Der Euro am Fleischerhaken

Egon W. Kreutzer
Das Euro-Schlachtfest
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3. Juni 2014
 
10.00 Entscheidungsfieber
 
Gleich mehrere große Rätsel der Menschheit präsentieren sich in diesen Tagen den Entscheidern - und wollen gelöst werden. Dummerweise sind sie allesamt so eng miteinander verflochten, dass es eines Alexanders des Großen bedürfte, um jenen Knoten durchzuschlagen, der diesmal nicht als gordischer, sondern als nordischer, genauer gesagt, als nordatlantischer Knoten daherkommt.
 
Die NATO wird in dieser Woche beraten, wie sie der ungeheuerlichen Bedrohung aus dem Osten ihren entschiedenen Widerstand entgegensetzen kann. Jeden Tag könnte Putin in Polen, in Lettland und Estland, in Tschechien, Österreich, Ungarn, Rumänien - ja selbst im bankrotten Griechenland einfallen und halb Europa im Handstreich überrennen, schließlich kennt man Russland seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs als die bedrohlichste Macht dieser Welt, die nun endlich und endgültig gebändigt werden muss.
 
Das allerdings erfordert sehr viel Geld, und deshalb wird sich das reiche Deutschland, in dem sich viel weniger Menschen bei den Tafeln versorgen müssen, als in den USA auf Food-Stamps angewiesen sind, nicht mehr länger mit Verteidigungsausgaben von nur 1,4 % vom BIP davonschleichen können, sondern den Einsatz auf die längst geforderten 2,0 % erhöhen müssen, wenn es beim transatlantischen Poker weiter am Tisch sitzen will.
 
Der Unterschied zwischen diesen beiden kleinen Zahlen ist größer, als es auf den ersten Blick zu erkennen ist. Es handelt sich nämlich um den Unterschied zwischen rund 38 und rund 55 Milliarden Euro.
 
Wolfgang Schäuble hingegen, der Oberbefehlshaber der europäischen Währungspolitik, steht vor einem anderen Rätsel. Die Schwarze Null gerät ist Wanken, schon ganz ohne zusätzliche 17 Milliarden für Rüstung und Krieg auszugeben. Sein Bundeshaushalt 2014 wackelt heftig, Daher setzt man sich am Donnerstag zu einer "Bereinigungssitzung" zusammen. Erwartet wird ein allgemeines Streichkonzert, zu dem alle Ressorts eingeladen sind, ihren Beitrag zu den Dissonanzen zu liefern, doch wird auch schon damit geliebäugelt, die Neuverschuldung doch zu erhöhen. Dabei geht es heuer nur um den "strukturell" ausgeglichenen Haushalt. Wen nimmt es da Wunder, wenn schon mal über eine verkappte Mehrwertsteuererhöhung diskutiert wird und der Mindestlohn noch einmal auf den Prüfstand muss.
 
Die EZB hat ein ähnliches Problem. Das viele schöne Geld, das sie billig in die Märkte pumpt, will und will einfach nicht gegen die Deflation ankämpfen. Ganz im Gegenteil - und das ist nicht verwunderlich: Je stärker die Deflation wirkt, desto mehr kann man sich für das billige Geld der EZB kaufen. Also soll ebenfalls in dieser Woche ein Paket zur Inflationsbeschleunigung auf den Weg gebracht werden. Die so genannten "Sparer" sehen sich um ihre wohlverdienten Zinserträge gebracht - und ziehen sich dennoch immer mehr in die Anleihen zurück, was deren Rendite drückt (Selbst schuld, die "Sparer", im Grunde. Aber das fällt auch wieder kaum jemandem auf.).
 
Der IWF und die UN fordern Deutschland auf, etwas für die Stärkung der Binnenkaufkraft zu tun. Das wiederum geht nicht, weil dann nämlich Renten und Sozialleistungen erhöht werden müssten, vermutlich auch der Mindestlohn, zudem müssten die staatlichen Ausgaben z.B. zur Instandhaltung der Infrastruktur (soweit sie noch in staatlichem Eigentum steht) erhöht werden. Ein Aufwand, der - wenn er überhaupt spürbar werden soll, mindestens 15 Milliarden kostet, was - wiederum im Zusammenhang mit der schon erkannten Haushaltslücke von rund 12 Milliarden Euro und der notwendigen Steigerung der Verteidigungsausgaben um mindestens 17 Milliarden Euro zu einem auch strukturell gar nicht mehr ausgeglichen Haushalt mit einer Neuverschuldung von mindestens 44 Millilarden einherginge. Man könnte natürlich auch die höchsten Einkommen und Vermögen stärker besteuern, meint der IWF. Das brächte, meint der IWF, locker 80 Milliarden ein. Doch da beschränkt man sich lieber auf rätselhafte Einzelfälle.
 
Uli Hoeneß, z.B., ist so ein rätselhafter Einzelfall. Er hat nun endlich seine "Rätsel-Haft" angetreten. Rätsel-Haft, weil immer noch nicht klar ist, wer Hoeneß ausgewählt hat, um ein Exemperl zu statuieren, warum die letzten Beweise zwar noch vorgelegt, aber im Grunde nicht mehr gewürdigt wurden, warum der Wurstfabrikant das Urteil - ohne in Berufung zu gehen - akzeptiert hat, und warum er dafür von Angela Merkel gelobt werden musste. Ob die Entscheidung, wie lange er nun tatsächlich gesiebte Luft atmen muss, wohl schon gefallen ist? Ob das vielleicht die Ursache für sein reuiges Einknicken gewesen sein mag? Ob es in Landsberg während der WM eine Public Viewing Großbildwand geben wird? Entscheidungen, die womöglich längst gefallen sind.
 
Vermutlich ist auch längst entschieden, wie sich Deutschland militärisch und finanziell an der NATO-Osterweiterung beteiligen wird, also am "Oster(-weiterungs-)Marsch" der NATO.
 
Vermutlich ist auch längst entschieden, wie Schäuble diesen und den nächsten Haushalt finanziert. Wie wäre es zum Beispiel mit dem Direktverkauf von Staatsanleihen an die EZB? Also endlich Krupps Dicke Berta statt der schwächlichen Bazooka?
 
Vermutlich ist nur noch nicht entschieden, wie man uns das alles beibringen will.
 
Die Eile spricht allerdings dafür, dass man es uns während der Fußballweltmeisterschaft erklären will, und dass - jedenfalls was Deutschland betrifft - besondere Eile geboten scheint, weil Löw nämlich nur einen Stürmer, und da ausgerechnet Klose, mit nach Brasilien nimmt. Das spricht leider dafür, dass die Deutschen früher als erhofft aus dem Fußballtraum aufwachen werden.
 
 
 
  • Zu meiner weiterführenden Prognose:
 
Wo bleibt die Revolution?
 
Die Wahl zum EU-Parlament hat an der Sollbruchstelle der Macht neue Risse auftreten lassen.
 
Wird man die Spannungen zwischen den Bürgern und dem politischen System noch abbauen können, bzw. überhaupt abbauen wollen, bevor das Vertrauen endgültig zerbricht?
 
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Egon W. Kreutzer beschreibt die Stärke des herrschenden Systems - und er zeigt seine Schwachstellen auf. Dieses Wahlergebnis passt gut in seine Prognosen für die Zukunft Deutschlands und Europas.

 

 

 

 

 

 
 

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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 

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Neuerscheinung Mai 2014

Egon W. Kreutzer

Wo bleibt die Revolution
Die Sollbruchstelle der Macht


 

24. Mai 2014

Schon wieder wurde ein totes Neugeborenes gefunden.

Die Mutter hatte es wohl in einer Zugtoilette zur Welt gebracht - denn dort wurde es gefunden.

Nun drohen ihr fünf Jahre Gefängnis wegen Kindstötung.

Die Nachrichten, ob in Rundfunk, Fernsehen oder den Boulevard- Blättern, berichten entweder kurz, sachlich und nüchtern, oder emotional überladen und Schuld zuweisend.

Nicole Eick hat in Frauenhäusern, Schwangerenberatungsstellen und im klinischen Sozialdienst gearbeitet. Sie kennt das, was wir verharmlosend "Soziale Brennpunkte" nennen, aus eigener Anschauung aus nächster Nähe.

Ihr Roman beleuchtet nicht nur die schreckliche Tat. Sie schildert die ausweglos erscheinende Notlage einer Kindsmutter, die fast selbst noch ein Kind ist, sie zeichnet die Situation der Familie nach - wenn man das, wo sie lebt, so nennen kann - und sie kümmert sich um die Aspekte des Umfeldes, vom Obdachlosen, der das Kind beim Stöbern in den Mülltonnen noch lebend findet, bis hin zu den Ermittlungen der Polizei, den Aufregungen in den Zeitungsredaktionen und den Befürwortern und Gegnern von Babyklappen und großzügigerern Adoptionsregeln.

ABFALL ist ein mitreißender, spannender Roman, der Missstände nicht aufzählt, sondern beim Lesen miterleben lässt.

ABFALL wirft Fragen auf, die unsere Gesellschaft endlich beantworten muss, wenn wir uns nicht alle paar Wochen wieder darüber erregen wollen, wenn irgendwo ein toter Säugling gefunden wird.

ABFALL ist im EWK-Verlag erschienen, nachdem die renommierten Verlage der Autorin gesagt haben: "Das will niemand lesen."

Wollen Sie es auch nicht lesen?

 

Oder doch?


 

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Über egon-w-kreutzer.de

Seit über 10 Jahren bin ich mit einer eigenen Homepage online und kommentiere das aktuelle Zeitgeschehen, stets verbunden mit dem Versuch, dabei aus den frühesten Anzeichen "sonderbarer" Veränderungen meine Schlüsse für die zukünftige Entwicklung zu ziehen.

Leider habe ich dabei in vielen Fällen mit äußerst negativen Prognosen Recht behalten.

Vor den Folgen der Agenda 2010 und der Hartz-Gesetze habe ich schon gewarnt, bevor sie offiziell verkündet wurden.

Das Kommen der Finanzkrise habe ich lange vor dem Krachen von Lehman-Brothers angekündigt, nämlich schon als in Deutschland die kleine IKB in Schwierigkeiten geriet.

Und derzeit richte ich mein Augenmerk über das aktuelle Geplänkel um die Ukraine recht weit in die Zukunft und warne vor der großen kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den USA und China, die gerade in Nigeria durch die USA wieder angeschoben wird.

Neben den ständigen Veröffentlichungen im Internet bin ich auch als Buchautor nicht mehr ganz unbekannt. Mit vier Bänden "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre" habe ich einen Grundstein für ein alternatives Wirtschafts- und Geldverständnis gelegt. Ganz neu (2013 und 2014 erschienen) habe ich mich mit "Das Euro-Schlachtfest" und "Wo bleibt die Revolution" zu Wort gemeldet.

Aus den Paukenschlägen der vergangenen Jahre sind zwei Sammelbände entstanden, in denen die wichtigsten und "schönsten" Aufsätze zusammengefasst sind.

Daneben habe ich weiteren Autorinnen und Autoren die Chance gegeben, ihre wichtigen Texte, die von den etablierten Verlagen nicht angenommen wurden, bei mir zu veröffenltichen. Dazu gehören insbesondere Samirah Kenawi (Falschgeld), Florian Stumfall (Das EU-Diktat), Freimut Kahrs (Lebenslüge Freiheit) und Karl Waldecker (GLOCALIS).

Seit kurzem habe ich mich entschlossen, auch einen regelmäßigen Informationsdienst "ewk - Zur Lage" herauszubringen, der über ein Förderabonnement, aber auch in Einzelausgaben kostenpflichtig bezogen werden kann.

Ich freue mich, wenn Ihnen meine Aufsätze und meine Bücher gefallen - und ganz besonders, wenn
Sie mir das auch mitteilen
.

Ihr Egon W. Kreutzer

Bücherspenden-Fonds

Der Bücher-Spenden-Fonds,

eine Einrichtung für Menschen, die sich ein Buch, das sie lesen möchten, nicht leisten können, wird immer wieder von großzügigen Spendern aufgefüllt.

Aktuell steht ein Betrag von 15,60 Euro zur Verfügung.

Hier finden Leser und Spender Informationen dazu.

 Links

Politik im Spiegel
hochaktuell auf der Höhe der alternativen Meinung
http://politik-im-spiegel.de/

Gert Flegelskamp
ein geradliniger Querdenker, bringt laufend kluge, gut recherchierte Analysen - und dazu seine ganz klare Meinung zum Ausdruck
http://www.flegel-g.de/

Sozialticker
Informationen und Kritik zur aktuellen Sozialpolitik
http://www.sozialticker.com

Kritisches Netzwerk
engagierte, kritische Stimmen - stets aktuell
http://www.kritisches-netzwerk.de/

Mag Wompel
das labournet - die Gewerkschaftslinken
http://www.labournet.de

Cleanstate e.V.
H.J.Selenz im Kampf gegen Korruption, Betrug und Vetternwirtschaft
http://www.cleanstate.de/start.html

Nachdenkseiten
nur mehr bedingt empfehlenswert. Die Macher schweben in ihren Eigenbeiträgen auf einer Wolke der EU-phorie, und die Nachrichten gibts anderswo auch.
http://www.nachdenkseiten.de/

Statistisches Bundesamt
viel Wissenswertes z.T. sogar aktuell
http://www.destatis.de

 

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