Jetzt viele Bücher zum Sommer-Sonne-Urlaubs-Preis!
Wo? --- hier
  Reset - home - neu laden

 Start

 Paukenschläge

 Tageskommentare
 Bücher  Kontakt  Impressum

  aktuell: Vergatterung BDSG
 Geld Gesundheit  Gastbeiträge
Paukenschlag
am Donnerstag
No. 23 /2014
vom 19. Juni 2014


Kommentare zum Zeitgeschehen von Egon W. Kreutzer

Druckversion
Kommentare lesen schreiben

Druckversion: Sigbert Döring
 
Draghi, die Banken
und das Märchen von den "geparkten" Milliarden.
 
Zur Begründung des letzten Zinsbeschlusses der EZB, der auch die Einführung eines Negativzinses auf die Guthaben der Geschäftsbanken umfasste, wurde und wird folgendes Märchen erzählt:
.
Die gute Fee EZB sah besorgt auf die Wirtschaft der Euro-Zone. Es fehlte überall an Geld, das Gespenst der Deflation klopfte mit knöchernen Fingern an die Tür - und die gute Fee erbarmte sich der Banken.
 
Kommet her zu mir alle, die ihr abgebrannt und illiquide seid, ich will euch mit billigem Geld versorgen, bis es euch zu den Ohren herausquillt, auf dass es euch wohlergehe und wieder Wachstum werde und Inflation in Europa.
 
Alle, alle kamen. Die gute Fee EZB warf Milliarde um Milliarde unter das Bankervolk, senkte die Zinsen ein ums andere Mal und wurde in Bezug auf die zu stellenden Sicherheiten immer anspruchsloser.
 
Doch was die gute Fee im Lehrbuch der Nationalökonomie gelesen hatte, wollte und wollte nicht eintreten. Das Geld kam nicht an, wo es ankommen sollte. Die Inflation schrumpfte auf ein Nullkomma-Kaumetwas zusammen, und die Deflation brach siegessicher in ein höhnisch-diabolisches Gelächter aus.
 
Da merkte die gute Fee, dass etwas nicht stimmte. Und weil sie sich selbst und aller Welt nicht eingestehen wollte, dass sie versagt hatte, trat sie stolz und zornig zugleich auf den Balkon und erklärte dem verhärmten Volk, die Banken hätten sie betrogen.
 
Statt das viele Geld an die Wirtschaft weiterzugeben, hätten sie es klammheimlich gar nicht aus der EZB hinaus getragen, sondern es einfach auf ihren Konten geparkt. Das müsse nun bestraft werden - mit Negativzinsen auf EZB-Guthaben.

 

Wie wir wissen, gibt es zwei Arten von Märchen. Solche, mit denen von Generation zu Generation in archaischen Bildern Weisheiten übermittelt werden, und die reinen Lügenmärchen, die nur erzählt werden, um die Dummen vor Ehrfurcht erstarren zu lassen, während die Gescheiten, je nach Qualität der Lügen, entweder in stillvergnügtem Schmunzeln verharren, oder sich vor Lachen den Bauch halten müssen.
 
Das Märchen von den geparkten Milliarden gehört zur Kategorie der Lügenmärchen - und es ist so raffiniert erzählt, dass das ehrfürchtige Schweigen der Massen nur umso ehrfürchtiger wird, je öfter es von den
Hinzen und Kunzen in den Redaktionen der Medien nacherzählt wird.
 
Man kommt sich beim Hören und Lesen der Wirtschaftsnachrichten vor, als dürfe man in einer Kita hospitieren, wo arglose Kinder ihr neu gelerntes Lied: "Summ, summ, summ - Draghi summt herum", mit Feuereifer repetieren.
 
Mögen die nachstehenden, sehr einfach gehaltenen Ausführungen, einen Beitrag zur Entmystifzierung der EZB leisten:
 
Banken brauchen kein Geld von der EZB,
um Kredite vergeben zu können.
 
Im Prinzip könnte jeder das Kreditgeschäft betreiben, auch Sie und ich, gäbe es nicht eine Reihe von zum Teil strafbewehrten gesetzlichen Vorschriften, die das Geschäft erschweren.

Gäbe es keine gesetzlichen Vorschriften, bräuchte man zur Kreditgewährung weder Eigenkapital noch Kundeneinlagen, und schon gar keine Kredite von der EZB. Ein dicker Notizblock und ein Kugelschreiber würden vollauf genügen, um das Kreditgeschäft zu betreiben, solange die Kreditgeber untereinander einig sind.
 
Nehmen wir an, in einer abgeschiedenen und bettelarmen Kleinstadt würde erstmals eine Bank eröffnet. Der Banker käme als Wohltäter an und würde allen 1.000 Familien ein Konto einrichten, mit einem Startguthaben von 500 Kreuzern, auf das er sogar 2% Zinsen jährlich zu zahlen verspricht.
 
Plötzlich wäre eine halbe Million Kaufkraft in der Kleinstadt vorhanden, was eine Handvoll geschäftstüchtiger Bürger ermutigt, endlich ihren Traum von der Unternehmensgründung wahr zu machen. Der Banker vergibt also fünf Kredite über je 100.000 Kreuzer, was aus der halben Millionen umlaufender Kaufkraft eine ganze Million macht.
 
Da der Banker kein Bargeld herausgibt, sondern lediglich unbare Zahlungen von Konto zu Konto unterstützt, kann er, ohne einen einzigen Kreuzer Eigenkapital zu besitzen, dafür sorgen, dass fünf Unternehmen produzieren und Handel treiben, was tausend ansässigen Familien Lohn und Brot verschafft.
 
Wenn die Geschäftsmodelle der Unternehmer aufgehen, nehmen sie genug ein, um ihre Kredite tilgen zu können, was die umlaufende Kaufkraft wieder auf eine halbe Million reduziert. Von den erhaltenen Kreditzinsen verzinst der Banker die Guthaben seiner Kunden mit den versprochenen 2 Prozent und behält immer noch etwas für sich übrig. Und sollte sich die halbe Million Kreuzer allmählich aus dem Umlauf schleichen und auf Sparkonten ansammeln, gäbe es keinen Grund, die fehlende Liquidität nicht durch neue Kredite zu ersetzen.
 
Sie werden jetzt vielleicht sagen: Das ist doch kein richtiges Geld, das ist doch nur so eine Art "Verrechnungssystem".
 
Damit haben Sie zur Hälfte Recht, die andere Hälfte "Recht" bekommen Sie dazu, falls Sie beweisen können, dass - und erklären können, worin - sich Ihr so genanntes "richtiges Geld" von diesem Verrechnungssystem unterscheidet.
 
Es wird Ihnen nicht gelingen - nicht, weil es Ihnen an Wissen fehlt, sondern, weil es außer geringfügigen Äußerlichkeiten keinen Unterschied gibt.
 
Bargeld ist so eine Äußerlichkeit.
 
Unser Banker könnte sich ein paar tausend Geldscheine drucken und zwei drei Zentner Münzen prägen lassen. Die legt er sich halbwegs diebstahlsicher in den Keller und wartet. Kommt jemand, der Bargeld braucht, wozu auch immer, holt er die entsprechende Menge Scheine und Münzen aus dem Keller - und bucht den Gegenwert vom Konto seines Kunden ab.
Aus Giralgeld ist Bargeld geworden. Das geht auch umgekehrt. Wird Bargeld eingezahlt, erhöht sich der Kontostand des Girokontos - und das Bare wandert wieder in den Keller.
Ganz genau so, wie bei unserer real existierenden Zentralbank.
 
Die Eigenschaft als gesetzliches Zahlungsmittel ist auch nur eine Äußerlichkeit.
 
Es reicht, wenn der Bürgermeister des kleinen Ortes beschließt, alle Gemeindeabgaben müssten auf das Konto der Gemeinde überwiesen werden, und schon hat dieses Geld den Rang eines gesetzlichen Zahlungsmittels. Natürlich kann er noch drei Seiten der Gemeindeordnung damit vollschreiben, damit das ganze amtlich wirkt, genauso, wie bei uns ein paar Seiten Bundesgesetzblatt vollgeschrieben wurden, um den Euro zum gesetzlichen Zahlungsmittel zu machen. Doch darauf kommt es hier wie da nicht an. Was zählt, ist alleine die Macht des Faktischen.
 
Ach ja, die Konvertierbarkeit. Man muss sein Geld doch in Devisen eintauschen können! Auch nur eine Äußerlichkeit.
 
Der Banker nimmt gerne Devisen von seinen Kunden an, und schreibt den Kurswert deren Girokonten gut. Später verkauft er die auch wieder, zum Kurs, der dann gilt. Dass seine Währung anfangs noch nicht an den Börsen gehandelt wird, führt nur selten zu Schwierigkeiten, doch jemand, der ihm für ein paar Wochen ein paar tausend Dollar leiht, findet er immer wieder. Schließlich ist er gelernter Banker und hat immer noch seine Beziehungen. Genauso, wie in unserem real existierenden Bankensystem.
 
 
Die Realität des Bankensystems
Viele Banken und eine Zentralbank
 
Unsere Geschäftsbanken gehen mit dem so genannten "richtigen Geld" nicht anders um. Es gibt viele davon, und alle emittieren das gleiche Geld, nämlich den Euro, und schreiben bei Kreditvergabe jede vereinbarte Darlehenssumme dem Girokonto des Schuldners gut, und buchen diese zugleich als Schuld in ein Kreditkonto ein.
 
Nichts als Zettelwirtschaft. Mit Notizblock und Kugelschreiber zu bewältigen. Lediglich zur Effizienzsteigerung voll computerisiert.
 
Das technische Problem, das die Institution einer Zentralbank als nützlich und notwendig erscheinen lässt, ist der Geldverkehr zwischen den Banken. Tagtäglich finden Millionen von Überweisungen einzelner Bankkunden statt, von denen längst nicht alle im Kontenkreis des gleichen Kreditinstitutes bleiben.
Also schicken sich die Banken - voll computerisiert - gegenseitig alle Überweisungsinformationen zu, damit die entsprechenden Gutschriften auf den einzelnen Empfängerkonten erfolgen können. Daneben ermittelt eine Clearingstelle über alle angeschlossenen Banken hinweg, welche Bank welcher anderen Bank welchen Betrag per Saldo überweisen muss, weil sie mehr Überweisungen in Richtung dieser Bank ausgeführt hat, als sie von dort zurück erhalten hat.
 
Es können also zum Beispiel von Commerzbankkunden 25 Millionen an Kunden der Deutschen Bank überwiesen worden sein, während umgekehrt nur 23,5 Millionen von Kunden der Deutschen Bank an Commerzbankkunden überwiesen wurden. Auf den Zentralbankkonten dieser beiden Banken werden aus den Gesamtgeschäften eines Tages jedoch nicht 48.5 Millionen hin und her bewegt, sondern nur einmal der Saldo von 1,5 Millionen. Spielen wir den Gedanken weiter: Die Commerzbank erhielt von der Bayern LB 10 Millionen, hat dorthin aber nur 8,5 Millionen überwiesen, dann ist das Zentralbankkonto der Commerzbank schon wieder auf dem vorherigen Stand - und so geht das weiter, bis alle Banken untereinander ihre Salden ermittelt haben.
 
Die Überweisungssalden zwischen den einzelnen Banken gleichen sich annähernd aus, und wenn nicht am gleichen Tag, so doch zumeist innerhalb kurzer Zeit.
 
Weil das so ist, helfen sich die Banken gerne gegen eine kleine Gebühr - auch "über Nacht" - einmal mit ein paar Milliönchen aus. Wer gerade einen "Überweisungsüberschuss" eingefahren hat, leiht das Geld dem, der gerade mehr überweisen musste, als bei ihm angekommen ist.
 
Die Zentralbank ist also das kontoführende Institut für die Giro-Verrechnungskonten der Geschäftsbanken. Zugleich sind die Zentralbankkonten aber auch der "Ort", an dem die Geschäftsbanken ihre vorgeschrieben "Mindestreserve" vorzuhalten haben.
Wie gerade ausgeführt, brauchen die Banken untereinander tatsächlich nur wenig Geld zu bewegen, weil immer nur Salden ausgeglichen werden. Dennoch soll jede Bank nachweisen, dass sie noch einigermaßen liquide ist - und deswegen sind alle Banken gehalten, bei der Zentralbank stets eine sogenannte Mindestreserve als Guthaben auf ihren Konten zu halten.
 
Im Euro-System ist diese Mindestreserve auf 1 % jenes Geldvolumens festgelegt, das von Einlegern (Sparern) bei einer Bank gehalten wird, soweit die Einlage innerhalb einer Frist von zwei Jahren zur Rückzahlung fällig wird.
 
Ein Prozent ist relativ wenig - und sehr viel mehr haben die Geschäftsbanken bei der EZB auch nicht gebunkert. Wozu denn auch? Die EZB hat noch nie lukrative Zinsen auf diese Konten gezahlt. Doch achtet sie natürlich darauf, dass die 1%-Regel eingehalten wird. Soweit ich mich erinnern kann, gibt es dafür einmal pro Monat einen Stichtag …
 
Damit nähern wir uns der Funktion der Zentralbank als "lender of last resort", also als Kreditgeber der Banken, wenn es doch einmal nicht gelingen sollte, die geforderte Mindestreserve darzustellen, weil die Abflüsse einfach viel größer sind als die Zuflüsse und die Banken sich untereinander eben nicht aushelfen, wie oben als "Normalfall" geschildert.
 
Wenn Banken sich bei der Zentralbank mit Liquidität versorgen müssen, dann hat das in der Regel nur sehr wenig mit ihrem Kreditgeschäft zu tun. Es gibt es kluge Programme, die aus Darlehensauszahlungen und Zins- und Tilgungsrückläufen den täglichen Liquiditätsbedarf aus dem Kreditgeschäft fast auf den Tausend-Euro-Schein genau ermitteln - und dies in aller Regel auch schon vor dem Ausreichen von Krediten, weil man sich durch zusätzliche Abflüsse, die in aller Regel auf Kreditvergaben folgen, nicht in ein Loch stürzen lassen will, das erst zu spät wieder gestopft würde.
 
Dennoch versorgen sich Geschäftsbanken auch bei der Zentralbank mit Liquidität, wenn dies erforderlich erscheint.
 
Dafür hinterlegt die Bank bei der Zentralbank Sicherheiten, zumeist Wertpapiere und erhält dafür eine entsprechende Gutschrift auf ihrem Zentralbankkonto. Im Zuge der Finanz- und Euro-Krise hat die EZB die Anforderungen an die Sicherheit dieser Sicherheiten immer weiter heruntergeschraubt, dazu ihre Zinssätze immer weiter gesenkt und die Banken damit veranlasst, sich tatsächlich sehr viel billiges Geld von der EZB zu holen.
 
Doch das liegt nun in Wahrheit nicht auf den EZB-Konten der Banken herum, sondern kauft sich kreuz und quer durch die Finanzmärkte diejenigen Produkte ein, die eine hohe Rendite versprechen. Zum Beispiel Staatsanleihen von Krisenstaaten aus dem Euro-Raum, die sind mit relativ hohen Renditen ausgestattet - und die sichersten Papiere überhaupt, denn Mario Draghi hat versprochen, Staatsanleihen jederzeit und in jeder Menge aufzukaufen, wenn es denn erforderlich sein sollte. Kein Wunder, dass derzeit ein Krisenstaat nach dem anderen unter den Rettungsschirmen hervorkriecht und sich wieder am Kapitalmarkt finanziert, der sich wiederum, auf dem Umweg über das den Banken zur Verfügung gestellte billige Geld, letztlich von der EZB und der FeD und anderen Notenbanken mit Niedrigstzinsangeboten finanzieren lässt.
 
Das ist Wahnsinn:
 
Der Kapitalmarkt bekommt Liquidität für Zinsen in Höhe von Nullkomma-Kaumetwas von den Notenbanken und erwirbt damit frisch emittierte Staatsanleihen mit Renditen um die fünf Prozent (und höher) von den Krisenstaaten, die dieses Geld, aufgrund der über die gesamte EU verhängten Austeritätspolitik fast ausschließlich verwenden müssen, um es in Form von Zins- und Tilgungsleistungen postwendend an den Kapitalmarkt zurückzugeben, wo es verwendet wird, um sich in deflationärem Umfeld auf dem Weg über erzwungene Privatisierungen langlebiges und ertragreiches Sachvermögen anzueignen, während auch der Erlös daraus wiederum nur verwendet werden darf, um weitere Zins- und Tilgungsleistungen zu erbringen, womit neue Staatsanleihen gekauft werden - und so weiter, und so weiter …
 
 
Ein anderer Grund für das billige Geld der Zentralbank war die vermeintliche Notwendigkeit, Banken vor der Insolvenz zu retten.
 
Auch eine Bank ist pleite, wenn ihre Vermögenswerte nicht mehr ausreichen, um ihre Verbindlichkeiten zu decken. Die wesentlichen Vermögenswerte einer Bank sind ihre Forderungen an ihre Schuldner (also deren Restschulden) und die von der Bank selbst gehaltenen Wertpapiere und Beteiligungen.
 
Da haben sich halt viele in Anlagen begeben, die sich später als sogenannte Schrottpapiere herausstellten. Vermögenswerte, die einen rapiden Wertverlust erfuhren und gar nicht mehr oder nur mit extremen Verlusten zu verkaufen waren, und damit die schönsten Liquiditätsrechnungen der Banken ins Wanken brachten.
 
Ein Großkunde, der eine größere Einlage abzieht, um damit anderweitig Geschäfte zu machen, kann da genügen, um weit über die Mindestreserve hinaus Liquidität abführen zu müssen. Bekommt die Branche Wind davon, steckt so eine Bank schneller in der Klärgrube als man bis drei zählen kann.
 
Da helfen alle großzügigen Bewertungsregeln nichts, die es zulassen, auch windschiefe Bilanzen noch in güldenem Glanze erstrahlen zu lassen: Wenn die Bank zahlen muss - aber nicht kann, kommt es unbarmherzig ans Licht.
 
Da nimmt dann die EZB schon auch mal Schrottpapiere als Sicherheiten an und versorgt den im Grunde insolventen Banker mit Liquidität, gelegentlich werden auch mal Zig-Milliarden einfach so unter den Bankern versteigert, damit bloß keiner mit vor Angst schlotternden Knien zur Unzeit die Hosen runter lassen muss.
 
Das alles hat mit der Kreditversorgung der Wirtschaft nichts zu tun.
 
Auch der Negativzins für die Guthaben der Banken bei der EZB wird an der Kreditversorgung der Wirtschaft nichts ändern. Wie denn?
 
Die Banken können ihr Mindestreserve-Konto nicht einfach abräumen. Das Hin und Her im Zahlungsverkehr trägt dazu so gut wie nichts bei. Bargeld von der EZB abrufen und in den eigenen Safe legen, obwohl es nicht benötigt wird, wäre auch ein törichtes Unterfangen.
Was die Banken tun könnten, wäre der Versuch, ihre Sicherheiten zurückzukaufen. Damit wird aber das Gegenteil erreicht. Liquidität schwindet. Der große Gag dabei:
 
Das tun sie schon seit geraumer Zeit, ganz ohne die Androhung von Negativzinsen.
 
 
Ein kleiner Gag bei der ganzen Argumentation, Banken würden mehr Kredite vergeben, wenn ihr EZB-Konto mit Negativzinsen belastet wird, liegt im Bereich der Mindestreserve-Regel:
 
Mit jeder Ausweitung des Kreditvolumens der Banken entstehen zwangsläufig, als Gegenposten zu den Schuldkonten, auch neue Guthaben. Diese unterliegen der Mindestreservepflicht, erfordern also eine Erhöhung der bei der Zentralbank gehaltenen Gelder. Selbstverständlich könnten die Banken ihren Kunden daraufhin empfehlen, ihre kurzfristigen Einlagen in längerfristige (>2 Jahre) umzuwandeln, was die Mindestreserve wieder sinken ließe, doch dann müssten die Zinsen für längerfristige Einlagen steigen, was nicht ohne Auswirkung auf das allgemeine Zinsniveau bliebe und damit erst recht keinen Wachstumsimpuls setzen würde.
 
Wie man es auch dreht und wendet - das System ist kaputt.
 
Es wurde geschaffen, um eines Tages zusammenzubrechen.
 
Denn es beruht auf dem
  • Zinseszins-Effekt bei der Vermögensmehrung und
  • auf dem Schneeballprinzip bei der Gewinnung immer neuer Schuldner.
Beide Prinzipien haben nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch, als zwangsläufig ins Unendliche wachsende Wucherungen in einer "endlichen Umgebung", irgendwann den Punkt erreicht, an dem sie zusammenbrechen müssen, weil sie Zahlen schreiben, die sich von der materiellen Basis, die von ihnen ausgebeutet wird, so weit entfernen, dass die Reset-Taste gedrückt werden muss.
 
Das heißt: Massive Inflation, nachfolgend brutaler Währungsschnitt - und alles auf Anfang.
 
So oft auch von "Blasen" gesprochen wird, ob nun von "Immobilien-Blasen", von "Aktien-Blasen" oder generalisierend von "Spekulations-Blasen" - die eigentliche Mutter aller Blasen, die Mega-Blase, das sind die exorbitant gewachsenen Geldvermögen, die Guthaben, das Kapital.
 
Diese Blase müsste kontrolliert angestochen werden, um den Kollaps zu vermeiden, der entsteht, wenn sie wegen Überdehnung platzt.
 
Man hat das vermieden, als man marode Banken rettete, statt das Kapital bluten zu lassen, man hat das vermieden, als man bankrotten Staaten das Geld zur Verfügung stellte, um das Kapital weiter zu bedienen, statt das Kapital bluten zu lassen. Man vermeidet es dadurch, dass Kapitalerträge nur mit niedlichen Steuersätzen und Vermögen weitgehend steuerbefreit existieren dürfen. Man vermeidet es, in dem störende gesetzliche Vorschriften durch Deregulierung und Marktöffnungen abgebaut werden, und stellt damit die Notwendigkeit für immer neue Rettungsmaßnahmen immer wieder selbst her.
 
Wir stellen fest:
Die gute Fee verbreitet Lügenmärchen.
 
Wir folgern:
Eine Fee, die Lügenmärchen verbreitet, kann keine gute Fee sein.
 
Wir fragen:
Was liegt denn tatsächlich an gebunkerten Milliarden der Banken auf den Konten der EZB?
 
Und die EZB antwortet:
Anfang Juni 2014 hatten die Banken des Euro-Systems Guthaben in Höhe von 352,2 Milliarden Euro bei der EZB.
 
Wir fragen weiter:
Und wie ging der Aufbau dieser Guthaben vonstatten?
 
Und die EZB antwortet:
Was heißt hier Aufbau? Da war kein Aufbau zu beobachten. Im Gegenteil. Die Guthaben der Banken bei uns haben sich kontinuierlich reduziert.
  • Anfang März 2013 waren das noch 725 Milliarden,
  • Anfang Juni 2013, also vor einem Jahr, waren es schon nur noch 556 Milliarden,
  • ein Quartal später, Anfang September 2013 waren diese Guthaben auf 533 Milliarden geschrumpft,
  • Anfang Dezember 2013 gar nur noch 430 Milliarden
  • am 1. März 2014 verzeichneten wir noch 393 Milliarden - und der Trend setzt sich fort.
Wir fragen noch weiter:
Und warum musste dann mit einem Negativzins Stimmung gegen die Banken gemacht werden?
 
Und die EZB antwortet nicht.
 
Datenquelle: EZB - Konsolidierter Ausweis des Euro-Systems
 
 
 
Ob Banken überhaupt Kredite vergeben, oder sich im Eigengeschäft mit spekulativen Anlagen eindecken, kann die EZB nicht beeinflussen.
 
Da bleibt der Wunsch der Vater des Gedanken. Ob die Banken, wenn sie Kredite vergeben, diese zugunsten von Investitionen in die Realwirtschaft vergeben oder zugunsten von Finanzspekulanten, kann die EZB schon gar nicht mehr beeinflussen.
 
Negative Zinsen sind im Grunde nichts als ein Signal an die Devisenmärkte, den Kurs des Euro nach unten zu bewegen, damit den Export zu fördern und Importe zu verteuern, um damit das Deflationsgespenst zu verscheuchen.
 
Doch in einer Welt, in der alle Währungen mehr oder minder unter Druck stehen und alle Zentralbanken mehr oder minder intensiv versuchen, ihr Währungen zur Förderung der Exportchancen im internationalen Wettbewerb billiger zu machen, ist auch das nur ein Versuch, dem keine nachhaltigen Erfolge beschieden sein können.
 
Das System ist kaputt.
Es wird zerbrechen.
 
Doch die Welt der Realwirtschaft, unser aller Wohlstand, könnte durchaus auch ohne dieses System erhalten bleiben.
 
Dies erfordert allerdings, die Hoheit über das Geld wieder den Staaten zu übertragen, statt die Banken weiter ihre Spielchen im Dienste des Kapitals treiben zu lassen.
 
Dies erfordert in der gegenwärtig verfahrenen Situation auch die Aufgabe des Euros und die Rückkehr zu nationalen Währungen mit frei floatenden Wechselkursen.
 
Es erfordert, die Geldversorgung der Realwirtschaft abzukoppeln von den Renditeerwartungen der Anleger, und sie stattdessen an den zur Ausschöpfung der Leistungskraft einer Volkswirtschaft erforderlichen Liquiditätsbedarf anzupassen.
 
Das beendet Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung - und wirkt sich, durch die Entlastung von den Zinsansprüchen, dämpfend auf das Preisniveau aus.
 
Dies im Detail zu erläutern, sprengt jedoch den Rahmen eines Paukenschlages. Das füllt ein ganzes Buch.
Dieses Buch gibt es. Es trägt den Titel
 
"Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre - Band III, Über das Geld"
 
und ist heute - 10 Jahre nach dem ersten Erscheinen - aktueller und wichtiger denn je.
 
 
 
 
 

Hat Ihnen dieser Paukenschlag
etwas gebracht?
 
Mit einem Förder-Abo
erhalten Sie zusätzlich
alle 2 Monate das Dossier
EWK - Zur Lage,
einen der beiden Sammelbände
"Paukenschläge 2003-2008 oder 2009-2011"
und weitere Vorteile.
 
Außerdem machen Sie mir damit eine Freude.
 
 

 
 
Anzeichen für die Lügen der Politiker gibt es viele. Hinter angeblich alternativlosen Entscheidungen verbergen sich Interessen, die dem Wohl der Bevölkerung zuwiderlaufen.
 
Florian Stumfall hat diese Anzeichen
sorgfältig beobachtet und analysiert.
 
Sein Fazit: Das EU-Diktat führt zum
Untergang der Freiheit in Europa.

Das EU-Diktat
 
Florian Stumfall, wie Gauweiler echtes CSU-Urgestein - und zudem jahrelang in Brüssel als Referent des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Alfons Goppel in dessen Funktion als EU-Parlamentarier tätig, hat in seinem Buch "Das EU-Diktat - Vom Untergang der Freiheit in Europa" nicht nur kein Blatt vor den Mund genommen, er hat sich die Zeit genommen, seine Kritik und seine Befürchtungen ausführlich und wohlbegründet darzulegen.
 
 
zum Shop

 
"Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn ich es verändere.
Ich weiß aber sehr wohl, daß ich verändern muß,
wenn etwas besser werden soll".
(Josef Schmidt)
 
 
Wo bleibt die Revolution?
Die Sollbruchstelle der Macht
 
 
 
 
Besuchen den Sie meinen Online-Shop.
 
Diesen Titel und viele weitere wichtige Bücher
finden Sie unter der Rubrik: Gesellschaft, Soziales, Politik
 
 
 


Ebenfalls gerade eben erschienen:

Angela Buer - Meine Rückengeschichte
Ein Erfahrungsbericht über eine erfolgreiche Selbstheilung.

 

Wirbel selbst einrenken?

Angela Buer hat über viele Jahre an schlimmen Rückenschmerzen gelitten.

Als die Ärzte und Physiotherapeuten mit ihrem Latein am Ende waren - und der Rücken beinahe auch, erkannte sie, dass ihr niemand helfen konnte, außer vielleicht sie selbst.

Sie informierte sich, las viele Bücher und probierte vieles aus. Allmählich verstand sie, wie das Wechselspiel von Muskulatur, Skelett und Nervensystem funktionierte und entwickelte eine Reihe einfacher Übungen, die es möglich machten, einen "Schmerzherd" nach dem anderen zu beruhigen und ihren Rücken in einem Maße zu stabilisieren, dass sie sich heute wieder uneingeschränkt und schmerzfrei bewegen kann.

Wie ihr das gelungen ist, hat sie für alle Leidensgenossen dokumentiert.

Das Buch ist kein medizinischer Ratgeber, sondern ein Erfahrungsbericht mit vielen Denkanstößen und praktischen Anregungen für alle, die den Mut haben, die Verantwortung für ihre quälenden Rückenschmerzen selbst zu übernehmen.

Wr bieten dieses Buch zum Download in zwei Versionen an. Als typisches E-Book mit allen Funktionen für den E-Book-Reader und als pdf-Datei, mit einer feststehenden Formatierung, die es einfach macht, einzelne Seiten bei Bedarf auszudrucken.

Ihr direkter Link zum Online-Shop Meine Rückengeschichte:

- PDF-Version ---------- EPUB-Version -


Weitere wichtige Bücher mit guten Gedanken für eine bessere Welt:
 
 Egon W. Kreutzer
Unsere Freiheit - man kann sich dafür einsetzen
  Printausgabe
 Egon W. Kreutzer
Eigentum und Teilhabe (WWW Band IV)
 E-Book Printausgabe
 Freimut Kahrs
Lebenslüge Freiheit
   Printausgabe
 Werner Peters
Die Partei der Nichtwähler
E-Book Printausgabe
 Egon W. Kreutzer
Das Euro-Schlachtfest - die Logik der Krise
 E-Book Printausgabe
 Karl Waldecker
GLOCALIS - die Welt fair ändern
   Printausgabe
 
 

 

 

 

 
 
nach oben
 
Kommentare zu diesem Paukenschlag
Sehr geehrter Herr Kreutzer,

vielen Dank für den wieder einmal sehr gelungenen “Paukenschlag am Donnerstag”. Ich habe meinem 15-jährigen Sohn vorgeschlagen, in der Schule dieses Märchen seinem Lehrer für Wirtschaft und Politik zur Kenntnis zu geben, denn zur Zeit wird gerade “Marktwirtschaft und Zentrale Planungswirtschaft” behandelt. Das Material des Schulbuchs zu diesem Thema muss man als halbwegs Informierter leider als absichtliche Verdummung von Schülern einstufen. Auch wenn es für einen neunte Klasse Gymnasium gedacht ist, dürfte das Niveau des Inhalts in meinen Augen doch über dem eines Lustigen Taschenbuches liegen (nichts gegen Lustige Taschenbücher, die sind nach wie vor toll).

Mit besten Grüßen

Stefan Töns
Hallo Herr Kreutzer,
vielen Dank für Ihren neuen Paukenschlag.
Wirklich sehr gut auf den Punkt gebracht und hervorragend erklärt. Das sollte auch für den „Normalbürger“ gut verständlich sein.
Aber leider ist nach meinen Erfahrungen für einen Großteil der sog. „Normalbürger“ solch ein Thema nicht relevant.
Germany next Top Model, Fußball-WM, DSDS und sonstige Volksbelustigung, verbreitet durch Bild-Zeitung und RTL, sind für viele Bürger halt wichtiger.
Wie im alten Rom halt: Panem et circensis!!!
Vielleicht sollte man die Macht der Banken im Rahmen der Giralgeldschöpfung noch ergänzen:
das Geschäftsbankensystem insgesamt kann nicht nur „im Gleichschritt“ beliebige Mengen an Zahlungsmitteln schöpfen, sondern sich auch noch
leistungslos Sachvermögen aneignen. Das spielt zwar in den Bankbilanzen keine große Rolle, ist jedoch trotzdem bemerkenswert.
Kauft beispielsweise eine Bank ein Grundstück lautet die Buchung: per Anlagevermögen an Kundenkontokorrent (vorausgesetzt, der Verkäufer hat sein Konto bei der kaufenden Bank)
Die Bank hat also dem Verkäufer einfach durch Erzeugung eines Datenbits im Bankrechner das Grundstück „abgekauft“.
Wenn Sie einfach mal einen Blick in die gängige Bankbuchführungs- und Bilanzierungsliteratur werfen, wird dieses Thema in der Regel ausgeklammert bzw. nur am Rande behandelt.
Ein Schelm ist, wer Böses dabei denkt - : )
Schönes Wochenende und nochmals vielen Dank für den hervorragend gelungen Paukenschlag.
Beste Grüße
Andreas Mosler
 
Hallo Herr Mosler,
danke für Ihre anerkennenden Zeilen.
Der Hinweis auf die Möglichkeit, leistungslos Sachvermögen zu erwerben, ist mir
vor einigen Jahren schon einmal von einem Banker gegeben worden.
Wir haben das dann gründlich durchdiskutiert und sind zu diesem
Ergebnis gekommen:
Die von Ihnen beschriebene Buchung ist korrekt, bewirkt jedoch keine
Veränderung des Vermögens der Bank.
Aktiva und Passiva, Vermögen und Verbindlichkeiten, wachsen um den
gleichen Betrag (Bilanzverlängerung, genauso, wie bei einer Kreditgewährung).
Überträgt nun der Verkäufer das Guthaben auf seinem Girokonto durch
Überweisung auf eine andere Bank, verringern sich Aktiva und Passiva
wieder, indem nämlich per Kundenkontokorrent an Barreserve gebucht
wird.
Solange die Bank also den Kunden beim Kaufpreis nicht übers Ohr
gehauen hat, hat sie - wie jeder andere auch, Sachwert gegen Geld
getauscht - und zwar "eigenes" Geld.
Mit besten Grüßen
Egon W. Kreutzer
 
Hallo Herr Kreutzer,
vielen Dank für Ihre Antwort.
Diese Argumentation greift m.E. aber zu kurz.
Ich meinte eigentlich das Geschäftsbankensystem insgesamt.
Wenn eine Geschäftsbank im Rahmen der Interbankenregulierung über ihr Nostrokonto Abflüsse an eine andere Geschäftsbank hat, stehen dem
i.d.R. Zuflüsse in ähnlicher Höhe über das Lorokonto dieser Geschäftsbank gegenüber.
Wenn man sich das Geschäftsbankensystem vor dem Hintergrund der zunehmenden Bankenkonzentration einmal als eine einzige Bank vorstellt
wird das m. E. sehr deutlich. Anschaulich beschrieben wird dies u.a. bei Horst Seiffert, „Geldschöpfung – Die verborgene Macht der Banken“.
Mit der gleichen Argumentation Ihres Bankers könnte man zudem auch die Giralgeldschöpfung der Geschäftsbanken in Frage stellen.
Auch hier gleichen sich ja Zu- und Abflüsse zwischen den Banken weitestgehend aus.
Die Banken verfügen auch nicht über „eigenes Geld“, da dieses immer und ausschließlich aus geldschöpfenden Schreibvorgängen gewonnen wird.
Die zur Beschaffung von Zentralbankguthaben notwendigen Sicherheiten in Form von „erstklassigen Wertpapieren“ können die Banken untereinander selbst schaffen. (gut beschrieben u.a. bei Huber, „Vollgeld“)
Das Geschäftsbankensystem insgesamt kann sich also die zur Bezahlung von Sachwerten und Dienstleistungen notwendigen Zahlungsmittel selbst schaffen.
Lieber Herr Kreutzer, Ihre Paukenschläge sind immer wieder bereichernd. Diese gehören Donnerstags zu meiner wichtigsten Lektüre.
Bleibt nur zu wünschen, dass diese auch einem größeren Publikum bekannt werden.
Ihr Buch „Das Euro-Schlachtfest“ habe ich inzwischen auch gelesen. Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen. Auch zu diesem wirklich gelungenen Werk meinen herzlichen Glückwunsch.
Beste Grüße und noch eine schönen Abend
Andreas Mosler
 
Hallo Herr Mosler,

Bei der Giralgeldschöpfung ist die Sache sehr einfach zu klären. Mit der Tilgung des Darlehens verschwindet mit der Schuld auch das Guthaben wieder restlos im Nichts. Übrig bleiben für die Bank die erhaltenen Zinsen - und die wiederum müssen (unter allen Strichen) aus neuen Geldschöpfungsakten entstehen.

Es bleibt also gewährleistet, dass das geschöpfte Giralgeld nicht das Vermögen der Bank erhöht, sondern sowohl bei Ausreichung, wie auch bei Tilgung neutral bleibt. Dies gilt für die einzelne Bank und das gesamte Bankensystem.

Beim geschilderten Ankauf einer Immobilie gegen Kundenkontokorrent sieht die Sache etwas schwieriger aus, lässt sich aber auf das gleiche Prinzip zurückführen.

Die Existenz eines einzigen solchen Falles durch eine einzige Bank verändert natürlich die Barreserve dieser Bank, sobald der Kunde über sein Guthaben verfügt. Insofern ist der Vorgang durchaus dem Immobilienkauf eines Dritten, finanziert über Bankkredit vergleichbar, mit dem Unterschied, dass die Bank einmal die Immobilie im Vermögen hat, das andere Mal die Forderung gegen den Kreditnehmer.

Der Ausgleich über die Verrechnungskonten bei der Zentralbank wird durch eine solche Position stets zusätzlich verändert, auch wenn die Sicht auf den einzelnen Vorgang durch die Vielzahl der Vorgänge verschleiert wird.

Der Sonderfall, dass viele oder gar alle Banken auf diese Weise Immobilienkäufe finanzieren, führt natürlich zu einem Anwachsen der umlaufenden Geldmenge.
Die steht bei den Banken jedoch nicht zusätzlich zu den Immobilien in der Aktiva,
sondern in der Passiva.
 
Das kann - ich sage bewusst "kann" - lange gutgehen, und insofern ist ihre Argumentation in diesem Zusammenhang zutreffend, doch werden dadurch Verbindlichkeiten der Bank gegen ihre Kunden nicht aufgehoben. Was bedeutet, dass ggfs. wieder Aktiva aufgelöst werden muss - auch über das gesamte Euro-System hinweg - wenn Kunden vermehrt im Nicht-Euro-Raum investieren.

Dieser feine Unterschied, und wenn er auch in guten Zeiten ewig nur auf dem
Papier steht, kann in schlechten Zeiten einzelne Banken an den Abgrund
bringen - und damit wiederum das hervorrufen, was man so schrecklich fürchtet,
nämlich den Untergang des Euro-Systems insgesamt.
 
Einen schönen Restabend und beste Grüße

Egon W. Kreutzer
 
 



 Newsletter abonnieren
ändern oder kündigen

 

 

 

 

 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 

 Google

auf egon-w-kreutzer.de suchen

 
Archiv Arbeitsplatzvernichtung
 
 
ewk- Zur Lage
Ausgabe 3 - Welt - Europa - Deutschland
ewk- Zur Lage
Ausgabe 2 - Krieg um die Krim
Förder-Abonnement
incl. ewk - Zur Lage
 
  Kaffeekasse

Sie mochten leichter werden?
Informieren Sie sich jetzt über die MWL-Methode
 
 

Wissen was kommt,

bevor es zu spät ist.


Egon W. Kreutzer

Wo bleibt die Revolution
Die Sollbruchstelle der Macht


 

 Meistgelesen

Paukenschlag am Donnerstag,
ca. Seitenaufrufe an Donnerstag und Freitag

1550 Die Gebote der Weltherrschaft

Über egon-w-kreutzer.de

Seit über 10 Jahren bin ich mit einer eigenen Homepage online und kommentiere das aktuelle Zeitgeschehen, stets verbunden mit dem Versuch, dabei aus den frühesten Anzeichen "sonderbarer" Veränderungen meine Schlüsse für die zukünftige Entwicklung zu ziehen.

Leider habe ich dabei in vielen Fällen mit äußerst negativen Prognosen Recht behalten.

Vor den Folgen der Agenda 2010 und der Hartz-Gesetze habe ich schon gewarnt, bevor sie offiziell verkündet wurden.

Das Kommen der Finanzkrise habe ich lange vor dem Krachen von Lehman-Brothers angekündigt, nämlich schon als in Deutschland die kleine IKB in Schwierigkeiten geriet.

Und derzeit richte ich mein Augenmerk über das aktuelle Geplänkel um die Ukraine recht weit in die Zukunft und warne vor der großen kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den USA und China, die gerade in Nigeria durch die USA wieder angeschoben wird.

Neben den ständigen Veröffentlichungen im Internet bin ich auch als Buchautor nicht mehr ganz unbekannt. Mit vier Bänden "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre" habe ich einen Grundstein für ein alternatives Wirtschafts- und Geldverständnis gelegt. Ganz neu (2013 und 2014 erschienen) habe ich mich mit "Das Euro-Schlachtfest" und "Wo bleibt die Revolution" zu Wort gemeldet.

Aus den Paukenschlägen der vergangenen Jahre sind zwei Sammelbände entstanden, in denen die wichtigsten und "schönsten" Aufsätze zusammengefasst sind.

Daneben habe ich weiteren Autorinnen und Autoren die Chance gegeben, ihre wichtigen Texte, die von den etablierten Verlagen nicht angenommen wurden, bei mir zu veröffenltichen. Dazu gehören insbesondere Samirah Kenawi (Falschgeld), Florian Stumfall (Das EU-Diktat), Freimut Kahrs (Lebenslüge Freiheit) und Karl Waldecker (GLOCALIS).

Seit kurzem habe ich mich entschlossen, auch einen regelmäßigen Informationsdienst "ewk - Zur Lage" herauszubringen, der über ein Förderabonnement, aber auch in Einzelausgaben kostenpflichtig bezogen werden kann.

Ich freue mich, wenn Ihnen meine Aufsätze und meine Bücher gefallen - und ganz besonders, wenn
Sie mir das auch mitteilen
.

Ihr Egon W. Kreutzer

Bücherspenden-Fonds

Der Bücher-Spenden-Fonds,

eine Einrichtung für Menschen, die sich ein Buch, das sie lesen möchten, nicht leisten können, wird immer wieder von großzügigen Spendern aufgefüllt.

Aktuell steht ein Betrag von 15,60 Euro zur Verfügung.

Hier finden Leser und Spender Informationen dazu.

 Links

Politik im Spiegel
hochaktuell auf der Höhe der alternativen Meinung
http://politik-im-spiegel.de/

Gert Flegelskamp
ein geradliniger Querdenker, bringt laufend kluge, gut recherchierte Analysen - und dazu seine ganz klare Meinung zum Ausdruck
http://www.flegel-g.de/

Sozialticker
Informationen und Kritik zur aktuellen Sozialpolitik
http://www.sozialticker.com

Kritisches Netzwerk
engagierte, kritische Stimmen - stets aktuell
http://www.kritisches-netzwerk.de/

Mag Wompel
das labournet - die Gewerkschaftslinken
http://www.labournet.de

Cleanstate e.V.
H.J.Selenz im Kampf gegen Korruption, Betrug und Vetternwirtschaft
http://www.cleanstate.de/start.html

Nachdenkseiten
nur mehr bedingt empfehlenswert. Die Macher schweben in ihren Eigenbeiträgen auf einer Wolke der EU-phorie, und die Nachrichten gibts anderswo auch.
http://www.nachdenkseiten.de/

Statistisches Bundesamt
viel Wissenswertes z.T. sogar aktuell
http://www.destatis.de