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Paukenschlag
am Donnerstag
No. 20 /2014
vom 29. Mai 2014


Kommentare zum Zeitgeschehen von Egon W. Kreutzer

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Druckversion: Sigbert Döring
 
 

Mal was
"Ganz-was- Anderes"

 

Schließlich ist heute Feiertag - und schon gestern Abend gelang die Himmelfahrt eines Deutschen, der korrekterweise als Kosmonaut bezeichnet werden sollte, da er ja mit einer russichen Rakete vom russischen Weltraumbahnhof aus gestartet ist.

Doch zur sicheren Unterscheidung zwischen Guten und Bösen handelt es sich bei Alexander Gerst um einen Astronauten.

Albert Einstein hat den Irrsinn der Menschheit, sich ständig in Gute und Böse einzuteilen - und dann immer wieder so zu handeln, dass die einen selbsternannten Guten auf die anderen selbsternannten Guten so lange einprügeln, bis nur noch die einen Guten übrig bleiben, in einem einzigen Satz zum Ausdruck gebracht:

„Der Mensch erfand die Atombombe, doch keine Maus der Welt würde eine Mausefalle konstruieren.“

Doch wie zum Beweis dieses Satzes (die Aussage bezüglich der Menschen betreffend) finden sich in Foren dann Klugschwätzer, die meinen darauf hinweisen zu müssen, dass Mäuse nur deshalb keine Mausefallen bauen, weil sie weder physisch noch intellektuell in der Lage dazu seien.

Fehlt nur noch, dass sie behaupten, es könne nur Gottes Wille gewesen sein, die Atombombe zu erfinden, mit ihr zu drohen, um sich andere zu unterwerfen, und sie ggfs. auch einzusetzen.

 

Richtig:

Viele Tierarten kennen Auseinandersetzungen um den Rang in der Herde, im Rudel, in der Gruppe, streiten sich laut zedernd ums Futter:

Doch es ist meines Wissens kein Fall überliefert, in dem ein Spatz einen anderen umgebracht hätte, um den Meisenknödel ganz für sich alleine zu besitzen.

 

Richtig:

Kleinere Tierarten haben großen Respekt vor größeren Tierarten. Die Spatzen gehen auf Distanz, wenn der Specht kommt:

Doch auch der Specht geht wieder, wenn er den Schnabel voll hat, und die Spatzen kommen zurück.

Da lauert dann schon gerne mal die Katze.

 

Doch auch von Katzen ist nicht überliefert, dass sie Katzen fressen würden. Kater kämpfen ums Revier, manchmal mit erheblichen Blessuren, doch letztlich liegt es nicht in ihrer Absicht, den Rivalen umzubringen, er soll nur verschwinden. Schlimmer ist da schon, dass Kater dazu neigen, sämtliche männlichen Nachkommen gleich nach der Geburt zu töten, sofern die Mutter nicht aufpasst. Das hat eine bevölkerungspolitische Komponente - und es hat eine egoistische Komponente - doch beides ist nicht mit einer Massenvernichtungswaffe zu vergleichen.

 

Die leichte Beute der Katze ist die Maus.

Und Mäuse wiederum, das hatte schon Einstein erkannt, streben ebenfalls nicht nach der Weltherrschaft. Ihr "Bestand" reguliert sich selbst im Zusammenspiel mit ihrer Umwelt. Mäusekriege sind vollkommen überflüssig.

Stellen wir uns einfach vor, Mäuse würden Kriege führen.

Stellen wir uns vor, das eine Mäuseheer würde das andere Mäuseheer vernichtend besiegen.

Was hätte sich verändert? Es gäbe weiterhin Mäuse. Nur Mäuse.

Mäuse, die sich in nichts von anderen Mäusen unterscheiden, auch nicht von denen, die sie besiegt haben. Eine zeitlang hätten die Katzen vielleicht Ernährungsprobleme, was die Vogelpopulation dezimieren könnte, dann aber wären wieder genug Mäuse nachgeboren - und der alte Zustand wiederhergestellt, während die siegreichen Heerführer längst gestorben und vergessen sind.

 

Große Krokodile liegen friedfertig im brackigen Wasser und warten darauf, dass ein Beutetier in die Nähe kommt.

Ihre kleineren europäischen Verwandten verhalten sich nicht anders.

Ein Reptil im Miniaturformat. Fängt Fliegen, Spinnen, frisst Würmer.

Sonnt sich gerne, weil die Eidechse als wechselwarmes Tier auf die Sonnenenergie angewiesen ist.

 

Der Witz bei allen diesen Tieren ist: Sie brauchen nur den kleineren Teil ihrer Zeit, um Nahrung zu finden. Alle haben viel mehr "Freizeit" als der Mensch. Die meisten bauen sich Unterkünfte, halten sie sauber, bringen ihren Nachwuchs zur Welt und ziehen ihn auf - und haben Stress nur dann, wenn ihre Umwelt auf sie einwirkt. Sei es durch Naturkatastrophen, sei es durch Fressfeinde.

Doch selbst gegen Fressfeinde haben viele Tierarten eine passive Verteidigungs- bzw. Abschreckungsstrategie entwickelt.

Oft genügen Warnfarben, oder giftig wirkende Stachelbüschel, um ungestört fressen zu können, wie diese Schlehenbürstenspinner-Raupe.

Andere legen sich Vorräte an. Von Eichhörnchen weiß man, dass sie Nüsse verstecken. Weil aber alle Eichhörnchen ihre Verstecke über den Geruchssinn wiederfinden, kann im Prinzip jedes Eichhörnchen jedes Versteck entdecken. Es handelt sich also um eine gemeinschaftliche Lagerhaltung - die noch dazu, weil nicht alle Nüsse wiedergefunden werden, auch dazu beiträgt, dass neue Nussbäume wachsen.

Eine andere Form der Vorratshaltung haben einige Spinnenarten entwickelt. Der Fang ist an einem Tag gut, am anderen schlecht, Also wird eingewickelt, was zu viel ist - und verzehrt, wenn der Magen knurrt:

 

 

Von kriegerischen Überfällen, bei denen sich Spinnen tödliche Kämpfe um die eingelagerte Beute liefern, habe ich auch noch nichts gehört, geschweige denn selbst beobachtet.

 

Alexander Gerst, "unser" Astrokosmonaut, ist jetzt ungefähr 370 Kilometer von der Erdoberfläche entfernt in einer Umlaufbahn um unseren blauen Planeten.

Er kann von alledem, was ich hier gezeigt habe, nichts mehr erkennen. Die ganze Welt wird zu einer übersichtlichen Kugel - doch dies wiederum führt zu einer neuen Erkenntnis:

 

Das da, diese kleine blaue Kugel, das ist alles, was WIR haben.

 

Wozu brauchen wir also Atomwaffen?


Sollte es einen Sieger geben, wird es danach auch wieder nur Menschen geben.

Die Sieger werden nicht von alleine zu besseren Menschen, auch wenn sie überzeugt gewesen sein sollten, die Besseren zu sein, als sie damit begannen, die Bösen auszurotten.

Nur die Erde wird beschädigt.

Mit jeder neuen, mächtigeren Waffe ein bisschen mehr.

Noch graben wir mit großem Aufwand die Fliegerbomben des zweiten Weltkriegs aus der Erde, während anderswo endlose Minenfelder auf ihre Räumung warten. In vielen Kriegsgebieten der letzten Jahrzehnte wurde Uranmunition verschossen, weil die eine so fabelhafte Durchschlagskraft hat, gegen die jede Panzerung zwecklos ist. Doch der radioaktive Staub ist zurückgeblieben und verstrahlt bereits weite Gebiete unserer einzigen Erde. Halbwertszeit: Hundertausende von Jahren.

Fukushima verseucht den Pazifik mehr als Tschernobyl die Atmosphäre und weite Teile Europas verseucht hat.

Brauchen wir wirklich noch einen großen Krieg? Der noch weitere Gebiete des kleinen blauen Planeten lebensfeindlich macht?

Brauchen wir wirklich waffenstarrende Armeen um uns gegenseitig auszurotten, ohne damit etwas anderes zu bewirken, als die Spirale der Gewalt und der Zerstörung noch weiter zu treiben, um am Ende doch wieder nur die "gleichen Menschen" auf kleinerer nutzbarer Fläche wiederzufinden?

 

Was motiviert uns, immer wieder aufeinander einzuschlagen?

Besser wäre vielleicht zu fragen: Wer motiviert uns?

Und dann die Frage zu stellen: Warum lassen wir uns motivieren.

 

Ist es nicht viel sinnvoller,
eine junge Blindschleiche, die sich aus dem Kellerlichtschacht nicht mehr befreien kann, zu retten und wieder in die Natur zu entlassen?

 

Ist es nicht schöner,
ohne Angst vor Krieg und Not an einem sonnigen Tag im Garten eine Eidechse zu beobachten?

 

Macht es nicht glücklicher,
mit der Natur und mit uns selbst, sehr viel achtsamer umzugehen?

 

 

 


Last, but not least:
 
 
Sie sind womöglich brennend interessiert,
wo das alles noch hinführen wird?
 
 
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Ich weiß aber sehr wohl, daß ich verändern muß,
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(Josef Schmidt)
 
 
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Kommentare zu diesem Paukenschlag
 
seufz - ein schöner Paukenschlag,
und gar nicht paukenschlagig sondern zart leise trommelwirbelnd.
Fast schon eine Piccoloflöte.
 
Zwar wissen wir das alles schon (oder sollten es wissen), aber es ist gut, wieder neu daran erinnert zu werden. Nur leider, leider... arbeiten die Menschen weiterhin daran, brav Steuern zu verdienen, diese zu bezahlen um den Bilderberg... erm... den Regierenden die Mittel zur Verfügung zu stellen, noch "bessere" Waffen zu entwickeln.

Interludium: BESSER
Was ist da eigentlich "besser"? Ein "besseres" Messer ist eines, was nicht rostet, eine "bessere" Bombe eine, die mehr Radius bei der Wirkung erzeugt, eine "bessere" Biowaffe eine, die mehr Lebewesen vernichtet, eine "bessere" Pistole eine, die weiter schießt? Oder so ähnlich?
 
(hm... stimmt, scheint "besser" zu sein. Haben wir gestern eigentlich alt und schlecht getötet ohne die "neuen, besseren" Waffen?)

Kann es sein, das ein verdurstendes Kind in Afrika ein "besserer" Mensch ist als all die Leute, die so viel und als Stützen unserer Gesellschaft und Moral daran arbeiten, dieses Kind und andere umzubringen? Ist das... denkbar?

Ich hab den PaD gerne gelesen und gesehen.

liebe Grüße Großer Guter Wolf
Der übliche Verdächtige

Lieber Herr Kreutzer,

    Diese kleine Bildersammlung mit Ihren Bemerkungen dazu sollten Sie
    als kleines Bedenk-Geschenkbüchlein herausbringen. Das wird ein Bestseller.

    Zu Alexander Gerst als Mensch: Aufgrund seines Namens hat er zeit seines Lebens gemeint, er solle möglichst fest und grimmig zupacken, und dann mit Eleganz fliegenlassen. Nur das meiste zerbricht dabei. Jedes Jahr freuen wir uns über die kleinen Hubschrauber, die bei uns auf und ab fliegen, die so zarten Libellen, Sein Name ließ ihm keine andere Wahl als Astronaut zu werden.

    Alles Gute zum Vatertag! Haben Sie eigentlich Kinder?

    Liebe Grüße auch an Ihren Engel!

    Herzlich Ihr Hasselbach


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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 

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1550 Die Gebote der Weltherrschaft

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Seit über 10 Jahren bin ich mit einer eigenen Homepage online und kommentiere das aktuelle Zeitgeschehen, stets verbunden mit dem Versuch, dabei aus den frühesten Anzeichen "sonderbarer" Veränderungen meine Schlüsse für die zukünftige Entwicklung zu ziehen.

Leider habe ich dabei in vielen Fällen mit äußerst negativen Prognosen Recht behalten.

Vor den Folgen der Agenda 2010 und der Hartz-Gesetze habe ich schon gewarnt, bevor sie offiziell verkündet wurden.

Das Kommen der Finanzkrise habe ich lange vor dem Krachen von Lehman-Brothers angekündigt, nämlich schon als in Deutschland die kleine IKB in Schwierigkeiten geriet.

Und derzeit richte ich mein Augenmerk über das aktuelle Geplänkel um die Ukraine recht weit in die Zukunft und warne vor der großen kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den USA und China, die gerade in Nigeria durch die USA wieder angeschoben wird.

Neben den ständigen Veröffentlichungen im Internet bin ich auch als Buchautor nicht mehr ganz unbekannt. Mit vier Bänden "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre" habe ich einen Grundstein für ein alternatives Wirtschafts- und Geldverständnis gelegt. Ganz neu (2013 und 2014 erschienen) habe ich mich mit "Das Euro-Schlachtfest" und "Wo bleibt die Revolution" zu Wort gemeldet.

Aus den Paukenschlägen der vergangenen Jahre sind zwei Sammelbände entstanden, in denen die wichtigsten und "schönsten" Aufsätze zusammengefasst sind.

Daneben habe ich weiteren Autorinnen und Autoren die Chance gegeben, ihre wichtigen Texte, die von den etablierten Verlagen nicht angenommen wurden, bei mir zu veröffenltichen. Dazu gehören insbesondere Samirah Kenawi (Falschgeld), Florian Stumfall (Das EU-Diktat), Freimut Kahrs (Lebenslüge Freiheit) und Karl Waldecker (GLOCALIS).

Seit kurzem habe ich mich entschlossen, auch einen regelmäßigen Informationsdienst "ewk - Zur Lage" herauszubringen, der über ein Förderabonnement, aber auch in Einzelausgaben kostenpflichtig bezogen werden kann.

Ich freue mich, wenn Ihnen meine Aufsätze und meine Bücher gefallen - und ganz besonders, wenn
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Ihr Egon W. Kreutzer

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ein geradliniger Querdenker, bringt laufend kluge, gut recherchierte Analysen - und dazu seine ganz klare Meinung zum Ausdruck
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viel Wissenswertes z.T. sogar aktuell
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