffentlichkeit, von der Schafherde, die regelmäßig geschoren werden muss, allenfalls als "irritierend" wahrgenommen. Auf die Idee, nach Verbrechern im weißen Kragen zu suchen, kommt niemand, und wo es doch einmal eine übereifrige Staatsanwaltschaft versucht, kommt am Ende ein glatter Freispruch heraus.
 
Bereicherung im Anschein des Rechts ist das Prinzip unserer Tage. Alle Raubritter der Geschichte zusammengenommen waren Waisenknaben gegen die derzeit herrschende Bande globaler Abzocker, die es geschafft hat, uns davon zu überzeugen, dass eine Wirtschaft, die mindestens 10 Mal produktiver ist als noch vor 50 Jahren, die also eigentlich unser aller Wohlstand wachsen und die Arbeitszeiten schrumpfen lassen sollte, notwendigerweise und wegen der Wettbewerbsfähigkeit nur mit wachsender Armut aufrecht erhalten werden kann.
 
Wir spinnen alle.
 
Weil wir es uns gefallen lassen.
 
Wo bleibt die Revolution?
 
 
 
 
 
 
 
 

 
Freiheit ist nicht nur ein philosophischer Begriff.
Freiheit ist etwas sehr Praktisches.
 
Freiheit geht nämlich nicht verloren. Sie wandert von dem, der sie sich nehmen lässt, zu dem, der sie genommen hat und vergrößert damit dessen Macht.
 
Denkanstöße und Handlungsalternativen zur Wahrung der Freiheit finden Sie in den folgenden Büchern aus dem EWK-Verlag:
 
(Cover anklicken)
 
Freimut Kahrs
 
Lebenslüge Freiheit
 
 
Die ungeschriebenen
Regeln einer liberalen
Gesellschaft
 
 
 
 
Egon W. Kreutzer
 
Unsere Freiheit
 
... man kann sich dafür
einsetzen
 
 
 
 
 
 
 
 

Karl Waldecker

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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 

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Egon W. Kreutzer

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Über egon-w-kreutzer.de

Seit über 10 Jahren bin ich mit einer eigenen Homepage online und kommentiere das aktuelle Zeitgeschehen, stets verbunden mit dem Versuch, dabei aus den frühesten Anzeichen "sonderbarer" Veränderungen meine Schlüsse für die zukünftige Entwicklung zu ziehen.

Leider habe ich dabei in vielen Fällen mit äußerst negativen Prognosen Recht behalten.

Vor den Folgen der Agenda 2010 und der Hartz-Gesetze habe ich schon gewarnt, bevor sie offiziell verkündet wurden.

Das Kommen der Finanzkrise habe ich lange vor dem Krachen von Lehman-Brothers angekündigt, nämlich schon als in Deutschland die kleine IKB in Schwierigkeiten geriet.

Und derzeit richte ich mein Augenmerk über das aktuelle Geplänkel um die Ukraine recht weit in die Zukunft und warne vor der großen kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den USA und China, die gerade in Nigeria durch die USA wieder angeschoben wird.

Neben den ständigen Veröffentlichungen im Internet bin ich auch als Buchautor nicht mehr ganz unbekannt. Mit vier Bänden "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre" habe ich einen Grundstein für ein alternatives Wirtschafts- und Geldverständnis gelegt. Ganz neu (2013 und 2014 erschienen) habe ich mich mit "Das Euro-Schlachtfest" und "Wo bleibt die Revolution" zu Wort gemeldet.

Aus den Paukenschlägen der vergangenen Jahre sind zwei Sammelbände entstanden, in denen die wichtigsten und "schönsten" Aufsätze zusammengefasst sind.

Daneben habe ich weiteren Autorinnen und Autoren die Chance gegeben, ihre wichtigen Texte, die von den etablierten Verlagen nicht angenommen wurden, bei mir zu veröffenltichen. Dazu gehören insbesondere Samirah Kenawi (Falschgeld), Florian Stumfall (Das EU-Diktat), Freimut Kahrs (Lebenslüge Freiheit) und Karl Waldecker (GLOCALIS).

Seit kurzem habe ich mich entschlossen, auch einen regelmäßigen Informationsdienst "ewk - Zur Lage" herauszubringen, der über ein Förderabonnement, aber auch in Einzelausgaben kostenpflichtig bezogen werden kann.

Ich freue mich, wenn Ihnen meine Aufsätze und meine Bücher gefallen - und ganz besonders, wenn
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Ihr Egon W. Kreutzer

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